Verbraucher Was 2012 vom Gehalt übrig bleibt

Deutschland trotzte im abgelaufenen Jahr noch der Eurokrise. Auch der Bundesfinanzminister nahm mehr ein. Im Gegenzug wurden die Steuerzahler entlastet. Doch wie viel Geld mehr bleibt ihnen tatsächlich im Portemonnaie?

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Was 2012 vom Gehalt übrig bleibt Bild: dpa

Berlin (dpa) - Deutschland trotzte im abgelaufenen Jahr noch der Eurokrise. Auch der Bundesfinanzminister nahm mehr ein. Im Gegenzug wurden die Steuerzahler entlastet. Doch wie viel Geld mehr bleibt ihnen tatsächlich im Portemonnaie?

Die Steuerentlastungen werden viele Verbraucher im kommenden Jahr positiv im Geldbeutel spüren. Unterm Strich können sich die Bundesbürger auf bis zu 124 Euro mehr Geld freuen. Vor allem Bezieher der unteren und mittleren Einkommen ohne Kinder werden die Erleichterungen bemerken. Für Familien mit Kindern bedeutet es nur eine deutliche Entlastung bei mittleren Einkommen, geht aus Berechnungen des Bund der Steuerzahler hervor. Entlastet werden aber auch Alleinstehende mit einem Kind.

Steuern: Quasi als Gegenleistung für höhere Einnahmen des Fiskus gibt es zum Jahreswechsel Steuererleichterungen. So steigt die Werbungskosten-Pauschale für Berufstätige von 920 auf 1000 Euro. Diesen Betrag zieht das Finanzamt von den Einkünften ab, ohne dass Arbeitnehmer ihre Ausgaben - etwa für Fachliteratur oder Berufsbekleidung - einzeln belegen müssen, erläutert die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Altersvorsorge: Die Einzahlungen in die private Altersvorsorge werden stärker gefördert und der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung sinkt.

Hartz IV: Mehr Geld gibt es für Hartz-IV-Empfänger. Der Regelsatz für Hartz-IV-Singles steigt um 10 auf 374 Euro. In Paar-Haushalten steigt der Hartz-IV-Satz um jeweils 9 auf 337 Euro. Bei Kleinkindern bis fünf Jahre gibt es ein Plus von 4 auf 219 Euro.

Pflege und Betreuung: Bei Pflegebedürftigen, die zu Hause ambulant versorgt werden, steigt der Pflegesatz abhängig von der Pflegestufe zwischen 10 und 60 Euro im Monat. Bei Heimbetreuung bleiben die Pflegesätze für die Pflegestufen I und II unverändert, in der Stufe II und für Härtefälle werden künftig zwischen 40 und 93 Euro mehr bezahlt. Eltern können künftig auch die Betreuungskosten für den Nachwuchs absetzen. Studenten und Auszubildende können unbeschränkt verdienen - ohne Auswirkungen auf Kindergeld und Kinderfreibetrag.

Rente und Zahnarzt: Die Beschäftigten müssen höhere Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung verkraften, außerdem verschiebt sich das Renteneintrittsalter erstmals um einen Monat in Richtung Rente mit 67. Immobilienkäufer werden in einigen Bundesländern stärker zur Kasse gebeten. Weiter steigende Kosten für Strom, Heizung und Benzin könnten zudem die positiven Effekte im Portemonnaie zusätzlich wieder zunichte machen. Auch der Besuch beim Zahnarzt könnte teurer werden. Kassenpatienten müssen für Kronen, Brücken und Prothesen künftig mehr ausgeben.

Rechenbeispiel - Familie: Nach Berechnungen der Steuerexperten wird im kommenden Jahr eine Familie mit zwei Kindern bei einem monatlichen Bruttoeinkommen von 3750 Euro im Jahr gut 96 Euro mehr in der Tasche haben. Bei einem Bruttoverdienst von 1500 Euro sind es hingegen nur 27 Euro, bei einem Spitzenverdienst von 5800 Euro nur noch 1,20 Euro.

Rechenbeispiel - Singles und Kinderlose: Deutlich mehr werden kinderlose und unverheiratete Arbeitnehmer die Steuerentlastung zu spüren bekommen. So bedeutet es bei einem mittleren Monatsbruttoeinkommen von 3750 Euro ein Plus von gut 124 Euro im Geldbeutel. Beim Monatsverdienst von 1500 Euro sind es noch 67,68 Euro mehr und bei einem Spitzensatz von 5800 Euro macht die Entlastung noch 47,16 Euro aus.

Rechenbeispiel - Unverheiratete mit Kind: Auch unverheiratete Arbeitnehmer mit nur einem Kind können sich über mehr Geld im neuen Jahr freuen. Den Berechnungen des Bundes der Steuerzahler zufolge dürfte es bei einem monatlichen Brutto von 3750 Euro eine Entlastung von 123,12 Euro sein. Bei einem Monatsverdienst von 1500 Euro sind es hingegen nur noch 58,92 Euro und bei 5800 Euro im Monat nur noch ein Jahresplus von 48,48 Euro.

news.de/dpa

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