Beschäftigungsrekord Jubelstimmung am Arbeitsmarkt

Die positiven Zahlen vom Arbeitsmarkt überschlagen sich. Noch nie waren in der Bundesrepublik so viele Menschen in Arbeit wie 2011, 41,04 Millionen. Zudem erreichten die offenen Stellen im Dezember ein Rekordniveau - und die Nettolöhne sollen 2012 steigen.

Nach 2010 gibt es auch 2011 einen Beschäftigungs-Rekord. (Foto)
Nach 2010 gibt es auch 2011 einen Beschäftigungs-Rekord. Bild: dpa

Mit einer dreifachen guten Nachricht startet der Arbeitsmarkt ins neue Jahr: Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland war noch nie so hoch, nie waren so viele Stellen offen wie im Dezember und dazu soll der Nettoverdienst 2012 um bis zu 160 Euro pro Arbeitnehmer steigen.

Das Statistische Bundesamt hat die vorläufige Erwerbstätigenzahl für 2011 veröffentlicht. Erstmals überschreitet sie die Marke von 41 Millionen. Durchschnittlich waren im vergangenen Jahr rund 41,04 Millionen Menschen mit Wohnort in Deutschland in Arbeit.

Damit zeichnet sich eine kontinuierliche Entwicklung ab: Der bisherige Höchststand aus dem Jahr 2010 lag um 535.000 Personen oder 1,3 Prozent unter dem neuen Wert. Spiegel Online zufolge rechnen Experten damit, dass die Zahl im neuen Jahr weiter ansteigt. Allerdings werde die Konjunkturflaute den Zuwachs bremsen.

Arbeitsmarkt: Wo es schon jetzt Mindestlöhne gibt

Trotz des Jubels: Statistiken sind mit Vorsicht zu genießen

Die positive Entwicklung stehe im Zusammenhang mit dem seit zwei Jahren anhaltenden konjunkturellen Aufschwung, erklärten die Statistiker. Sie sei zudem dadurch begünstigt worden, dass die Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2009 trotz des durch die Finanzkrise ausgelösten Einbruchs der Wirtschaftsleistung stabil geblieben war.

Für 2012 sagt das Essener RWI-Institut laut Spiegel Online eine Zahl von 41,24 Millionen Arbeitnehmern, das Ifo aus München 41,27 Millionen voraus. Dass Arbeitsmarktstatistiken beschönigt werden, ist allerdings kein Geheimnis. Erst am 30. Dezember machte die Nachricht die Runde, dass mehr als 100.000 Über-58-Jährige nicht in der Statistik erfasst sind.

Auch Zahl der offenen Stellen auf Rekordniveau

Auch bei den offenen Stellen erreicht die Öffentlichkeit eine Rekordmeldung, diesmal von der Bundesagentur für Arbeit (BA). Trotz kräftiger Anstiege in den Vormonaten hat die Zahl der offenen Stellen in deutschen Betrieben im Dezember noch einmal zugelegt. Die Arbeitskräftenachfrage sei damit am Jahresende 2011 so hoch wie nie zuvor gewesen, teilte die Agentur mit.

Der entsprechende Index lag im Dezember mit 180 Zählern einen Punkt über dem Novemberwert. Im Vergleich zum Dezember 2010 entspricht dies einem Zuwachs von 24 Punkten, berichtete die BA. Inwiefern sich das in den aktuellen Arbeitsmarktzahlen niederschlägt, wird sich am Dienstag zeigen, wenn die Dezemberwerte vorstellt werden.

Minijobs: Arbeiter ohne Lobby

Ein Teil der offenen Stellen sei die Folge der größere Fluktuation auf dem Arbeitsmarkt: Beschäftigte seien derzeit eher bereit, den Job zu wechseln. Nicht immer fänden Betriebe dann gleich eine passende neue Kraft, manche Stellen blieben so länger unbesetzt, was sich in der Statistik entsprechend niederschlage. Zudem meldeten inzwischen mehr Unternehmen als früher ihre freien Stellen der Bundesagentur.

Den größten Arbeitskräftebedarf meldet nach Bundesagentur-Angaben weiterhin die Zeitarbeit; inzwischen stamme jede dritte Stelle aus dieser Branche. Kritiker hatten allerdings in den vergangenen Monaten wiederholt eingewandt, die Zahlen seien verzerrt, weil manche Leiharbeitsunternehmen auf Vorrat - ohne konkreten Bedarf - Kräfte suchten. Die Bundesagentur hat diese Vermutungen nie kommentiert. Darüber hinaus suchen nach BA-Erkenntnissen auch Unternehmen des Groß- und Einzelhandels, Baufirmen, Gastronomie sowie das Gesundheits- und Sozialwesen neue Mitarbeiter.

Netto-Verdienst soll steigen

Bis zu 160 Euro mehr können Arbeitnehmer 2012 unter ihrem Nettoverdienst verbuchen. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung, die einen Wirtschaftswissenschaftler mit der Berechnung beauftragt hat. Demnach summieren sich diverse Änderungen im Steuerrecht zugunsten der Bürger.

Vor allem Arbeitnehmer mit einem Jahresbruttoeinkommen zwischen 24.000 und 66.000 Euro werden demnach profitieren. Bemerkbar mache sich vor allem die Senkung der Rentenversicherungsbeiträge von 19,9 auf 19,6 Prozent des Bruttogehalts.

iwi/sua/news.de/dapd

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Leserkommentare (5) Jetzt Artikel kommentieren
  • Joerg Feix
  • Kommentar 5
  • 12.01.2012 08:30
Antwort auf Kommentar 1

@HPklimbim--100% zu deiner Meinung-schade der Mensch reagiert erst wenn er selbst betroffen oder wenn er in Verzweifelung gerät- ich dachte lange Zeit man sollte die Macht dem Volk geben und bin dabei meine Meinung zu überdenken-Values have changed-Wissen und Bildung wäre heute einfach,dazu die Lust sich eine Meinung zu bilden aber dies sind nur 1-5% der Rest läst sich die Meinung einrieseln schade führt diese doch langfristig zu extremen-Eine Meinung welche involviert in Entscheidungsprozesse, welche entstanden aufgrund von beeinflussung anstatt Realität macht Sie unnötig u.eher gefährlich

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  • laurentius
  • Kommentar 4
  • 05.01.2012 12:54
Antwort auf Kommentar 2

Ich halte mich für eine rational denkenden Menschen und ich glaube all diesen geschönten Statstiken keinen Buchstaben mehr. Politik und Wirtschaf geben Millionen für solche Institute aus die ihnen ein Gefälligkeitszeugnis in Form solcher Lügen ausstellen und das noch dazu von unseren Steuergelden. In anderen Fällen wo das Geld dringend gebraucht wird fängt Bund und diese Schattenregierung zu knausern an. hier läuft doch schon seit 62 Jahren einiges verkehrt und der "Alte" Conny Adenauer hat ja schon mit den Mafiosi der Wirtschaft ganz gut gekungelt. Ist es da ein Wunder wenn seine Nachfahren i

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  • laurentius
  • Kommentar 3
  • 05.01.2012 12:44

Deutschland wird wenn überhaupt die Eurokrise nur sehr glimpflich überstehen. Es liegt aber nicht in meinem persönlichen Interesse eine Währung zu stützen oder darauf zu bauen die sich ausbeuterische Konzerne zur eigenen Bereicherung und zum verarmen der Restbevölkerung beizutragen. Meinerwegen kann der Euro und das ganze System hier vor die Hunde gehen. Wer nichts hat, hat auch nichts verloren. Wer Millionen gehortet hat und vom System deswegen anhängig verlert sehr viel bis alles. Kapitalismus war noch nie fair und verdient auch keine Rücksicht.

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