Wohnen Aus für 60-Watt-Birne: So geht's ohne sie weiter

Jetzt ist Schluss: Ab 1. September darf die gefragte 60-Watt-Birnen nicht mehr hergestellt und vertrieben werden. Die EU-Vorschrift soll Strom sparen, bringt aber auch Probleme mit sich. Doch lebt es sich ohne die Lampe? Die wichtigsten Fakten im Überblick:

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Aus für 60-Watt-Birne: So geht's ohne sie weiter Bild: dpa

Berlin (dpa) - Jetzt ist Schluss: Ab 1. September darf die gefragte 60-Watt-Birnen nicht mehr hergestellt und vertrieben werden. Die EU-Vorschrift soll Strom sparen, bringt aber auch Probleme mit sich. Doch lebt es sich ohne die Lampe? Die wichtigsten Fakten im Überblick:

Für welche Glühbirnen gelten die Regelungen?

Seit September 2009 gilt das Verbot für herkömmliche Mattglas-Glühbirnen und Glühbirnen mit einer Leistung von 100 Watt. Ein Jahr später folgten Birnen mit mehr als 60 Watt, nun solche mit mehr als 40 Watt. Und im September 2012 sind dann Standard-Glühlampen mit einer Leistung von mehr als 10 Watt dran. Von 2016 an ist auch ein Großteil der Halogenlampen betroffen, die nicht so sparsam wie Leuchtstofflampen sind.

Was sollen die EU-Regeln von 2009 bewirken?

Herkömmliche Glühbirnen gelten als Stromfresser. Sie wandeln nur etwa fünf Prozent der aufgenommenen Energie in Licht um, der Rest wird als Wärme abgegeben. Die Bürger sollen deshalb zur Beleuchtung ihrer Wohnungen auf Leuchtstoff- oder LED-Lampen umsteigen. Mit der Verordnung werden keine Lampenarten verboten, sondern Anforderungen an Effizienz und Tauglichkeit aufgestellt. Da herkömmliche Lampen diesen Anforderungen nicht entsprechen, müssen sie aber schrittweise vom Markt verschwinden.

Wie viel weniger Strom brauchen Energiesparlampen?

Sie wandeln nach Angaben des Umweltbundesamtes etwa 25 Prozent der Energie in Licht um und haben damit eine viel größere Ausbeute als herkömmliche Glühbirnen. Das Einsparvolumen beim Strom wird auf rund drei Viertel geschätzt. Laut Stiftung Warentest spart eine dreiköpfige Familie durch den Umstieg auf Energiesparlampen rund 150 Euro Stromkosten pro Jahr, ein Single 60 Euro. Beim Austausch aller Lampen in privatem Gebrauch würde sich auch der jährliche Ausstoß von Kohlendioxid in Deutschland um rund vier Millionen Tonnen verringern. Kritiker bemängeln jedoch, es gebe keinen echten Klimaschutzeffekt. Außerdem würde sich der Umstieg für viele Haushalte nicht rechnen.

Muss ich alle Standard-Glühbirnen jetzt wegwerfen?

Nein. Alle Lampen können weiter verwendet werden und Restbestände noch verkauft werden. Die EU-Verordnung regelt nur, was künftig in den Handel gebracht werden darf. «In Deutschland wird tatsächlich etwas gehamstert, aber in anderen europäischen Ländern ist das Gegenteil der Fall», sagt eine Sprecherin des Leuchtmittelherstellers Osram. Allerdings sei seit einigen Jahren auch hierzulande eindeutig ein Trend zu energiesparenden Leuchten festzustellen. «Die Nachfrage nach LED wird weiter steigen und dann sinken auch die Preise», ist die Sprecherin sicher. LED ist die sozusagen die nächste Generation, aber derzeit noch deutlich teurer als die normalen Energiesparbirnen.

Gibt es Umweltprobleme mit den neuen Leuchten?

Ja, denn sie enthalten giftiges Quecksilber und dürfen deshalb nicht in den Hausmüll. Mittlerweile gibt es aber ein bundesweit flächendeckendes Netz von mehr als 6 000 Sammelstellen, an denen Verbraucher ihre ausgedienten LED- und Energiesparlampen abgeben können - teils bei kommunalen Wertstoffhöfen oder Schadstoff-Mobilen, teils auch im Handel und bei Handwerkern. Die jeweils nächste Sammelstelle ist beispielsweise über die Webadresse www.lightcycle.de und die Eingabe der Postleitzahl zu ermitteln. Die Stiftung Warentest fordert darüber hinaus eine gesetzliche Verpflichtung zur Rücknahme.

Wie erkennt man, welche Energiesparlampe die richtige ist?

Die Hersteller geben auf den Packungen den Stromverbrauch, die Lebensdauer, die Zeit, bis die Lampe leuchtet, die Umrechnung zur alten Wattzahl und die Wärme des Lichts an. Die Lebensdauer von Energiesparlampen variiert je nach Qualität und Preis nach Expertenschätzungen zwischen 1500 und 15 000 Stunden. Häufiges Ein- und Ausschalten kann sie verkürzen. Eine klassische Glühbirne hält meist nur 1000 Stunden.

Wie funktionieren Glühbirnen und wie die neuen Lampen?

In klassischen Glühbirnen wird ein Glühfaden aus Wolfram mit Strom so stark erhitzt, dass er Licht abgibt. Ein Gasgemisch im Glaskolben verhindert das Schmelzen des Fadens. Energiesparende Leuchtstofflampen sind mit einem elektrisch leitenden Gas gefüllt, ihre Innenseite ist mit einem Leuchtstoff beschichtet - wie eine winzige Neonröhre. Andere Varianten sind Halogenlampen (mit Glühdraht) und Leuchtdioden (LED), also Halbleiter, die leuchten, wenn Strom durch sie fließt.

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news.de/dpa

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