Deutsche Bank braucht Geld
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Postbank-Übernahme, schärfere Eigenkapital-Regeln: Deutschlands größtes Geldhaus braucht frisches Geld. Deswegen plant die Deutsche Bank nach Medienberichten eine Riesen-Kapitalerhöhung. Die Nachricht ließ den Aktienkurs deutlich sinken.
Die Deutsche Bank steht laut Zeitungsberichten kurz vor einer milliardenschweren Kapitalerhöhung. Die Frankfurter würden wahrscheinlich am kommenden Montag die Maßnahme im Volumen von acht bis neun Milliarden Euro bekanntgeben, berichteten die Financial Times, das Wall Street Journal und das Handelsblatt unter Berufung auf Kreise.
Es wird erwartet, dass die Deutsche Bank die Mittel auch für die Mehrheitsübernahme der Postbank verwendet. Das Kreditinstitut wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.
An der Börse kam die Spekulationen nicht gut an. Im späten Parketthandel schlossen die Titel der Deutschen Bank bei 47,48 Euro. Im Vergleich zum Schlussstand des Xetra-Handels war das ein satter Rückgang um gut fünf Prozent. Aktien der Postbank hingegen legten um 4,61 Prozent auf 27 Euro zu. Die Geschichte sei zwar nicht neu, sagte ein Börsianer am Morgen. Das Volumen der Kapitalerhöhung sei aber riesig.
Auch für Basel III ist mehr Kapital nötig
Derzeit hält die Deutsche Bank knapp 30 Prozent an der Postbank. Im vergangenen Jahr hatten die Frankfurter mit dem zweiten Postbank-Großaktionär, der Deutschen Post, aber bereits die Mehrheitsübernahme vereinbart. Die Deutsche Bank verpflichtete sich damals zur Übernahme von 60 Millionen Postbank-Aktien zum Kurs von 45 Euro. Aktuell notiert die Postbank-Aktie aber nur bei 26 Euro. Ein freiwilliges Angebot für den Post-Anteil von rund 27,4 Prozent zum aktuellen Zeitpunkt wäre deshalb deutlich günstiger.
Außerdem braucht die Deutsche Bank wie jedes andere Institut Geld, um die zu erwartenden höheren Kapitalanforderungen der Regierungen («Basel III») zu erfüllen. Auch hier spielt die Postbank- Übernahme eine Rolle, denn das auf Privatkunden spezialisierte Institut hatte den europäischen Banken-Stresstest nur knapp bestanden. Die Kernkapitalquote von 6,6 Prozent hatte nur 0,6 Prozentpunkte über dem Mindestwert gelegen.
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