Wirtschaft verdient wieder prächtig
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«Krise? Welche Krise? War da was?», scheinen sich die Dax-Unternehmen zu fragen. Die Stimmung in der Wirtschaft ist prächtig: Die Halbjahresberichte von sieben Dax-Unternehmen weisen wieder sprudelnde Gewinne aus.
Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer präsentiert im zweiten Quartal erneut ein Umsatz- und Ergebnisplus. Die Erlöse steigen im Vergleich zum Vorjahr um 14,6 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich um 8,6 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Vormittag in Leverkusen bekanntgab. Vor allem die Sparten MaterialScience und Consumer Health sowie positive Währungseffekte hätten zu dem guten Geschäftsverlauf beigetragen.
Merck steigert im zweiten Quartal Umsatz und Ergebnis
Ebenso legte der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck im zweiten Quartal bei Umsatz und Ergebnis deutlich zu. Wie der Konzern mitteilte, stieg der Umsatz um 16 Prozent auf ein Rekordhoch von 2,2 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis habe sich um 77 Prozent auf 326 Millionen Euro verbessert, und das Ergebnis nach Steuern sei um 70 Prozent auf 187 Millionen Euro gestiegen.
Zum Umsatzanstieg hätten das herausragende Wachstum der Chemiesparten und die ebenfalls wesentlichen Zuwächse der Pharmasparten beigetragen. Im ersten Halbjahr 2010 seien die Gesamterlöse der Gruppe um 14 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro gestiegen. Der Gewinn legte in den ersten sechs Monaten um mehr als das Doppelte auf 381 Millionen Euro zu. Der Konzern erwartet nun, dass das zweite Halbjahr besser als das erste ausfällt. Die Gesamterlöse sollen um 21 Prozent und das operative Ergebnis um 90 Prozent steigen.
Siemens auf dem Weg zu Rekordergebnis
Auch beim Elektrokonzern Siemens wächst der Optimismus. Für das laufende Geschäftsjahr sei man noch zuversichtlicher als bisher, hieß es aus der Münchner Firmenzentrale. Dank der lebhaften Nachfrage aus Ländern wie den USA, Deutschland und China kletterten die Auftragseingänge im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 20,87 Milliarden Euro. Der Umsatz legte um vier Prozent auf 19,17 Milliarden Euro zu.
Auch beim Ergebnis kam das Unternehmen zwischen April und Juni kräftig voran. In den drei Kerngeschäftsfeldern Industrie, Energie und Gesundheit verbuchte Siemens ein Rekordergebnis von 2,33 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 1,44 (Vorjahr: 1,32 Mrd) Euro. Im Gesamtjahr will Siemens nun das operative Vorjahresergebnis von 7,5 Milliarden Euro «deutlich» übertreffen.
BASF verdoppelt operatives Ergebnis
Auch der weltgrößte Chemiekonzern BASF profitiert von einer kräftig anziehenden Nachfrage in fast allen Sparten. Dabei übertraf das Dax-Unternehmen bei allen Kennziffern deutlich die Schätzungen der Analysten. Nach bereits einem überraschend guten Auftaktquartal habe sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern (Ebit) und Sondereffekten im Zeitraum April bis Juni auf 2,206 Milliarden Euro nahezu verdoppelt, teilte das Unternehmen in Ludwigshafen mit. Unterm Strich blieben 1,183 Milliarden Euro, nach 343 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um knapp 30 Prozent auf 16,214 Milliarden Euro.
MAN rechnet nach starkem Halbjahr mit deutlichen Zuwächsen
Ebenso erhöht der Nutzfahrzeug- und Motorenbauer MAN nach überraschend starken ersten sechs Monaten seine Erwartungen für den Rest des Jahres. 2010 werde mit einem deutlichen Anstieg des Auftragseingangs, einem Umsatzwachstum von mehr als zehn Prozent und einer Rendite auf dem Niveau des ersten Halbjahres von sechs Prozent gerechnet, teilte das bayerische Unternehmen mit.
In den ersten sechs Monaten des Jahres profitierte MAN vor allem von der weiter starken Entwicklung des von Großaktionär Volkswagen übernommenen Lateinamerika-Geschäfts. Aber auch das im vergangenen Jahr kriselnde europäische Nutzfahrzeuggeschäft erholte sich, so dass MAN in dem Geschäftsbereich wieder schwarze Zahlen schrieb.
Auf Konzernebene steigerte MAN den Umsatz zwischen Januar und Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 19 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro. Der Auftragseingang stieg von 4,57 Milliarden Euro im Vorjahr auf 7,27 Milliarden Euro.
Continental findet zurück in die Erfolgsspur
Die weltweit gestiegene Autonachfrage bescherte dem Automobilzulieferer Continental das zweite gewinnbringende Quartal in Folge. Conti schaffte einen Überschuss von 121 Millionen Euro, wie das Unternehmen in Hannover bekanntgab. Im Vorjahr hatte noch ein Minus von 190 Millionen Euro in der Bilanz gestanden.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte im Zeitraum zwischen April und Juni von 39 Millionen Euro im Vorjahr auf 517 Millionen Euro zu. Der Umsatz stieg im zweiten Jahresviertel von 4,76 Milliarden Euro auf 6,66 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr hat sich der Hersteller von Reifen, Innenausstattungen, Sicherheitssystemen und Fahrzeugelektronik eine Umsatzsteigerung von rund 15 Prozent zum Vorjahr vorgenommen.
mac/reu/news.de/ddp/dpa
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