Schadensersatz Porsche drohen Klagen in Milliardenhöhe

Porsche AG (Foto)
Porsche-Mitarbeiter in der neuen Lackiererei der Porsche AG in Stuttgart. Bild: dapd

Die Klagewelle gegen Porsche ebbt nicht ab. Nun will eine Frankfurter Kanzlei vor Gericht ziehen. Das Unternehmen habe die Investoren falsch informiert. Der Autobauer sieht sich damit Forderungen in Milliardenhöhe gegenüber - sie bedrohen die Fusion mit VW.

Eine Frankfurter Kanzlei bereitet eine weitere Klage gegen Porsche mit einem Streitwert von fast 100 Millionen Euro vor. Porsche habe den Kapitalmarkt im Zusammenhang mit der gescheiterten Übernahme von Volkswagen anders als vom Aktienrecht vorgesehen nicht «schnell, umfassend und vor allem wahrheitsgemäß» informiert, sagte der Kapitalmarktrechtler Klaus Nieding von der Kanzlei Nieding + Barth in Frankfurt am Main. Die Kanzlei vertrete drei ausländische Investoren.

«Viele Investoren haben ihre Entscheidungen auf Basis der falschen Informationslage getroffen und deshalb immense Schäden erlitten», sagte Nieding. Die Chancen auf Schadenersatz stehen seiner Ansicht nach gut. Die Klage liege derzeit den Mandanten zur Abstimmung vor und soll noch im Oktober beim Landgericht Stuttgart eingereicht werden.

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Erst vor zwei Wochen hatte die Kanzlei CLLB aus München eine Milliarden-Klage gegen VW und Porsche beim Landgericht Braunschweig eingereicht. Ebenfalls vor dem Landgericht Stuttgart ist eine Klage mit einem Streitwert von 3,1 Millionen Euro anhängig. Eine Entscheidung dazu wird nicht vor 2012 erwartet.

Getäuscht und belogen?

Eine Gruppe von Investmentfonds klagt zudem vor einem Bundesgericht in New York gegen die Porsche Automobil Holding sowie den früheren Vorstandsvorsitzenden Wendelin Wiedeking und Finanzvorstand Holger Härter. Sie werfen Porsche vor, im Zuge der versuchten Übernahme von Volkswagen die Investoren getäuscht und belogen zu haben und fordern Schadenersatz für entstandene Verluste von mehr als zwei Milliarden Dollar. Die Klage wurde in erster Instanz abgewiesen.

Vor zwei Wochen hatten VW und Porsche die eigentlich für dieses Jahr vorgesehene Fusion verschoben, weil mehrere anhängige Klagen gegen Porsche ein zu großes rechtliches Risiko darstellen.

kra/ham/news.de/dapd

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