Südstaatenakzent als Krisenkur
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Von Marco Mierke
Artikel vom 27.07.2010
Er ersetzt den «meistgehassten Mann Amerikas»: Robert Dudley steht ab Oktober an der Spitze von BP und löst Tony Hayward ab. Er muss den durch die Ölpest gebeutelten Energiekonzern aus der Krise führen. Sein amerikanischer Akzent könnte dabei helfen.
Der künftige BP-Chef Robert Dudley war bisher eine Mischung aus Außenminister und Krisenmanager des Ölkonzerns. Ob in Indien, China oder Russland: Wann immer es für den britischen Energiekonzern bei Auslandsoperationen heikel wurde, erschien der Amerikaner «Bob» auf der Bildfläche und gab den Feuerwehrmann.
Zuletzt übernahm er Ende Juni das Ölpest-Krisenmanagement in den USA, nachdem der bisherige BP-Chef Tony Hayward dort äußerst glücklos agiert hatte und schnell zum «meistgehassten Mann Amerikas» aufstieg. Zum 1. Oktober beerbt Dudley Hayward nun nicht nur beim Krisenmanagement, sondern auch als Vorstandschef.
In der neuen Rolle wird es seine vorrangige Aufgabe sein, die Krise endlich in den Griff zu bekommen - und das Image von BP in den USA wieder zu reparieren. Im Vergleich zu Tony Hayward, der Brite ist, kann sich Dudley in den USA auf einen entscheidenden Vorteil verlassen: Er ist Amerikaner. Geboren wurde er 1955 im New Yorker Stadtteil Queens.
Ausrutscher in der Krisen-PR hat sich Dudley noch nicht geleistet
Aufgewachsen ist er in Mississippi - genau in der Region, die jetzt von der Ölpest betroffen ist. Sein Südstaatenakzent verschafft ihm dort zusätzliche Sympathien. Eines hat Dudley dem bisherigen Konzernchef auf jeden Fall voraus: Ausrutscher in der Krisen-PR hat sich der 55-Jährige bisher nicht geleistet.
Dudley ist studierter Chemie-Ingenieur und ein richtiger Veteran der Branche. Er blickt auf 30 Jahre Erfahrung im Ölgeschäft zurück. Eine turbulente Zeit verbrachte er in Russland, wo er als Chef des russisch-britischen Joint Ventures TNK-BP arbeitete. Der Streit mit dem Oligarchen-Konsortium AAR wuchs sich zu einem politischen Machtkampf aus. 2008 verließ Dudley nach einem Besuch bei der Staatsanwaltschaft fluchtartig Moskau, weil ihm das Visum nicht verlängert wurde. Er soll «russische Gesetze missachtet» haben.
Eigentlich war er schon einmal Top-Kandidat für den BP-Chefposten. Doch 2007 schnappte Hayward ihm die Position weg. Seit Februar 2009 sitzt Dudley im Vorstand des Energieriesen und kümmert sich seitdem um die Geschäfte in Asien und - passenderweise - Amerika.
hav/sck/ivb/news.de/dpa/ap
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