Abgewirtschaftet Zuckerberg, Guido und das Giftige vom Ei

Von news.de-Redakteur Christian Mathea
Nichts ist spannender als eine Woche in der Wirtschaft. Es geht um dicke Geschäfte, Politik und viel Geld. Und auch um Leute, die damit nicht umgehen können. Der satirische Rückblick.

Erneut war es Mark Zuckerberg, der in dieser Woche die Schlagzeilen beherrschte. Alle wollen von seinem Facebook profitieren, am meisten gieren wohl die Marktforscher nach dem sozialen Netzwerk.
 

Diese Spione im Auftrag des Kommerz sind es mittlerweile leid, unschuldige Menschen am Telefon zu terrorisieren und am Ende doch nur einsame Hausfrauen an die Strippe zu bekommen. Kein Wunder, dass die Unternehmen aufgrund ihrer Analysen nur langweilige Produkte auf den Markt bringen. 

Facebook ist die Rettung. Die Nutzer dieses Tools haben scheinbar Mitleid mit den Marktforschern und legen sich freiwillig nackt auf den Präsentierteller und geben alles über sich preis. Mit dem «Gefällt mir»-Button klicken sich die Facebooker durch die gesamte Webwelt, die Marktforscher stets im Nacken.

Facebook-Imperium
Das Netzwerk hinter dem Netzwerk
Facebook-Gründer Zuckerberg populär bei Google+ (Foto) Zur Fotostrecke

Bei Guido Westerwelle haben 10.410Bei Westerwelles Verarscheseite: "Westerwave - No one can reach me the Water" sind es übrigens 85.000. den «Gefällt mir»-Button angeklickt. Das ist zumindest ein Anfang. Die Apotheker und Hoteliers scheinen mittlerweile das Internet entdeckt zu haben. Aber dafür, dass der Guido schon seit Jahren Steuern senken und Hartz-IV-Empfänger bestrafen will, ist das zu wenig.

Die Konkurrenz im Unterhaltungssektor ist da weitaus besser aufgestellt. Nehmen wir nur mal die Heidi. Das zierliche Opossum aus dem Leipziger Zoo schielt zwar erst seit drei Monaten in die Kameras, aber dafür hat es bereits mehr als 50.000Stand: 8. Januar 2011. Freunde auf Facebook, fünf Mal so viel wie Westerwelle.

Westerwelle ebbt ab

Wenigstens glaubt der Guido noch an sich. Bei seiner Ansprache im Stuttgarter Opernhaus am Donnerstag war keine Rede von Selbstkritik. Anstatt über den Verfall der FDP zu sprechen, erzählte er lieber vom Aufschwung in Deutschland.

Aber was hat die FDP bitteschön mit Deutschland zu tun? Mittlerweile müssten die Liberalen bei der Verkündung der Umfrageergebnisse in dem Balken «Andere» subsumiert werden, damit es nicht peinlich wird.
 

Nur wenn alle FDP-Wähler wie am Donnerstag an einem Ort versammelt sind, wirkt das noch beeindruckend. Minutenlang klatschten sie nach Westerwelles Weiter-so-Rede. Sicherlich hätten nicht wenige FDP-ler ihren Parteichef am liebsten weggeklatscht. Aber Achtung: Ein Nachfolger muss erst mal gefunden werden. Oder glauben sie, dass ein Rainer Brüderle (603 Fans auf Facebook) oder ein Christian Lindner (4263 Facebook-Fans) es bei der nächsten Wahl schaffen werden, 14 Prozent der deutschen Wählerschaft für die FDP zu gewinnen?

Auch wenn die Westerwelle jetzt abgeebbt ist, der Erfolg in all den Jahren war sein Verdienst. Und fakt ist auch: Guido ist wenigstens unterhaltsam. Ohne ihn wäre die Politik langweilig und der FDP würde überhaupt niemand mehr zuhören. Aber die Paraderolle des FDP-Chefs liegt eben in der Opposition.

Industriefett fürs Huhn

Kommen wir vom Gelben zum Giftigem im Ei, dem Dioxin. Dieses Gift wurde in dieser Woche in harmlosen Frühstückseiern entdeckt. Über dubiose Umwege durch technische und tierische Verarbeitungsmaschinen ist es wohl dorthin gekommen. Unschuldige Hühner wurden mit Industriefett des norddeutschen Futtermittelbetriebs Harles und Jentzsch abgefüllt, damit sie schneller wachsen.

Dumm nur, dass Tiere in der Basisausstattung keinen Katalysator besitzen. Erschwerend dazu kommt, dass diese dummen Hühner das Gift einfach in ihre Eier eingeleitet haben, tssss. Ein wenig mehr Dankbarkeit wäre nicht schlecht, schließlich bauen wir dem Geflügel doch schöne Massenställe und versorgen sie anständig mit Kraftfutter. Andere Hühner müssen draußen rumlaufen und Körner picken.
 
Für die Verbraucher sind Frühstückseier nun tabu. Sie steigen jetzt um auf Kellogs-Smacks. Das ist gesünder, damit hat man den Zuckerbedarf gleich für mehrere Wochen gedeckt.
 

Und ich greife wieder zum sogenannten Nutten-Frühstück, also Kaffee und Kippe. Da steht wenigstens noch drauf, wie giftig es ist.

reu/news.de

Leserkommentare (4) Jetzt Artikel kommentieren
  • cbf600
  • Kommentar 4
  • 06.03.2011 13:01
Antwort auf Kommentar 3

Na, Du vergilbter Jüngling, von Satire hast Du wohl noch nicht viel gehört. Da wird mal der Eine, mal der Andere auf die Schippe genommen. Zur Zeit ist nun mal Westerwelle dran. Dies kann er sich aber auf die eigene Fahne schreiben. Er ist z.Z. laut Umfrage der unbeliebteste Politiker und er bietet nun mal genug Munition an. Meine persönliche Meinung zu Westerwelle ist. Er ist arogant, überheblich und fern jeder Realität. Kurz gesagt, das schlechteste, was uns die politische Bühne bietet.

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  • Bernd K
  • Kommentar 3
  • 13.01.2011 19:28
Antwort auf Kommentar 2

Liebe Redaktion, dies konkret war bislang auch nicht der einzige "Bericht" der unsachlich über die FDP berichtet. Wenn ich mir die meisten Fotos anschaue, so stellen diese FDP-Chef Westerwelle meist wenig vorteilhaft dar, mit dem vermuteten Zweck, diesen möglichst der Lächerlichkeit preis zu geben. Mich erinnert all dies an Medienmobbing. Im übrigen, sind Sie in Ihrer Antwort nicht darauf eingegangen, ob die SPD möglicherweise an Ihrem Unternehmen beteiligt ist oder nicht. Warum wird dieser Sachverhalt, dass die SPD an Medienunternehmen im großen Stil beteiligt ist, nicht diskutiert?

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  • Die Redaktion
  • Kommentar 2
  • 12.01.2011 22:51
Antwort auf Kommentar 1

Lieber Bernd K., vielen Dank für Ihre Anmerkung. Im Vorspann ist auf die satirische Form dieses Beitrags hingewiesen. Übrigens haben wir auch geschrieben, dass Guido Westerwelle im Vergleich zu seinen Parteikollegen auf Facebook viel besser dasteht (und viel stärker für den Erfolg der Partei in der Vergangenheit verantwortlich war). Und dass er gegen Heidi auf Facebook verliert, ist ein Fakt.

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