Von Andrej Sokolow und Daniel Schnettler
Er ist das Gesicht und der Kopf hinter iPhone, iPod und iPad. Steve Jobs veränderte die Welt, er zog Apple aus dem Staub zu den Sternen. Jetzt wird Apple ohne ihn auskommen müssen: Er ist als Chef zurückgetreten.
Apple ohne Steve Jobs? Kann man sich eigentlich kaum vorstellen. Auch sichtlich angeschlagen stellte der Firmengründer noch Schlüssel-Produkte wie das iPad 2 und das nächste iPhone-Betriebssystem selbst vor und präsentierte auch die Vision von der futuristischen neuen Apple-Zentrale.
An die krankheitsbedingten Auszeiten des charismatischen Konzernlenkers hatten sich alle gewöhnt - schließlich lief das Geschäft auch unter der Regie seines Stellvertreters Tim Cook stets prächtig. Allerdings wirkte Steve Jobs nie wie ein Mann, der loslassen kann. Investoren und Apple-Fans wussten stets: Im Hintergrund ist der Steve immer noch da, zieht die Fäden und kümmert sich notfalls selbst um jedes noch so kleine Detail. Am Mittwoch erinnerte Jobs selbst daran, dass das nicht immer so bleiben wird.
Der 56-Jährige gab den Chefposten offiziell an Cook ab und zog sich in die Spitze des Verwaltungsrates zurück. Ihm sei klargeworden, dass er nicht mehr in der Lage sei, dem Job eines Konzernchefs gerecht zu werden, stellte er traurig fest.
Apple-Aktien sacken ab
Die Apple-Aktie sackte nach der knappen Mitteilung nachbörslich um fünf Prozent ab. Die Investoren machen sich Sorgen: Denn auch wenn sich Jobs bereits weitgehend aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen hat, gilt er nach wie vor als geistiger Vater und Garant des aktuellen Apple-Siegeszugs. Jobs steckte als Firmenchef hinter den genialen Ideen, die von vielen Rivalen kopiert, deren Erfolg aber nie erreicht wurde. Millionen Menschen schreiben ihre E-Mails auf ihrem iPhone-Handy, hören Musik über ihren iPod-Spieler oder surfen im Web mit ihrem iPad-Tablet.
Nur wenige Zeilen lang ist der Brief, den Jobs am späten Mittwoch an seine Weggefährten bei Apple schrieb: «Ich habe immer gesagt, wenn jemals der Tag kommt, an dem ich nicht länger meine Pflichten als Apples CEO erfüllen kann, werde ich es euch wissen lassen. Leider ist der Tag da. Ich trete hiermit als Chef von Apple zurück.» Jahrelange schwere Krankheiten liegen hinter dem 56-Jährigen - er hatte gegen einen Tumor gekämpft und eine neue Leber bekommen. Im Januar hatte er sein Arbeitspensum erneut reduziert, um seine Gesundheit zu schonen, und das Tagesgeschäft an Cook abgegeben. Es ist unklar, was ihm fehlt. Zuletzt wirkte er sehr dünn.
Der Rücktritt sei nicht als Hinweis auf eine plötzliche Verschlechterung von Jobs' Gesundheitszustand zu sehen, sagte ein Vertrauter der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Jobs habe den Mittwoch in der Apple-Zentrale verbracht und an einer regulären Sitzung des Verwaltungsrates teilgenommen. In den vergangenen Wochen aber sei er an sein Haus gebunden gewesen und er fühle sich schwach.
Es liegt eine Karriere hinter Jobs, die ihresgleichen sucht. Jobs hatte Apple 1976 zusammen mit Steve Wozniak als Computerhersteller gegründet. Erschwingliche Rechner waren rar, Jobs und Wozniak erkannten ihre Chance. Der spätere Mac-Computer erreichte Kultstatus, doch nach dem Aufstieg folgte der tiefe Fall. Missmanagement und die starke Konkurrenz durch den Windows-PC führten Apple an den Rand des Ruins.
Jobs kommt zurück - und zieht Apple aus dem Dreck
Jobs, der 1985 im Streit bei Apple ausgeschieden war, kehrte 1997 an die Firmenspitze zurück und drehte das Ruder in letzter Sekunde herum. «Wir waren damals nur 90 Tage von einem Konkurs entfernt», erinnerte sich Jobs später. Er verbesserte die Software der Mac-Computer und verpasste ihnen ein ansehnliches Äußeres - die Bedienbarkeit und das Design sollten von da an zum Markenzeichen und zum Erfolgsgaranten von Apple werden.
Doch Jobs wollte mehr als Computer verkaufen, er suchte nach neuen Spielwiesen. Ab 2001 krempelte er mit dem iPod und dem Onlineladen iTunes die gesamte Musikindustrie um. 2007 folgte mit dem iPhone der Vorstoß ins Handygeschäft - wieder setzte Jobs Trends, indem er auf eine Tastatur verzichtete und stattdessen einen berührungsempfindlichen Bildschirm einbauen ließ. Quasi über Nacht rollte Apple den Markt auf und leitete den Niedergang des Handy-Weltmarktführers Nokia ein.
Sein bisher letzter Coup gelang Jobs im Jahr 2010 mit dem iPad, das den lange belächelten Tablet-Computern zum Durchbruch verhalf. Zuletzt verkaufte Apple binnen dreier Monate 20,3 Millionen iPhones, fast 9,3 Millionen iPads, 7,5 Millionen iPods und annähernd 4 Millionen Mac-Rechner. Insgesamt verdiente der Konzern unglaubliche 7,3 Milliarden Dollar. Apple stieg kurzzeitig sogar zum wertvollsten Unternehmen der Welt auf.
«Ich glaube, die leuchtendsten und innovativsten Tage liegen noch vor Apple», schrieb Jobs zum Abschied als Firmenchef. Nun führt der langjährige Vertraute Tim Cook den Konzern. Als Vorsitzender des mächtigen Verwaltungsrats wacht Jobs vorerst aber auch weiterhin über sein Vermächtnis.
cvd/kra/news.de/dpa
Ja, da ist schon wahres drin, der Hr. Jobs ist eine außergewöhnliche Person, und es wir auch bleiben, denn Visionär zu sein ist etwas was man nicht erlernen kann, alle die jetzt kommen und kommen werden, werden das Schiff Apple nur lenken aber Steuern das ist was anderes. Gebe den Unternehmen etwa 10 Jahren und dann ist das auch Geschichte, siehe HP, die Führung hatte alles gesetzt damals den Namen für die PC-Sparte zu erhalten und die Große Messgerätesparte ist dann mit einem komischen Namen abgeschoben worden, tja ... Visionäre, wenn man so was schulen könnte, das wäre was!
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