Eurokrise Moody's straft Frankreichs Banken ab

Moody's stuft französische Banken ab (Foto)
Die Ratingagentur Moody's hat das Ranking der französischen Großbank Société Générale herabgestuft.  Bild: dpa

Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit von zwei französischen Großbanken gesenkt. Die Zahlungsfähigkeit sei nicht länger gesichert, hieß es zur Begründung. Schuld daran ist Pleitekandidat Griechenland.

Die Ratingagentur Moody's hat das Ranking von zwei der drei französischen Großbanken wie erwartet herabgestuft. Die Agentur senkte die Einstufung für die Credit Agricole und Société Générale um je eine Stufe, verzichtete aber beim Marktführer BNP Paribas erst einmal auf diesen Schritt. Bei der BNP wurde die Frist für die Überprüfung verlängert. Dabei sei eine Abstufung um mehr als eine Note unwahrscheinlich, hieß es.

Moody's betonte allerdings, die französischen Großbanken BNP Paribas, Credit Agricole und Société Générale seien größtenteils ausreichend auf mögliche Zahlungsausfälle der hoch verschuldeten Eurozonenstaaten vorbereitet. In den vergangenen Tagen waren die Aktienkurse der drei Banken teils dramatisch eingebrochen.

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Am Aktienmarkt war bereits seit Anfang der Woche auf die Abstufung der Institute durch Moody's gewettet worden. Insofern könnte sich die Nachricht vor allem bei BNP positiv auswirken. Zumal die größte französische Bank zudem ankündigte, die Risiken vor allem im US-Geschäft zurückfahren zu wollen. Die BNP betonte dabei außerdem erneut, dass ihr Engagement in den hoch verschuldeten Eurozonen-Staaten handhabbar sei.

Auch Spanien muss wieder zittern

Die Experten von Moody's stimmten hier überein: Gemessen an ihrer Profitabilität und Kapitalbasis sei die Bank ausreichend auf mögliche Probleme aus ihren Investitionen in Papiere der Länder Griechenland, Irland und Portugal vorbereitet.

Etwas kritischer waren die Experten bei der Credit Agricole und Société Générale. Hier senkten sie wegen des Engagements in Griechenland ihre Einstufung für die langfristige Zahlungsfähigkeit um eine Stufe auf «Aa2» beziehungsweise auf «Aa3». Zudem überprüft die Ratingagentur wegen der aktuell angeschlagenen Verfassung der Finanzmärkte und der starken Ausschläge der Aktienkurse eine weitere Abstufung der Note.

Unterdessen zittert auch Spanien wieder: Die Gefahr einer erneuten Herabstufung der Kreditwürdigkeit durch Fitch ist nach Aussage der Ratingagentur gestiegen. Das Wirtschaftswachstum des Eurozonenlandes habe sich verlangsamt, und in den Regionen seien die Sparziele nicht erreicht worden, sagte der Leiter der Kreditbewertung bei Fitch, Douglas Renwick, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Bloomberg in einem Telefon-Interview. Die Daten aus den Regionen Spaniens hätten den Druck auf die Zentralregierung zur Umsetzung weiterer notwendiger Sparmaßnahmen erhöht.

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Derzeit wird Spanien von Fitch mit der Bewertung «AA+» und damit mit der zweitbesten Note der Agentur eingestuft. Der Ausblick ist «negativ», was eine künftige Herabstufung in Aussicht stellt. Das zuletzt schwächere Wirtschaftswachstum, ein Verfehlen der Sparziele oder ein unerwartet hoher staatlicher Anteil an der Rettung der Bankenbranche könnten «klare Auslöser» für eine Kreditbewertung sein, sagte Renwick weiter.

eia/san/news.de/dpa

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