Jobs im Dezember Arbeitslosenzahl leicht gestiegen

2,8 Million ohne Job: Aufschwung hält an (Foto)
Knapp 2,8 Millionen sind derzeit ohne Arbeit in Deutschland. Bild: dpa

67.000 Arbeitslose mehr hatte Deutschland im Dezember. Insgesamt sind damit gerade 2.780.000 Menschen ohne Job. Im Vergleich zu 2010 ist die Zahl jedoch gesunken. Aber was wird die Konjunktur 2012 bringen?

Nachdem am Montag bekannt wurde, dass in Deutschland noch nie so viele Menschen in Arbeit waren wie im Jahr 2011 gibt es heute die aktuellen Zahlen vom Arbeitsmarkt. Im Dezember ist ihre Zahl demnach im Vergleich zum Vormonat leicht gestiegen, um 67.000 auf 2.780.000. Das waren 231.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Punkte auf 6,6 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 7,1 Prozent gelegen.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit sei hauptsächlich dem Winterwetter geschuldet, das alljährlich auf dem Bau, in der Landwirtschaft, in Gärtnereien und der Gastronomie vorübergehend zu einem Jobabbau führt, erklären Experten die Zahlen. Nach Abzug jahreszeitlicher Effekte sei die Arbeitslosigkeit zum Jahresende sogar leicht gesunken - und zwar um 10.000 bis 20.000, berichteten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Arbeitsmarkt
Wo es schon jetzt Mindestlöhne gibt

Im Jahresdurchschnitt waren im Jahr 2011 2,976 Millionen Menschen arbeitslos. Das waren 263.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote belief sich durchschnittlich auf 7,1 Prozent. Der Bundesagentur zufolge erreichten Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung im Jahr 2011 den jeweils niedrigsten Stand seit 1991 und die Erwerbstätigkeit den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung.

«Der deutsche Arbeitsmarkt hat sich auch zum Jahresende 2011 positiv entwickelt. Damit können wir auf ein gutes Jahr zurückblicken», sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Frank-Jürgen Weise. Die Arbeitslosigkeit sei deutlich gesunken, Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung seien hingegen kräftig gewachsen, und die Nachfrage nach Arbeitskräften sei das ganze Jahr über sehr hoch gewesen.

Bei Arbeitsmarkt-Prognosen für 2012 sind Experten uneins

Beim Blick aufs Arbeitsmarkt-Jahr 2012 herrscht derweil bei Fachleuten große Unsicherheit. Während einige von ihnen mit einer leichten Konjunkturdelle mit vorübergehend steigenden Arbeitslosenzahlen in der ersten Jahreshälfte 2012 rechnen, sehen andere bereits eine deutliche Auflockerung am Konjunkturhimmel.

Zu den Optimisten gehört etwa Allianz-Volkswirt Rolf Schneider. Der Experte rechnet für das Jahr 2012 mit einem Wirtschaftswachstum von einem Prozent - und ist damit deutlich optimistischer als die meisten seiner Kollegen. Er geht davon aus, dass es nach einer kurzen Stagnationsphase 2012 mit dem Arbeitsmarkt schon bald wieder bergauf geht.

Deutsche Bank-Volkswirt Steffen Schneider sieht dagegen eher eine schwindende Bereitschaft von Unternehmen, neue Mitarbeiter einzustellen. Er geht daher davon aus, dass die aktuell leichte Konjunktureintrübung auch auf den Arbeitsmarkt übergreift. «Der Trend ist ziemlich eindeutig: Die Verunsicherung bei den Unternehmen hat zugenommen», ist Schneider überzeugt. Dennoch bleibe die Hoffnung, dass sich der Arbeitsmarkt im zweiten Halbjahr 2012 wieder stabilisiert.

Die Metall- und Elektroindustrie wird nach Einschätzung der Arbeitgeberseite trotz eines erwarteten schwächeren Wachstums die Job-Verluste aus den vergangenen Krisenjahren in diesem Frühjahr aufgeholt haben. Der Beschäftigungszuwachs werde zwar nun schwächer ausfallen. Dennoch könne die Branche «im Frühjahr 2012 bei der Beschäftigung wieder das Vorkrisenniveau erreichen», sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser der Berliner Zeitung.

iwi/ruk/news.de/dpa

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • ingo
  • Kommentar 1
  • 03.01.2012 12:25

mein Optimismus ist riesengroß, es werden so wenig Leute ohne Arbeit sein wie noch nie in den letzten 20 Jahren. Nur mit dem Unterschied der Lohn reicht nicht zum Leben und immer mehr Arbeitnehmer in der s.g. freien Wirtschaft müssen Aufstockung beantragen. "Aber die Wirtschaft brummt" Frohlocken!!! Die Gewinne steigen und dank der Regierung und der Gewerkschaft werden die Löhne weiter stagnieren, natürlich immer mit den Hinweis darauf wie schlecht es der Wirtschaft geht.

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