Arbeitsmarkt Jeder zweite neue Job ist Zeitarbeit

Leiharbeiter sind zu einem großen Teil für den Aufschwung am Arbeitsmarkt verantwortlich. (Foto)
Leiharbeiter sind zu einem großen Teil für den Aufschwung am Arbeitsmarkt verantwortlich. Bild: dpa

In Deutschland gibt es so viele Zeitarbeiter wie noch nie. Mehr als jeder zweite Job ensteht in dieser Branche. Die Zahl der regulären Arbeitsplätze wächst dagegen nur langsam.

Es waren vor allem Zeitarbeit und befristete Jobs, die im vergangenen Jahr den deutschen Arbeitsmarkt beflügelt haben. Die sogenannte atypische Beschäftigung trug zu gut 75 Prozent zum Wachstum auf dem Arbeitsmarkt bei, teilte das Statistische Bundesamt mit: Die Zahl der Minijobber, Teilzeitbeschäftigten, Menschen mit befristeten Jobs oder in Zeitarbeit stieg um 243.000 auf 7,84 Millionen. Insgesamt erhöhte sich die Zahl der abhängig Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr um 322.000 auf 30,9 Millionen.

Den größten Zuwachs gab es mit 182.000 Beschäftigten oder 32,5 Prozent bei den Zeitarbeitern. Diese Jobs trugen zu 57 Prozent zum Beschäftigungswachstum 2010 bei. Insgesamt wächst die sogenannte atypische Beschäftigung damit stärker als die Normalarbeit. Im Vergleich zu 2008 nahm die atypische Beschäftigung um 1,5 Prozent zu, die der Normalarbeitsverhältnisse hingegen nur um 0,6 Prozent.

Minijobs
Arbeiter ohne Lobby

Zeitarbeiter als Krisenpuffer

Im Krisenjahr 2009 war die Zahl der atypisch Beschäftigten im Vergleich noch deutlich gesunken. Dieser Rückgang sei mittlerweile mehr als ausgeglichen, erklärten die Statistiker. Viele Unternehmen nutzten in der Krise vor allem Zeitarbeit und befristete Beschäftigung, um auf den Konjunktureinbruch zu reagieren. Vor allem Zeitarbeiter verloren ihre Jobs. Ihre Zahl sank 2009 um 8,5 Prozent.

Von den 742.000 Zeitarbeitern im Jahr 2010 waren gut zwei Drittel in einer unbefristeten, sozialversicherungspflichtigen Anstellung und arbeiteten mindestens 21 Stunden pro Woche.

Nach wie vor arbeiten deutlich mehr Frauen (5,5 Millionen) als Männer (2,3 Millionen) in atypischen Beschäftigungsverhältnissen. Die Frauen holen allerdings auf: Im vergangenen Jahr hatten 9,32 Millionen Frauen einen «normalen» Job, 122.000 mehr als 2009. Die Zahl der Männer in Normalbeschäftigung sank dagegen um 44.000, die atypische Beschäftigung stieg um 171.000.

san/kra/news.de/dapd/dpa

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • gooni
  • Kommentar 1
  • 08.08.2011 13:03

hier wird sich leider nichts ändern, da ja nur auf dieser geschönten Form der Ausbeutung die guten Arbeitsmarktzahlen zustandekommen.

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