Nokia Siemens Networks 17.000 Jobs werden gestrichen

Der internationale Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks baut massiv Stellen ab - 17.000 Angestellte sollen in zwei Jahren fliegen. Auch in Deutschland werden tausende Kündigungen erwartet.

Nokia Siemens Networks (Foto)
Auch ihr Job ist jetzt in Gefahr: Mitarbeiter des Netzwerk-Ausrüsters Nokia Siemens Networks. Bild: dpa

Der schwächelnde Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks will 17.000 Arbeitsplätze streichen - nahezu jeden vierten Job. Auch tausende Jobs in Deutschland werden voraussichtlich betroffen sein - laut informierten Branchenbeobachtern könnte es um mehr als ein Drittel der zuletzt gut 9000 Stellen gehen. Weltweit hatte Nokia Siemens Networks (NSN) zuletzt rund 74.000 Beschäftigte.

Die IG Metall rechnet damit, dass in Deutschland tausende Arbeitsplätze betroffen sein werden. «Die neuerlichen Abbaupläne sind eine Kampfansage an die Belegschaft», kritisierte der NSN-Beauftragte der Gewerkschaft, Michael Leppek. Die IG Metall werde diesen Plänen nicht tatenlos zusehen. Seit dem Start von NSN im April 2007 seien in Deutschland bereits mehr als 5000 Arbeitsplätze abgebaut worden - über Aufhebungsverträge, Ausgliederungen und zuletzt sogar über betriebsbedingte Kündigungen.

Das NSN-Geschäft werde komplett auf schnelle mobile Internet-Netze ausgerichtet, kündigte das Gemeinschaftsunternehmen von Nokia und Siemens am Mittwoch an. Andere Unternehmensbereiche wie etwa das Festnetz-Geschäft werden entsprechend weichen müssen. Die jährlichen Ausgaben sollen bis Ende 2013 um eine Milliarde Euro gekappt werden. Bis dahin soll auch der Abbau der 17.000 Jobs abgeschlossen sein.

NSN bleibt in Europa

Angaben zu den betroffenen Ländern soll es erst im Zuge des Umbaus geben. Derzeit könnten dazu keine Details genannt werden, hieß es in einer Telefonkonferenz. Man müsse erst Verhandlungen mit den direkt Betroffenen führen. Dennoch: «NSN ist ein europäisches Unternehmen. Wir rechnen damit, dass dies in den kommenden Jahren auch so bleibt.»

NSN hatte Siemens und Nokia in den vergangenen Jahren hohe Verluste eingebracht und kämpft mit einem starken Wettbewerb in der Branche. Unter anderem Rivalen aus China wie Huawei werden immer stärker und bringen die Preise unter Druck. Der schwedische Konkurrent Ericsson hält fest die Spitzenposition in der Branche.

Erst im September mussten Nokia und Siemens eine Milliarde Euro in das Unternehmen einschießen. Ein Versuch, NSN zu verkaufen, wurde im Sommer aufgegeben. In der Vergangenheit gab es immer wieder Berichte, wonach Nokia und Siemens einen Ausstieg aus dem Joint-Venture erwägt hätten. Auch ein Börsengang wurde dabei immer wieder als mögliches Szenario genannt.

Die Zukunft der Industrie liege in mobilen Breitband-Netzen und -Diensten - «und wir wollen in diesen Bereichen unumstritten führend sein», erklärte NSN-Chef Rajeev Nuri. Zugleich müsse man Schritte ergreifen, um konkurrenzfähiger und profitabler zu werden. «Diese geplanten Einschnitte sind bedauerlich, aber notwendig.» Von den Sparmaßnahmen sollen alle möglichen Bereiche betroffen sein, wie etwa Einkauf, Immobilien oder IT-Versorgung.

sua/cvd/news.de/dpa

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