«Tag der Freude für Karstadt»
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Die rund 25.000 Karstadt-Beschäftigten können aufatmen: Der Kaufvertrag mit Investor Berggruen kann in Kraft treten, nachdem die Vermieter der insolventen Warenhauskette Mietsenkungen zustimmten. Daraufhin gab das Gericht wie erwartet grünes Licht für den Insolvenzplan.
Nach der grundsätzlichen Einigung am Donnerstag fehlten bis zum Mittag noch immer zwei Unterschriften. Diese seien inzwischen aber geleistet, teilte das Vermieterkonsortium Highstreet mit. Das Essener Amtsgericht segnete den Insolvenzplan für die Karstadt-Rettung ab. Das Bundesarbeitsministerium bestätigte die Einigung in Berlin.
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) begrüßte die Lösung zur Rettung der Warenhauskette. «Dies ist ein großer Tag der Freude für Karstadt», sagte die Ministerin, die mit zwischen den Parteien vermittelt hatte. Die Beschäftigten hätten in den Monaten der Insolvenz das Geschäft am Laufen gehalten. Karstadt sei noch nicht über den Berg. Es bestehe nun aber «eine reelle Chance, dieses Unternehmen wieder flott zu kriegen».
Das Fehlen der Unterschriften zum Mietvertrag zwischen Karstadt-Käufer Nicolas Berggruen und Highstreet hatte am Vormittag noch Irritationen ausgelöst. Für 10 Uhr war der Termin vor dem Amtsgericht angesetzt, das über den Insolvenzplan entscheiden musste. Die Frist für den Vollzug des Kaufvertrags wurde dann auf Mittag verschoben.
Welche Unterschriften fehlten und auf welchem Wege diese nun eingehen sollten, konnte Gerichtssprecher Richard Speich nicht sagen. «Man hat über Nacht die über 80 anderen Unterschriften eingesammelt. Das war ein Kraftakt.»
«Berggruen ist jetzt in der Pflicht»
Insolvenzverwalter Klaus Görg hatte dem Amtsgericht Essen am Vormittag mitgeteilt, er rechne innerhalb der nächsten Stunde mit dem Eingang der Unterschriften. Erst mit dem wirksamen Mietvertrag zwischen Highstreet und Berggruen konnte das Gericht über den Insolvenzplan entscheiden.
«Alles ist da, alles ist bestens», verkündete Highstreet-Sprecher Richard Speich schließlich erleichtert. In einer Stellungnahme des unter anderem von Goldman Sachs und der Deutschen Bank getragenen Konsortiums heißt es: «Highstreet begrüßt die Einigung mit Herrn Berggruen, die durch die enormen Zugeständnisse der Vermieter möglich gemacht wurde.» Nun sei Berggruen in der Pflicht, Kapital und Ressourcen einzusetzen. Berggruen und seine Manager müssten jetzt zeigen, dass sie Karstadt operativ führen könnten.
Berggruen hatte seine endgültige Unterschrift unter den Kaufvertrag für Karstadt von einer deutlichen Minderung der Mieten für die Warenhäuser abhängig gemacht. Highstreet besitzt die meisten der 120 Geschäftsimmobilien.
Der künftige Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen hat sich optimistisch zur Zukunft der Warenhauskette geäußert. «Karstadt steht. Karstadt wird jetzt, glaube ich, ein sehr aufregendes Leben haben», sagte Berggruen im Kaufhaus am Kurfürstendamm in Berlin. «Ich bin irrsinnig glücklich, dass ich dabei bin.»
mac/reu/news.de/dpa/ddp/ap
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