Schicksalstag für Karstadt
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Endspurt im Karstadt-Krimi: Stimmen die Gläubiger des Karstadt-Vermieters Highstreet nicht niedrigeren Mieten für die Kaufhäuser zu, droht die Zerschlagung der insolventen Warenhauskette.
Die Mietminderung ist eine Bedingung des Karstadt-Investors Nicolas Berggruen für seinen Einstieg. Gelingt die Einigung nicht, wäre der Kaufvertrag des Karstadt-Insolvenzverwalters mit Berggruen nichtig und das Essener Amtsgericht könnte am Freitag den Insolvenzplan nicht absegnen.
Zuversichtlich zeigte sich die Gewerkschaft Verdi, die für die Interessen der Karstadt-Beschäftigten eintritt. «Wir sind optimistisch, dass die Abstimmung in London so abläuft, wie sich die Beschäftigten das erhoffen», sagte die stellvertretende Gewerkschaftschefin Margret Mönig-Raane dem Tagesspiegel. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg bereitet sich nach einem Bericht der Financial Times Deutschland indes auch auf den umgekehrten Fall vor. Gelingt die Einigung nicht, sieht sein Liquidationsszenario für die Warenhauskette mit rund 25.000 Mitarbeitern einen Verkauf der Sport- und Premiumhäuser bis Jahresende vor. Alle anderen Filialen sollen dem Bericht zufolge bis Ende Februar 2011 geräumt werden.
Investor Borletti steht Gewehr bei Fuß
Vermieter von 86 der 120 Karstadt-Warenhäuser ist das Konsortium Highstreet, hinter dem unter anderem die US-Investmentbank Goldman Sachs und die Deutsche Bank stehen. Entscheidend wiederum ist das Einlenken der Highstreet-Kreditgeber, die dem Konsortium Geld geliehen haben. Sie müssen heute den von Berggruen geforderten niedrigeren Mieten zustimmen und damit eine geringere Rendite in Kauf nehmen. Die Frist für eine Einigung läuft um Mitternacht ab.
Eine Chance auf eine Übernahme von Karstadt rechnet sich allerdings auch noch der Mailänder Kaufhaus-Unternehmer Maurizio Borletti aus, sollte der Berggruen-Einstieg scheitern. Bisher hatte Insolvenzverwalter Görg jedoch die Offerte abgelehnt, da Borletti sein Ansinnen zu spät vorgetragen habe.
mac/cvd/news.de/dpa
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