Facebook Die Frau, die Mark Zuckerberg reich macht

Von news.de-Volontär Ronny Janke
Sheryl Sandberg ist die Frau, die den Erfolg von Facebook erst möglich gemacht hat. Für das soziale Netzwerk ist sie ähnlich wertvoll wie Gründer Mark Zuckerberg. Ihre Sporen hat sich die Facebook-Managerin beim US-Präsidenten und Google verdient.

Eines ist unumstritten: Mark Zuckerberg ist das Gesicht von Facebook. Er ist es, der das weltweit bekannteste soziale Netzwerk verkörpert. Und doch funktioniert Facebook vor allem wegen seiner ungleichen Doppelspitze. Zuckerberg teilt sich den Chefposten nämlich mit einer Frau. Mit einer, die eines ganz besonders gut kann: Mit Geld umgehen.

Als Sheryl Sandberg im Frühjahr 2008 zu Facebook geholt wurde, hatte das Netzwerk etwa 66 Millionen Nutzer und schrieb rote Zahlen. Mittlerweile sind es 845 Millionen Facebook-Mitglieder und das Netzwerk wirft Milliarden ab. Allein das - einer der zahlreichen Verdienste der 42-Jährigen. Aufgefallen war Zuckerberg die zielstrebige junge Frau, weil sie über viele Jahre hinweg Google zur Suchmaschine Nummer eins aufgebaut hat.

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Seit mittlerweile vier Jahren hat sie eine andere Aufgabe: Facebook soll die Menschen der ganzen Welt miteinander vernetzen. Die Botschaft der vergangenen Woche war deshalb auch längst überfällig: Der Gang an die Börse, mit dem Facebook schon im ersten Anlauf mindestens fünf Milliarden Dollar verdienen will.

Die Zahlen stimmen

Einzig in Russland und China schafft es Facebook (noch) nicht, sich durchzusetzen. Dort dominieren lokale Unternehmen. Laut Börsenprojekt ist noch vollkommen offen, ob Zuckerberg seinem Netzwerk den Schritt nach China nicht doch zutraut. In Russland ist die Situation verfahrener: Einer der Facebookinvestoren ist auch am russischen Konkurrenten Vkontakte beteiligt. Das Interesse, sich einen Gegner auf den heimischen Markt zu holen dürfte verständlicherweise gering ausfallen.

Doch auch dafür wird die kluge wie schöne Facebook-Managerin eine Lösung finden. Denn ohne Sandberg wäre der Milliarden-Börsengang ohnehin kaum möglich: Sie sorgt dafür, dass die Ideen von Gründer Zuckerberg in die Realität umgesetzt werden. Und zwar mit Gewinn. Als «Chief Operating Officer» ist Sandberg dafür zuständig, dass die Zahlen stimmen und das Geschäft stetig wächst. Und - wen wundert es - die Zahlen stimmen.

Schon seit Jahren erwirtschaftet Facebook Profit auf hohem Niveau. So ist in den Unterlagen zum Börsengang aufgeführt, dass der Gewinn des jungen Unternehmens seit 2009 immer wieder aufs Neue gesteigert werden konnte. Noch 2007 musste Facebook einen Verlust in Höhe von 138 Millionen Dollar hinnehmen, im Jahr 2008 lag er bei 56 Millionen Dollar. Dann übernahm Sheryl Sandberg die Kontrolle über die Finanzen. Sie war es, die Facebook in die Gewinnzone führte. Mit anhaltendem Erfolg.

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Von jetzt auf reich in drei Jahren

So folgten 2009 bereits 229 Millionen Dollar Gewinn, 2010 konnte dieser auf 606 Millionen Dollar erhöht werden. Im vergangenen Jahr der vorläufige Höhepunkt: Unter der Führung von Sandberg wurde eine Milliarde Dollar Gewinn erwirtschaftet. Allein 85 Prozent davon wurde durch Werbung in die Kassen des Megakonzerns gespült. Erfolgreiche Spiele wie «Farmville» oder «Cityville», die bei den Nutzern sehr beliebt sind, tun ihr übriges: Die Anbieter solcher Onlinegames sorgten 2011 für etwa zwölf Prozent des Umsatzes. Tendenz steigend.

Alles das ausgeklügelt von der langjährigen Google-Managerin. Sandberg soll, so wird gemunkelt, auch als eine Art «Kindermädchen» eingestellt worden sein. Doch wer Zuckerberg kennt, weiß, dass es dem Jungunternehmer wohl eher darum ging, ein Geschäftsmodell aufzubauen, mit dem das Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft steuern kann. «Ohne sie wären wir nicht vollständig», sagte Zuckerberg in einem Porträt des Magazins Businessweek über die Geschäftsfrau an seiner Seite. Sandberg erzählte darin sogar, dass ihr junger Chef sie schon beim Weinen im Job trösten musste.

Allzu viel Grund zum Weinen hatte sie bis zuletzt jedoch nicht: 483 Millionen Menschen nutzen Facebook jeden Tag. Davon greifen sogar 425 Millionen mittels mobiler Geräte wie Smartphone oder Notebook monatlich auf Facebook zu. Bisher alles werbefrei - das soll sich nun ändern.

Doch wer glaubt, Zuckerberg würde zulassen, dass der Börsengang seine Chefposition in Gefahr bringt, der täuscht sich. Während er Aktien der Klasse B hält, von denen jede zehn Stimmen hat, bekommen Anleger nur A-Klasse-Aktien. Deren Gegenwert liebt bei einer Stimme.

Auch Sandberg wurde für ihre hervorragende Arbeit belohnt: Ein sehr großes Aktienpaket, dessen Wert auf 30,5 Millionen Dollar geschätzt wird, darf sie seit 2011 ihr eigen nennen. Jetzt, mit 42 Jahren und als bessere Geschäftshälfte von Zuckerberg, hat sie alles erreicht.

Mit 30 Jahren in die US-Regierung

Sandberg wuchs in Miami auf. Ihre Mutter war Englischlehrerin, der Vater Augenarzt. Dann zog es die aufstrebende junge Frau nach Harvard, an die Elite-Uni. Einer ihrer damaligen Wirtschaftsprofessoren ebnete ihr nach dem Abschluss den Weg zur Weltbank.

Im Alter von 30 Jahren der erste Durchbruch: Sie wurde unter Präsident Bill Clinton zur Stabschefin des US-Finanzministers berufen. Danach lockte Google, wo Sandberg zwar lange Zeit eine Führungsposition im Online-Geschäft inne hatte, aber trotzdem akzeptieren musste, dass ihr der Aufstieg ins Top-Management verwehrt blieb.

Heute wird sich Google über den Verlust der Vorzeigemanagerin ärgern. Sandberg und Zuckerberg sind vielleicht das schillerndste Beispiel für das, was gemeinhin «Dreamteam» genannt wird. «Wenn sie wollte, könnte sie Chefin bei jedem Unternehmen sein», sagte Zuckeberg der Businessweek. Doch Sandberg hat sich für Facebook entschieden und ihren Anteil dazu beigetragen, dass die Zahl der Beschäftigten 2011 um 50 Prozent gesteigert werden konnte. Mittlerweile arbeiten etwa 3200 Mitarbeiter für das soziale Netzwerk.

Diese rasante Entwicklung ist nur möglich, weil es Facebook geschafft hat, seinen Marktwert auszubauen. Und noch immer ist ein Ende des Aufstiegs nicht in Sicht. In Deutschland zum Beispiel war lange Zeit StudiVZ die Nummer 1 der beliebtesten Netzwerke unter den jungen Leuten. Doch das ist nun Geschichte. Hatte Facebook 2010 hierzulande nur etwa zehn Millionen Nutzer, sind es jetzt schon 22 Millionen. Damit ist es Deutschlands beliebtestes soziales Netzwerk. Auch das - ein Verdienst von Sheryl Sandberg. Sicher nicht ihr letzter.

wam/news.de/dpa

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Eternity
  • Kommentar 1
  • 09.02.2013 12:13

Thanks for snpeding time on the computer (writing) so others don't have to.

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