Finanzkrise Deutsche Bank trägt Mitschuld

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Finanzkrise: Deutsche Bank am Pranger. Bild: dpa

Schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Bank: Ein Untersuchungsbericht des US-Senats deckt die Mitschuld des Frankfurter Geldhauses an der Finanzkrise auf. Senator Carl Levin spricht von einer «Schlangengrube voller Gier».

Die Deutsche Bank muss sich in den USA heftige Kritik an ihren Hypothekengeschäften gefallen lassen. Ein Ausschuss des Senats wirft dem Frankfurter Geldhaus vor, mit seinem Verhalten die Finanzkrise befeuert zu haben. Konkret soll die Deutsche Bank wissentlich dabei mitgemacht haben, problematische Hauskredite zu Wertpapieren gebündelt und an Investoren verkauft zu haben. Derlei Schrottpapiere brachten die gesamte Finanzwelt ab dem Jahr 2007 ins Wanken.

Der Ausschuss legte in Washington seinen Abschlussbericht der vergangenen zwei Jahre vor. Neben der Deutschen Bank gerieten auch andere Institute und die Rating-Agenturen in die Schusslinie, allen voran die US-Investmentbank Goldman Sachs. «Bei unseren Untersuchungen sind wir auf eine Schlangengrube voller Gier, Interessenkonflikten und Missetaten gestoßen», sagte der Ausschussvorsitzende Carl Levin. Gleichzeitig warf er den Aufsichtsbehörden und einzelnen Politikern Versagen vor.

4,5 Milliarden Dollar verloren

Im Falle der Deutschen Bank verweist der 639 Seiten lange Bericht auf Äußerungen eines hochrangigen Händlers, der bankintern schon früh vor den Risiken auf dem Hypothekenmarkt gewarnt habe. Der Mann sprach demnach von «Mist», der auf dem Markt sei, und von einem «Schneeballsystem». Allerdings, das räumt der Bericht ein, habe es unterschiedliche Auffassungen innerhalb des Hauses gegeben und die Deutsche Bank habe selbst fast 4,5 Milliarden Dollar verloren.

«Wie der Report richtig feststellt, gab es innerhalb der Bank unterschiedliche Ansichten zum US-Immobilienmarkt», erklärte die Deutsche Bank. «Diese Ansichten wurden jedoch vollständig gegenüber dem Markt kommuniziert.» Die Bank wies darauf hin, dass sie bei ihrem Engagement letztlich «signifikante Verluste» erlitten habe.

Dagegen gilt Goldman Sachs als Nutznießer der Finanzkrise. «Als Goldman Sachs erkannte, dass der Hypothekenmarkt am Kippen war, haben sie Anstrengungen unternommen, um von dem Einbruch auf Kosten ihrer Klienten zu profitieren», erklärte der Ausschuss. Senator Levin hatte sich bereits im April vergangenen Jahres bei einer Anhörung mit Bankchef Lloyd Blankfein angelegt. Levin hatte Blankfeins Haus wiederholt «dreckige Geschäfte» unterstellt.

«Obwohl wir beim Großteil des Berichts anderer Meinung sind, nehmen wir die Themen, die der Ausschuss aufgegriffen hat, sehr ernst», sagte ein Banksprecher. Goldman Sachs hatte im vergangenen Jahr 550 Millionen Dollar gezahlt, um Vorwürfe aus der Welt zu schaffen, die Bank habe Investoren bei einem Geschäft mit Hypothekenpapieren übers Ohr gehauen. Die Bank räumte ein, die Investoren unzureichend informiert zu haben, und verordnete sich ein neues Regelwerk.

knr/ivb/news.de/dpa

Leserkommentare (11) Jetzt Artikel kommentieren
  • Franz uhl
  • Kommentar 11
  • 25.08.2011 08:26

Die Duetsche bank verkaufte Anfang 2010 den Fond DB PRIVATMANDAT FIT - EUROPA DEFENSIV. Dieser Fond wurde neu aufgelegt. Seit der Auflage dieses Fonds kennt er nur eine Richtung, abwärts. Es ist ein Fond, der offnsichtlich für die besonders vorsichtigen Anleger aufgelegt wurde, meist ältere Menschen, die der bank vertrauten. berücksichtigt man den Ausgabeaufschlag und die Verwaltungsgebühren für diesen Fon, beträgt der Verlust mehr als 10 %. Ein wahrlich defensive Geldanlage zugunsten der Deutschen Bank und zum Nachteil der Anleger.

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  • RAGNAROEKR
  • Kommentar 10
  • 18.04.2011 17:13
Antwort auf Kommentar 7

Ob du einen Verdacht hast, du Dummerchen, kann ich nicht sagen, aber hat ein einziger Richter, Staatsanwalt oder Politiker auch nur ein Bündel "toxischer" Papiere gesehen. Diese Papier darf ich nicht bei einer Bank suchen, wenn ich nicht bei der anderen Bank deren Papiere suche. Machen wir trotzdem eine Prognose: Der Ausschussbericht wandert in den Müll. Denn es gibt nicht einen Investor, der die gebündelten Papiere übernommen hat. Ausnahme ist der Investor, der der Bank gehört, die die Papiere bündelte. Und wäre das anders, dann würde der Staatsanwalt und nicht ein dummer Ausschuss handeln.

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  • radile
  • Kommentar 9
  • 16.04.2011 08:32

Und es geht munter weiter. Die Deutsche Bank gab und gibt weiterhin Darlehen zu hohen Zinssätzen an Griechenland und Portugal, um nur 2 zu nennen, und kassiert krisensicher die schönen Zinsbeträge und alles wird bezahlt von der EU, und den Löwenanteil zahlen wieder wir mit unseren Steuergeldern. Also zahlen auch wir mit unseren Steuern die überbezahlten Vorstände der Deutschen Bank. Und niemand nimmt Anstoß daran. Nur weiter so.

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