Börsengang Facebook ist so wertvoll wie VW

Facebook startet seinen Börsengang mit einer beeindruckenden Hausnummer: Fünf Milliarden Dollar will das soziale Netzwerk mit den ersten verkauften Aktien einnehmen. Damit werden Konkurrenten wie Microsoft oder Google um eine Vielfaches überflügelt. Doch Facebook will noch mehr Geld.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Jetzt will das Online-Netzwerk an die Börse. (Foto)
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Jetzt will das Online-Netzwerk an die Börse. Bild: dapd

Wann geht Facebook an die Börse?

Am heutigen Mittwoch will Facebook den Börsenprospekt veröffentlichen, der die potenziellen Investoren mit den Geschäftszahlen des Unternehmens vertraut macht. Von der Vorlage des Börsenprospekts bis zum eigentlichen Gang an die Börse kann es aber noch Monate dauern. In dieser Zeit wirbt die Facebook-Führung um Gründer Mark Zuckerberg bei Investoren für ihr Unternehmen. Hilfe erhält Zuckerberg dabei von der US-Investmentbank Morgan Stanley; laut US-Medienberichten steht das Wall-Street-Haus endgültig als federführende Bank fest.

Warum geht Facebook an die Börse?

Grundsätzlich will Facebook Geld verdienen. Der Wert des Unternehmens wird schon seit Längerem sehr hoch eingeschätzt, ein Börsengang spült eine Menge Bares in die Kasse. Davon können neue Investitionen getätigt werden - für einen weiteren Wachstumskurs unabdingbar.

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Außerdem werden Facebook-Gründer wie Marc Zuckerberg und langjährige Unterstützer durch den Börsengang reich, schließlich verkaufen sie Firmenanteile. Zudem bedeutet ein Börsengang natürlich auch einiges an Prestige - Facebook wird auf einen Schlag die neue Nummer eins der börsennotierten Internet-Unternehmen.

Für Google dürfte das ein schwerer Schlag sein. Bisher galt der Suchmaschinenriese als das wertvollste, bekannteste und erfolgreichste Unternehmen des Internetzeitalters. Ein so gigantischer Börsengang, wie ihn Facebook nun anstrebt, dürfte nicht nur am Selbstverständnis von Google rütteln, sondern sendet auch ein klares Signal an Nutzer und Werbekunden.

Wie viel nimmt Facebook durch den Börsengang ein?

Bisher galt der Börsengang von Google als der einträglichste, doch im Vergleich zu Facebook ist er nahezu lächerlich: Facebook peilt einen Ersterlös von fünf Milliarden Dollar an, Google konnte beim Börsengang 2004 nur vergleichsweise geringe 1,7 Milliarden Dollar erlösen. Microsoft generierte beim Börsengang die aus heutiger Sicht lächerliche Summe von 61 Millionen Dollar - allerdings im Jahr 1986, lange vor dem Internet.

Aber auch andere Internet-Unternehmen will Facebook in die Schranken weisen: Börsen-Newcomer wie Zynga, Groupon oder LinkedIn erlösten bei ihren Kapitalgängen allesamt weniger als 1 Milliarde Dollar.

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Wie viel ist Facebook wert?

Der Gesamtwert des Unternehmens ist schon jetzt deutlich höher als die angestrebten Erlöse beim Börsengang: US-Medien gehen davon aus, dass Facebook beim Börsengang mit 75 bis 100 Milliarden Dollar bewertet wird (57 bis 76 Milliarden Euro). Damit würde der Senkrechtstarter vom Firmenwert her in einer Liga mit dem Autokonzern VW oder dem Industriemulti Siemens spielen.

Bei Google lag die Gesamtbewertung beim Börsengang 2004 zusammen mit den Aktien, die bei den Alteigentümern verblieben, bei 23 Milliarden Dollar. Bis heute sind daraus 189 Milliarden Dollar geworden. Facebook-Gründer Marc Zuckerberg hofft auf einen ähnlichen Werdegang. Durch den Handel dürften auch die Aktien - zumindest in den ersten Wochen - ansteigen und einen hohen Gewinn für Anleger und Facebook selbst bedeuten.

Wieso ist Facebook so wertvoll?

Facebook macht seinen Umsatz mit Werbung. Das Clou am «Modell Facebook»: Dadurch, dass Nutzer private Daten freiwillig in ihrem Facebook-Profil speichern, kann das Unternehmen die Werbung möglichst zielgruppenorientiert schalten. Jeder Nutzer bekommt also genau die Produkte angeboten, die ihn laut seinen bei Facebook geposteten Informationen interessieren.

So kann ein Unternehmen genau in seiner Zielgruppe werben. Facebook kann dafür mehr Geld vom Werbekunden verlangen. Deswegen sind die Informationen, die Nutzer über sich veröffentlichen, für Facebook ein sehr großer Schatz. Tag und Nacht werden Interessen, Fotos, Arbeitgeber und Vernetzungen mit anderen Personen ausgewertet, damit Facebook ein möglichst genaues Bild von seinen Usern bekommt.

Wie kann man Aktien kaufen?

Am besten man wartet auf den Börsengang und erwirbt die Aktien im ganz normalen Handel an der Börse. Für ganz Ungeduldige gibt es jedoch schon jetzt Möglichkeiten, sich am Unternehmen Facebook zu beteiligen. Die Investmentbank Goldman Sachs kaufte sich bereits beim sozialen Netzwerk ein. Anleger können nun von der Bank Anteile erwerben und so auf hohe Erlöse beim Börsengang wetten.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Firmenwerte von Ex-Mitarbeitern oder ehemaligen Investoren zu kaufen. Handelsplattformen wie Sharespost oder Second Market bringen private Käufer und Verkäufer zusammen - bei Sharespost werden Facebook-Aktien aktuell mit einem Wert von 89 US-Dollar bewertet. Pro Aktie, versteht sich. Es ist also nicht billig, sich mit Facebook-Anteilen einzudecken. Das ist wenig überraschend, schließlich ist die Nachfrage momentan sehr hoch, das Angebot aber sehr gering: Alle schon vor dem Börsengang verfügbaren Facebook-Aktien stammen aus dem Privatbesitz ehemaliger Investoren oder Privatanleger.

Trotzdem sollen schon Aktien im Wert von mehreren Hundert Millionen Dollar über Second Market gehandelt worden sein - ein Zeichen, wie hoch das soziale Netzwerk momentan bei Investoren im Kurs steht. Dabei lässt die amerikanische Wertpapieraufsicht nur Investoren mit einem Vermögen von mindestens 1 Million Dollar oder einem Einkommen von jährlich 200.000 Dollar zu. Damit fällt ein direktes Investment bei Facebook vor dem Börsengang für die meisten wohl aus.

Eine andere Möglichkeit ist es, in börsennotierte Unternehmen zu investieren, die Facebook-Anteile besitzen. 2007 kaufte zum Beispiel Microsoft 1,6 Prozent des sozialen Netzwerks. Sollten die Facebook-Aktien beim Börsenstart absolut durch die Decke gehen, könnte auch der Aktienkurs von Microsoft steigen - für Besitzer von Microsoft-Anteilen winkt eine Rendite.

mik/news.de/dpa

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Leserkommentare (4) Jetzt Artikel kommentieren
  • OnkelOtto
  • Kommentar 4
  • 02.02.2012 02:55

Facebook. Ein Haufeb Datenmüll, mur für Firmen gut, die ihre Verkaufszahlen erhöhen wollen. Meinen Eintrag habe ich gelöscht. Hörte heute aber, das es nicht gelöscht wird, sondern nur unsichtbar gemacht wird. Na ja, schaun wir mal.

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  • Happy
  • Kommentar 3
  • 01.02.2012 19:45

Facebook ist nichts weiter als eine Garage und eine Idee.Gut das Facebook mit dem FBI Haendchen haelt, denn sonst ware sein Ende aehnlich von Wikileaks oder Megaupload.Irgendwann kommen wir noch in den Knast, weil wir bei Facebook falsche Angaben gemacht haben.

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  • wauf
  • Kommentar 2
  • 01.02.2012 17:55

was für eine kranke welt-eine internetidee ist soviel wert wie ein technologieunternehmen mit tausenden von mitarbeitern-menschen die davon leben-millionen von maschinen,werkzeugen,gebäuden und dingen ,die der wertschöpfung dienen. eine idee kann ganz schnell vergessen oder von einer anderen abgelöst werden. alles gute in der virtuellen welt......

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