Staatsdefizit Deutschland spart vorbildlich

Wolfgang Schäuble darf sich als europäischer Musterschüler fühlen: Zum ersten Mal seit 2008 blieb das Staatsdefizit 2011 wieder unter der Maastricht-Obergrenze, mit 1,0 Prozent des BIP sogar deutlich. Die Konjuktur allerdings wurde Ende des Jahres deutlich gebremst.

Der Finanzminister Wolfgang Schäuble ist zufrieden. (Foto)
Wolfgang Schäuble hat sein Soll erfüllt. Bild: dpa

Die insgesamt gute Konjunktur in Deutschland hat die Kassenlage des Staates deutlich verbessert. Das Staatsdefizit belief sich 2011 auf 1,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), wie das Statistische Bundesamt mitteilt.

Damit hält Deutschland 2011 erstmals seit 2008 wieder die Obergrenze des EU-Stabilitätspaktes ein, nachdem das Defizit auch wegen der Konjunkturpakete in den beiden Vorjahren deutlich höher ausgefallen war. Die europäischen Regeln erlauben höchstens 3,0 Prozent Defizit. In den Jahren 2009 (3,2 Prozent) und 2010 (4,3 Prozent) hatte Deutschland dagegen verstoßen.

Unter dem Strich stand 2011 ein Fehlbetrag von 25,8 Milliarden Euro. Das Minus fiel damit um fast eine Milliarde Euro niedriger aus als zunächst erwartet: In einer ersten Schätzung im Januar waren die Statistiker noch von einem Minus von 26,7 Milliarden Euro ausgegangen.

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Kommunen erwirtschaften sogar ein Plus

Die einzelnen staatlichen Ebenen entwickelten sich unterschiedlich. Während beim Bund ein Minus von 26,3 Milliarden Euro und bei den Ländern von 14,9 Milliarden Euro auflief, konnten die Kommunen ein Plus von 0,8 Milliarden Euro erwirtschaften.

2010 hatte der Finanzierungssaldo von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung noch viermal höher gelegen: Der Kampf gegen die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise hatte ein riesiges Loch von 105,86 Milliarden Euro in die Staatskassen gerissen.

Zum Jahresende starker Dämpfer für die Konjunktur

Gleichzeitig bestätigten die Statistiker, dass die schwächelnde Weltkonjunktur den zuvor rasanten Aufschwung zum Jahresende stoppte. Das Gesamtjahr 2011 war mit einem BIP-Wachstum von 3,0 Prozent dennoch ein sehr gutes für die deutsche Wirtschaft.

Das Ende des Booms der Weltkonjunktur hat damit zum Jahresende 2011 auch Deutschland erreicht. Preis-, saison- und kalenderbereinigt schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal um 0,2 Prozent zum Vorquartal.

Diesen Dämpfer begründeten die Statistiker vor allem mit dem schwächelnden Außenhandel. Auch der private Konsum ging zum Vorquartal zurück, während der Staat seine Konsumausgaben leicht erhöhte. Positive Impulse kamen demnach von den Investitionen im Bausektor. Hingegen stagnierten die Investitionen in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge auf dem Niveau des dritten Vierteljahrs.

iwi/news.de/dpa

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Leserkommentare (7) Jetzt Artikel kommentieren
  • beagle
  • Kommentar 7
  • 26.04.2012 17:37

Wenn man diese Sprüche von Schäuble hört,dann fragt man sich und warum steigen die Schulden?Sparen und gleichzeitig Schulden aufnehmen? Dieser Mann hat Deutschland an den Rand des Abgrunds geführt und wird später sagen`tut mir Leid habe mich geirrt.Diesen Unsinn kann er uns Unternehmern nicht erzählen, die tag für tag hart arbeiten und selbst für Schäden haften.

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  • claimed
  • Kommentar 6
  • 08.04.2012 01:24

1.Jeder Wurstbudenbesitzer kann ein besseres Steuerabkommen mit der Schweiz aushandeln. 2. Warum sollen gerade wir am meisten sparen., wo wir doch die staerkste Wirtschaft haben..·.....Ich vermute, dass Schaueble noch anderes Gehalt bezieht,oder Merkel nicht sein Boss ist..

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  • uwe schmidt
  • Kommentar 5
  • 28.02.2012 04:34
Antwort auf Kommentar 4

,,ich sage es noch-ein-mal, die menschen brauchen keine ausufernde marktwirtschaft in der nur einige wenige daran verdienen und in der sie von unwißenden und korrupten politikern geleitet werden,,! ,,wenn ihr das nicht begreift werdet ihr genau so bestraft wie sie,, kein gebet wird dann helfen und kein geschrei,, das ist die wahrheit und da wird es für euch auch keine andere wahrheit geben

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