Konsumklima Deutsche im Kaufrausch

Ein Hoch auf den Verbraucher: Dessen Kauflaune ist im Januar auf ein Vierjahreshoch gestiegen. Gründe sind die niedrige Arbeitslosigkeit und ein stabiles Wirtschaftswachstum. Experten appelieren dennoch an Investoren.

Verbraucher und Unternehmer blicken zunehmend optimistisch in die Zukunft: Nach Daten des Nürnberger Marktforschers GfK hat sich das Konsumklima nach einer kurzen Verschnaufpause zum Jahresende im Januar wieder etwas erholt. Hauptgründe hierfür sind die anhaltend gute Entwicklung am Arbeitsmarkt und das erfreuliche Wirtschaftswachstum, wie die GfK am Nachmittag in ihrer jüngsten Konsumklimastudie mitteilte.

Erhebungen des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und des Deutschen Sparkassen und Giroverbands (DSGV) zufolge wird für 2011 sogar ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,5 Prozent erwartet. Die Bundesregierung geht bisher von 2,3 Prozent Wachstum aus.

Weniger Angst, mehr Optimismus

Laut GfK verbesserte sich im Januar vor allem die Kauflaune wieder deutlich: Der Index der Anschaffungsneigung legte um 8 auf 41,8 Punkte zu und stieg damit auf den höchsten Wert seit Dezember 2006. Hauptgrund hierfür sei die nach wie vor erfreuliche Entwicklung am Arbeitsmarkt. Dadurch sinke die Angst vor einem Jobverlust, was wiederum die Kauffreude ankurble.

Weiter optimistisch schätzen die Verbraucher auch die wirtschaftliche Entwicklung im Land ein. Der entsprechende Indikator trat zwar nach einem Rückgang im Dezember im Januar auf der Stelle, mit 58,8 Zählern liegt er aber noch immer deutlich über seinem Vorjahreswert von nur 1,5 Punkten.

Weiter abwärts ging es dagegen mit der Einkommenserwartung: Angesichts wieder deutlich gestiegener Lebensmittel- und Energiepreise rechneten erneut weniger Menschen als im Vormonat mit einer Verbesserung ihres persönlichen Einkommens. Der entsprechende Index verlor 2,6 auf 37,7 Punkte. Vor einem Jahr betrug er 12,5 Zähler.

Binnenkonsum als zweite Wachstumssäule

«Die Rahmenbedingungen sind gut, dass unsere Wirtschaft auch in diesem Jahr weiter auf Erfolgskurs segelt», sagte GfK-Chef Klaus Wübbenhorst und sprach von einem «starken Auftakt in ein gutes Konsumjahr». Der private Verbrauch, der fast 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmache, könnte zur entscheidenden Stütze der Binnenkonjunktur werden.

Damit hänge die deutsche Wirtschaft nicht mehr so stark vom Exporterfolg ab, sondern erhalte eine zweite Wachstumssäule. Wichtig sei allerdings, dass die Verbraucher Planungssicherheit hätten, sagte Wübbenhorst. Nur dann seien sie dazu bereit, tiefer ins Portemonnaie zu greifen.

Der 2010 aufgebaute Schwung schlage durch bis ins Jahr 2011, sagte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel in Berlin. Die Auftragsbücher seien größtenteils gut gefüllt. «Das Wachstum ist robust.» Damit dürfte bis zum Jahresende das Vorkrisenniveau erreicht werden.

Risiken für das Wachstum sieht Keitel in der mangelnden Solidität der öffentlichen Haushalte und der Unsicherheit auf den Rohstoffmärkten. Auch betrügen die Nettoinvestitionen nur noch 1,8 Prozent des BIP, vor 20 Jahren seien es 9,2 Prozent gewesen. «Deutschland braucht dringend Investitionen, in Bildung, Forschung, Infrastruktur und für eine CO2-arme und ressourceneffiziente Volkswirtschaft», sagte Keitel. Das Land stehe kurz davor, «von seiner Substanz zu zehren».

Auch der Mittelstand boomt

Wie aus einer am selben Tag vorgestellten Studie des DSGV hervorgeht, konnte der Mittelstand auch im schlimmsten Krisenjahr 2009 quer durch alle Größenklassen seine Kapitalbasis stärken. Die mittelständischen Unternehmen würden auch in diesem Jahr erheblich zum kräftigen Wachstum der deutschen Wirtschaft beitragen, sagte das Geschäftsführende Vorstandsmitglied des DSGV, Karl-Peter Schackmann-Fallis, in Berlin. Der Verband prüfte die Bilanzen von rund 87.000 mittelständischen Firmen.

«Nach den hervorragenden 3,6 Prozent Wirtschaftswachstum in 2010 erscheint für das Jahr 2011 ein Anstieg des Bruttoinlandsproduktes in einer Größenordnung von 2,5 Prozent durchaus realistisch», fügte Schackmann-Fallis hinzu. Die Geschäftslage des Mittelstands habe sich 2010 in allen Branchen verbessert.

Als großes Hemmnis für weiteres Wachstum sieht der Mittelstand jedoch den Fachkräftemangel: Laut DSGV nannten 84,7 Prozent der im November und Dezember 2010 befragten Unternehmen die ungenügende Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften als wesentlichen «Engpassfaktor» 2011 und 2012.

zij/ivb/news.de/dapd

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • uwe schmidt
  • Kommentar 2
  • 23.02.2011 21:13

,,prima, hört sich doch mal richtig spitzenmäßig an, ich meine nicht das alles immer teurer wird und die menschen gleichermaßen immer weniger verdienen, ich meine einfach nur das nun endlich wieder einige wenige sich die taschen füllen können,,ist doch geil, oder,, ok, das brauch ich euch masochisten da drausen garnicht erst zu fragen,,grins,,

Kommentar melden
  • oliver
  • Kommentar 1
  • 27.01.2011 22:03

Was bei denen auch immer Mittelstand ist. Was muss man eigentlich heut zu Tage für einen Beruf haben, um als Mittelstand zu zählen? Richter, Doktor? Grüße aus der Generation Praktikum!

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig