Facebook Der Wahnsinn in Aktien

Facebook strebt Rekord-Börsengang an (Foto)
Facebook-Gründer Facebook Mark Zuckerberg hat der derzeit gut lachen. Bild: dapd

Der Börsengang naht: Facebook beflügelt die Phantasie vieler Anleger. Innerhalb von nur wenigen Wochen hat sich die Bewertung des Unternehmens verdoppelt. Es soll jetzt mehr wert sein als Deutsche Bank, Deutsche Post und Lufthansa zusammen.

Facebook wird nach US-Medienberichten bereits im ersten Quartal des kommenden Jahres an die Börse gehen. Das soziale Netzwerk strebe dabei eine Bewertung von rund 100 Milliarden Dollar an, berichtete der US-Fernsehsender CNBC unter Berufung auf informierte Kreise. Das Unternehmen wollte sich laut dem Sender nicht zu den Spekulationen äußern.

Eine Bewertung von 100 Milliarden Dollar würde Facebook auf einen Schlag in den Olymp der US-Unternehmen katapultieren. Es wäre eine rasante Verteuerung und entspräche einem Wert, den nicht einmal die Deutsche Bank, die Deutsche Post und die Lufthansa erreichen - zusammen, wohl gemerkt. Zuletzt war für das Soziale Netzwerk anhand der Geschäfte auf dem Zweitmarkt für Mitarbeiteraktien mit einem Wert von 85 Milliarden Dollar kalkuliert worden.

Facebook-Imperium
Das Netzwerk hinter dem Netzwerk

Im Januar noch soll Facebook frische Investorengelder mit einer Bewertung von 50 Milliarden Dollar hereingeholt haben. Der mögliche Börsengang der Online-Plattform mit seinen weltweit mehr als 500 Millionen Nutzern ist seit Monaten Thema. Facebook selbst hatte den Schritt erst im Mai als unausweichlich bezeichnet.

Keine Eile beim Gründer

Im vergangenen Monat hatte bereits das soziale Netzwerk LinkedIn den Schritt gewagt und zugleich den besten Börsenstart seit Google hingelegt: Schon vor dem ersten Handelstag stürzten sich Großinvestoren etlicher Fonds auf die Papiere. Im freien Handel sprang die Aktie dann binnen eines Tages von 83 Dollar auf 109,55 Dollar. Der Börsenwert von LinkedIn betrug so mehr als 4,3 Milliarden Dollar. Nur Google hatte als ein amerikanisches Internetunternehmen vom Start weg mehr Kapital angezogen.

Netzwerk-Tools
Grenzenloses Facebook

Facebook hatte von Januar bis Ende September 2010 einen Gewinn von 355 Millionen Dollar erwirtschaftet. Der Umsatz belief sich auf 1,2 Milliarden Dollar. Wie die Online-Suchmaschine Google verdient Facebook das meiste Geld mit Werbung. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hatte es bisher nicht eilig gehabt, sein Unternehmen an die Börse zu bringen. Das Netzwerk hat genug Investorengelder und muss im Gegensatz zu börsennotierten Firmen nicht jedes Quartal seine Zahlen vorlegen.

Berichte über rückläufige Nutzungszahlen in den USA

Allerdings dürfte der Gang an die Börse nach US-Regeln unausweichlich sein: Facebook wird voraussichtlich in diesem Jahr die Marke von 500 Anteilseignern übersteigen. Damit würden öffentliche Quartalsberichte Pflicht. Und wenn man schon seine Zahlen offenlegen muss, kann man genauso gut auch den Geldregen einer Aktienplatzierung mitnehmen, wird für gewöhnlich die Gedankenkette hinter dem erwarteten Börsengang beschrieben. Schließlich hatte auch die Managerin Sheryl Sandberg, die bei Facebook für das operative Geschäft zuständig ist, einen Gang an die Börse als «unvermeidlich» beschrieben.

Dass nicht alles Gold ist, was glänzt, zeigt sich derweil in einigen Branchenanalysen. So soll in den USA die Nutzung von Facebook im Mai erstmals rückläufig gewesen sein, zitiert das Blog Insidefacebook eine Analyse der Nutzungsdaten. Demnach wachse das Soziale Netzwerk weltweit ungebremst weiter, in großen Märkten wie eben den USA, Kanada oder Großbritannien deute sich allerdings an, dass neue Rekorde nicht mehr selbstverständlich sind.

ruk/eia/news.de/dapd/dpa

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • ZurInfo
  • Kommentar 2
  • 14.06.2011 12:45

Wie viel wird das Unternehmen noch wert sein, wenn es einen Strom-Black-out gibt? Wie kann so ein Unternehmen mit nur Werten an "Nutzern" so viel Wert sein? Was ist so Wertvoll an den "Nutzern"? Sind es gar die Informationen über den Nutzer, die so wertvoll sind? Wie viel wert ist dann ein Nutzer noch, wenn der nicht mehr so viel von sich PREISGEBEN will? Fragen über Fragen.

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  • Heinz Butz
  • Kommentar 1
  • 14.06.2011 12:35

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