Wikileaks Nächstes Ziel Finanzwelt

Bank of America (Foto)
Auf sie hat es Wikileaks womöglich als nächstes abgesehen: Die Bank of Ameria ist das größte Geldinsitut der USA. Bild: dapd

Von Daniel Schnettler
Ein neuer Coup ist schon in Planung: Wikileaks will die Finanzwelt aufs Korn nehmen. Als Opfer steht womöglich die Bank of America auf dem Zettel. Doch damit macht sich die Enthüllungsplattform einen mächtigen Feind. Bedrängte Banker drehen schon jetzt den Geldhahn zu.

Geld regiert die Welt. Das bekommt Wikileaks gerade schmerzlich zu spüren. Kaum hat die Enthüllungsplattform angekündigt, die Machenschaften der Wall Street aufzudecken, blockieren die großen Finanzkonzerne die lebensnotwendigen Spendenströme. Nach den Kreditkartenanbietern Visa und Mastercard sowie dem Online-Zahlungsabwickler Paypal leitet nun auch die Bank of America kein Geld mehr an Wikileaks weiter.

Wikileaks könnte in Aktivitäten verstrickt sein, die nicht mit den Richtlinien des Hauses für den Zahlungsverkehr übereinstimmten, begründete die US-Großbank am Wochenende bürokratisch-trocken ihre Aktion. Die Reaktion folgte auf dem Fuße. «Wir bitten alle Menschen, die die Freiheit lieben, ihre Konten bei der Bank of America zu kündigen», verbreitete Wikileaks über den beliebten Kurznachrichtendienst Twitter.

Der harsche Aufruf kommen nicht von ungefähr: Die Finanzfirmen bedrohen mit ihrem Boykott das Überleben von Wikileaks. Die Macher sind auf Spenden angewiesen, um die Organisation am Leben zu halten. Die Spenden müssen aber erstmal ankommen. Und das wird immer schwerer: Visa und Mastercard beherrschen den weltweiten Kreditkartenmarkt; die Bank of America ist die Nummer eins der Banken in den USA.

Assange plant Enthüllung über Bank of America

Wikileaks-Gründer Julian Assange hatte vor drei Wochen im Interview mit dem US-Magazin Forbes angekündigt, Material aus einer US-Großbank zu veröffentlichen, das «ungeheuerliche Übertretungen» und «unethische Praktiken» offenlege. Er versprach Einsichten ins Innenleben der Finanzwelt. Die Enthüllungen werden seiner Ansicht nach so bahnbrechend sein, dass sie Reformen nach sich ziehen dürften.

Das war eine Kriegserklärung an die verschworene Finanzgemeinde, die untereinander so vernetzt ist wie kaum eine andere Branche. Jeder kennt jeden und jeder macht Geschäfte mit jedem. Wie eng die Beziehungen sind, hatte die Finanzkrise offenbart, als die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 das gesamte System fast zum Zusammenbruch gebracht hätte.

Die Bank of America dürfte, so wird spekuliert, die bislang ungenannte Großbank sein, auf die es Wikileaks abgesehen hat. Assange hatte vor einem Jahr in einem Interview gesagt, Wikileaks sei im Besitz der Festplatte eines hochrangigen Managers der Bank. Mit einer Twitter-Botschaft am Freitag gab die Organisation den Gerüchten neue Nahrung: «Macht Ihr Betrieb Geschäfte mit der Bank of America?», fragte Wikileaks da. «Unsere Empfehlung ist, Ihr Geld irgendwo hinzubringen, wo es sicherer ist.»

Noch keine Reaktionen an der Börse

Zuletzt hatte Wikileaks vertrauliche Dokumente aus US-Botschaften veröffentlicht, in denen unter anderem Diplomaten über Verbündete herzogen. Das hatte die Regierung von Präsident Barack Obama in Erklärungsnot gebracht. Die Furcht vor neuen Enthüllungen sitzt nun tief. Wikileaks-Gründer Assange vermutet, dass das Weiße Haus deswegen eine Verschwörung gegen ihn angezettelt hat und hinter den in Schweden erhobenen Vergewaltigungsvorwürfen steckt.

Eine derartige Aufregung ist an der Wall Street nicht zu beobachten. Hier herrscht nach Außen hin «business as usual» - und das, obwohl Wikileaks-Anhänger die Websites von Mastercard, Visa und PayPal nach deren Spendenboykott attackiert hatten. Ausgerechnet der Aktienkurs der gescholtenen Bank of America steigt und steigt. Angst sieht anders aus.

zij/news.de/dpa

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • uwe schmidt
  • Kommentar 1
  • 24.01.2011 23:27

,,richtig,, angst sieht anderst aus,,,grins,,,sollten diese verdorbenen aber haben,,die menschen in abgründe zu stürzen, sie in ihren schwersten krisen offtmals noch mit ihrer vorgegebenen moral verhönen, zieht eine besonderst ausgefeilte und leckere strafe nach sich,,sorry,, meint der christliche gaube,,unser system ist erst einmal neutral und gut,, könnte jeden einzellnen teilhaben laßen an menschen möglicher entwicklung und dem vortschritt,,ihr aber seit kroppzeug das aus etwas potentiellem gutem für alle menschen, gold zu scheiße macht,ein zweischneidiges schwert für eure herzen,,grins,,

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig