Tarifkonflikt Wird bald auch in Kitas gestreikt?

Warnstreiks im öffentlichen Dienst (Foto)
Ver.di-Chef Frank Bsirske kündigt bundesweite Streiks an. Bild: dpa/Bernd Settnik

Von Philipp Heinz
«Wir sind enttäuscht.» Die Bilanz der Gewerkschaften im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes fiel ernüchternd aus. Ver.di-Chef Bsirske kündigte deshalb bundesweite Streiks an. Auch Kindertagesstätten könnten betroffen sein.

Die Zeichen stehen auf Konfrontation. Die Gewerkschaften ver.di und dbb Tarifunion reagieren kommende Woche mit Warnstreiks auf die ergebnislose erste Verhandlungsrunde für die Bediensteten des Bundes und der Kommunen.

«Wir sind enttäuscht», sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske heute in Potsdam. Die Arbeitgeber hätten sich geweigert, ein Angebot zu unterbreiten. «Die Antwort wird aus den Betrieben kommen», sagte er. Warnstreiks würden in allen Bundesländern stattfinden, auch Kindertagesstätten seien nicht ausgeschlossen.

Die Tarifverhandlungen für rund zwei Millionen Bedienstete des Bundes und der Kommunen wurden auf Mitte März vertagt. Die Gewerkschaften waren mit einer Forderung nach 6,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro, in die Verhandlungen gegangen. Für Auszubildende soll es ein Lohnplus von 100 Euro geben.

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Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), der als Verhandlungsführer für den Bund auftritt, bezeichnete die Höhe der Forderung als «jenseits von allem, was vorstellbar ist». Die Arbeitgeber hätten die Arbeitnehmervertreter dazu aufgefordert, ihre Forderung zurückzuschrauben, was diese aber verweigert hätten.

Scheitern weiterer Tarifrunden gilt als wahrscheinlich

Bsirske sagte, eine Senkung der Tarifforderung wäre eine «Demutsgeste» gewesen, zu der die Gewerkschaften nicht bereit seien. «Die Ausgangslage für weitere Verhandlungen muss als kritisch angesehen werden.»

Der gegenseitige Vorwurf, eine unrealistische Verhandlungsposition einzunehmen, gehört bei Tarifverhandlungen zwar zum guten Ton. In diesem Jahr liegen die Forderung der Gewerkschaften und der Verteilungsspielraum der Arbeitgeber aber besonders weit auseinander. Aus Verhandlungskreisen hieß es, dass die Arbeitgeber womöglich in allen drei Tarifrunden im März kein Angebot abgeben würden und auf eine Schlichtung setzen könnten.

Die zweite Runde der Tarifverhandlungen ist für den 12. und 13. März, die dritte für den 18. und 19. März angesetzt.

zij/news.de/dapd

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Hedonism
  • Kommentar 1
  • 05.03.2012 21:46

Streiken sie ruhig,meinen Segen haben Sie.Unermesslicher,märchenhafter Reichtum für die feine Gesellschaft,Almosen für das dumme Volk. Legen Sie mal das gesamte Land unter Streik,damit die betäubte Oberschicht wach wird.Aber weder das Eine noch das Andere wird eintreten..

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