Atomkraft, nein danke Hier gibt es echten Ökostrom

Die aktuellen Ereignisse in Japan zeigen, wie gefährlich die Atomkraft ist. Die Alternativen zur Kernenergie sind längst vielfältig. Bei news.de lesen Sie, wie Sie das richtige Angebot finden - und wo beim Ökostrom geschummelt wird.

Bereits 265 Milliarden Kilowattstunden Ökoenergie (Foto)
Im vergangenen Jahr stieg die Energieproduktion aus Wind, Sonne oder Biomasse nach Berechnungen des Bundesverbands Erneuerbare Energien auf insgesamt 265 Milliarden Kilowattstunden. Bild: dpa

Krebs, Gendefekte, auf Jahrzehnte verseuchtes Land - die aktuellen Ereignisse in Japan zeigen, welches Gefahrenpotenzial die Stromgewinnung aus Atomkraft birgt. In Deutschland hat die Kernenergie den zweithöchsten Anteil an der Stromerzeugung knapp hinter der Braunkohle. Die Alternativen zur unberechenbaren Atomenergie sind längst vielfältig - mit der Wahl ihres Stromanbieters können Verbraucher diese aktiv unterstützen. Wie Sie Ökostrom beziehen, lesen Sie hier bei news.de.

Was ist eigentlich Ökostrom?

Für Ökostrom gibt es keine klare Definition. Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) summiert darunter jenen Strom, der aus erneuerbaren Quellen stammt - also Sonne, Wind, Wasser, Biomasse oder Erdwärme. Natürlich wirken auch die Erneuerbaren Energien auf die Umwelt, aber: «Die Eingriffe in die Natur sind räumlich begrenzt, keine dieser Technologien hat nationale oder globale Auswirkungen», sagt Daniel Kluge, Referent für Medien und Politik am BEE.

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Wie bekomme ich Ökostrom?

Bisher gibt es laut Kluge nur sehr wenige Angebote von Erzeugern, die hundertprozentig das Versprechen einlösen, ausschließlich auf Erneuerbare Energien (EE) zu setzen. Oft werden trotzdem weiter fossile Quellen und Atomkraft genutzt. Zudem werden alte Anlagen weiter betrieben, ohne in den Ausbau umweltfreundlicher Technologien zu investieren.  Aus der Sicht des BEE gibt es lediglich vier Anbieter, die ausschließlich echten Ökostrom anbieten: Greenpeace Energy, Elektrizitätswerke Schönau (EWS), Naturstrom AG und Lichtblick. «Verbraucher können bei diesen Angeboten ausschließen, dass sie Atom- und Kohlestrom kaufen und fördern», so Kluge. Allerdings: Lichtblick ist im Jahr 2008 in die Kritik geraten, weil das Unternehmen Atomstrom zugekauft hatte. Neben diesen großen Anbietern gibt es auch einige kleinere regionale Anbieter und Stadtwerke, die ähnliche Offerten in petto haben.

Ökostrom: Faule Kompromisse
Video: sis/news.de

Kommt der Ökostrom wirklich aus meiner Steckdose?

Nachprüfen, ob der Strom aus der Steckdose wirklich aus Erneuerbaren Energien stammt, kann niemand. Zumeist kommt er aus dem lokalen oder einem Verbundnetz. Welche Energie dann nach Hause kommt, kann niemand beeinflussen. Für die Verbraucherzentrale Sachsen ist der Wechsel zu einem Ökostromtarif deshalb eine ideelle Förderung, mit der der Verbraucher sicher stellt, dass sein Geld in den Ausbau in regenerative Energien und den Ausbau moderner Technologien fließt.

Ist Ökostrom teurer?

Es ist ein gängiges Vorurteil, dass Ökostrom eine teure Alternative zu den herkömmlichen Technologien ist. Die Verbraucherzentrale Sachsen bestätigt gegenüber news.de, dass Ökostromangebote längst konkurrenzfähig sind. Oft sind sie sogar preisgünstiger als das Standardangebot des lokalen Anbieters.

Wie erkenne ich ein echtes Ökostromangebot?

Wer seinen Ökostrom nicht von einem der vier Anbieter beziehen will, für den wird es knifflig. Laut Kluge kommt auf den Verbraucher dann ein erheblicher Rechercheaufwand zu: Er muss beispielsweise prüfen, zu welchem großen Konzern der Anbieter gehört, woraus dieser hauptsächlich Strom gewinnt und ob es ein konkretes Ziel gibt, Erneuerbare Energien zu fördern und auszubauen. Oft sei dieser Aufwand nur schwer zu leisten. Aber er lohnt sich, weiß Kluge: «Der Verbraucher leistet damit einen persönlichen Beitrag zum Ausstieg aus der Atomkraft und einen Beitrag für die Umwelt.»

Gibt es Gütesiegel für Ökostrom?

Ja, es gibt Gütesiegel, die auch Verbraucherzentralen empfehlen. Aber sie sind keine Garantie für echten Ökostrom. Teilweise lassen sie nämlich einen Anteil an fossiler Energie oder Strom aus alten Anlagen zu. Einige sind zudem lediglich Produktsiegel, die die gesamte Konzernpolitik gegenüber Erneuerbaren Energien völlig außer Acht lassen - und so kommen dann auch Produkte von Vattenfall oder EnBW an ein Ökolabel. 

rzf/sca/ivb/news.de

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Leserkommentare (13) Jetzt Artikel kommentieren
  • debema
  • Kommentar 13
  • 18.03.2011 17:21

Wenn reiner Ökostrom an der Strombörse gehandelt würde, gäbe es keine Kunden dafür. Deshalb wird der teure Ökostrom mit anderen Stromerzeugern gemixt. Die hohen Subventionen für Wind- und Sonnenstrom werden so versteckt. Es gibt also auch keinen Ökostromanbieter, der den reinen Ökostrom verkauft. Ist das nicht lustig? Eine Rechnung des Ökostromaufkommens zeigt vielmehr, das theoretisch mehr Ökostrom verkauft wird, als überhaupt erzeugbar ist.

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  • 4tec
  • Kommentar 12
  • 18.03.2011 15:03
Antwort auf Kommentar 11

Von welcher Märchentante hast Du das? Oder bist Du schon verstrahlt? Mit dem überschüssigen Strom der Norweger können 60 AKW ersetzt werden, zu 1/3 Preis? Was nun, Dummschwätzer?

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  • WickiM
  • Kommentar 11
  • 16.03.2011 15:17

Nicht einmal 20% unseres Strombedarfs kommt aus sog. regenerativer Energieerzeugung. Da ist die Biomasse schon mit eingerechnet (und die halte ich ökologisch für äußerst fragwürdig). Kann mir mal einer erklären, wie wir da alle zu Anbieter wechseln können, die nur "Öko"strom anbieten? Die Speichermedien, die man brauchen würde, um mehr Ökostrom anbieten zu können, müssen erst noch erfunden werden. Wer sagt uns denn, dass das in den nächsten 10 Jahren gelingt? Und was passiert mit all den verbrauchten Akkus? Wandeln die sich in sauberen Staub um?

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