General Motors Mit Milliardengewinn an die Börse

General Motors empfiehlt sich mit einem Milliardengewinn für die Rückkehr an die Börse. Im dritten Quartal verdiente der größte US-Autobauer zwischen 1,9 und 2,1 Milliarden Dollar. Soviel hat das Urgestein der Branche seit Jahren nicht mehr erwirtschaftet.

GM geht mit Milliardengewinn an die Börse (Foto)
General Motors im Glück: Die Verkäufe brummen, die Gewinne sprudeln, der Börsengang steht kurz bevor. Bild: dpa

«Wir sind sehr zufrieden mit den Fortschritten, die das Unternehmen macht», sagte Finanzchef Chris Liddell. Vor gut einem Jahr stand GM noch am Abgrund, der Staat musste eingreifen. Jetzt steht die Rückkehr aufs Parkett an. Insgesamt will der Konzern dabei in einem ersten Schritt Aktien für um 13 Milliarden Dollar unter die Anleger bringen. Das Geld kommt zum größten Teil dem US-Steuerzahler zugute, der GM mit rund 50 Milliarden Dollar gerettet hatte. Nur ein kleiner Teil geht an GM selbst, etwa für die Entwicklung neuer Autos.

In der Insolvenz konnte der Konzern die Lasten der Vergangenheit abstreifen: hohe Schulden, veraltete Werke oder überbordende Personalkosten. Gleichzeitig steigen nach dem Tief im Sommer des Krisenjahres 2009 Monat für Monat die Verkäufe. Der Umsatz hat sich nach vorläufigen Kalkulationen auf rund 34 Milliarden Dollar erholt.

Der Vergleich mit den Zahlen aus dem Vorjahresquartal macht deutlich, wie sich GM gewandelt hat: Damals lag der Umsatz bei lediglich 25,1 Milliarden Dollar. Das Unternehmen schrieb einen Verlust von 908 Millionen Dollar. Allerdings war das Quartal auch kürzer: GM war erst am 10. Juli der Insolvenz entkommen, in die eine jahrelange verfehlte Modellpolitik geführt hatte.

Chinageschäft brummt, Opelverkäufe stocken

Über Jahre waren bei GM massive Verluste aufgelaufen. Eine neue Konzernführung konnte das Steuer herumreißen. In den ersten neun Monaten verdiente GM unterm Strich gute 4 Milliarden Dollar. Auch für das Schlussquartal verspricht GM einen Gewinn. Allerdings warnte das Management vor übertriebenen Erwartungen. So werden die Kosten für die Markteinführung neuer Modelle wie des Elektroautos Volt am Ergebnis knabbern.

Bei den Verkäufen hält der gute Lauf an: GM konnte im Oktober im Heimatmarkt 183.400 Autos verkaufen, in China waren es sogar 199.600. Das Plus lag zwischen 4 und 20 Prozent. Dagegen musste die deutsche Tochter Opel nach dem Auslaufen der Abwrackprämie eine herbe Einbuße von 38 Prozent hinnehmen.

Der Zeitpunkt für den Börsengang scheint gut gewählt. GM bietet auf Rechnung seiner Eigentümer 365 Millionen Stammaktien zu einem Stückpreis von 26 bis 29 Dollar an, wie das Unternehmen nun offiziell machte. Ist die Nachfrage groß genug, können die beteiligten Banken weitere Papiere auf den Markt werfen. Hinzu kommen Vorzugsaktien, deren Einnahmen GM selbst zufließen.

Momentan halten die USA knapp 61 Prozent der Anteile. Durch den Börsengang wird das Paket deutlich unter die markante Marke von 50 Prozent sinken. Ob der Steuerzahler am Ende sein komplettes Geld zurückerhält, hängt dann vor allem von der Kursentwicklung der kommenden Monate ab. Als erster Handelstag ist der 18. November angedacht. Am 10. November wird GM die endgültigen Zahlen für das dritte Quartal verkünden. Dann steht auch die Konzernführung Rede und Antwort.

mat/news.de/dpa

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