30 Boeing, bitte
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Heiß begehrte Flieger: Die Flugzeugbauer Airbus und Boeing haben zum Auftakt der Luftfahrtmesse Milliardenaufträge eingesammelt. Die Auftragspalette reicht von der Großraummaschine bis zu Mittelstreckenjets. Da stören eigentilch nur die in der Branche üblichen hohen Rabatte.
Die Luftfahrtmesse im britischen Farnborough wird zum lukrativen Pflaster für die Flugzeugbauer Airbus und Boeing. Neben der arabischen Fluglinie Emirates, die bei Boeing 30 Maschinen orderte, und der russischen Aeroflot, die bei der EADS-Tochter Airbus zuschlug, gaben die Flugzeugleasing-Gesellschaften ALC und GE Capital Aviation Services (GECAS) Großaufträge ab, wie die Unternehmen am Nachmittag auf der Messe nahe London mitteilten. Zuletzt kam Boeing auf 70 und Airbus auf 122 bestellte Flugzeuge. Nach Listenpreisen entfielen damit auf beide Unternehmen Aufträge im Wert von je rund zwölf Milliarden US-Dollar (rund 9,24 MrdEuro).
Die erste Order gab am Morgen Boeing zusammen mit Emirates bekannt. Die 30 Exemplare der Boeing 777-300 ER sollen die Flotte der Araber erweitern, die bereits jetzt 86 Exemplare der 777 betreiben. In der Ausführung ER - Extended Range - ist der Großraumflieger auch für lange Strecken geeignet. Die russische Aeroflot bestellte bei Airbus elf Langstreckenflieger des Typs A330 im Gesamtwert von 2,3 Milliarden Dollar. Bei Flugzeugbestellungen sind allerdings hohe Rabatte üblich.
Die größten Aufträge kamen von den Leasinggesellschaften ALC und der GECAS. ALC orderte 51 Airbus-Mittelstreckenjets der Typen A320 und A321, die laut Preisliste 4,4 Milliarden Dollar kosten. GECAS, die zum US-Mischkonzern General Electric gehört, bestellte 40 Boeing 737-800 - Gesamtlistenpreis 3,1 Milliarden Dollar - und 60 Airbus aus der A320-Familie, für die laut Liste etwa 5 Milliarden Dollar fällig werden.
Airbus-Verkaufschef John Leahy hatte bereits vor der Messe Bestellungen für mehr als 130 neue Flieger angekündigt. Das wären ähnlich viele wie im gesamten ersten Halbjahr, als Aufträge für 131 Maschinen eingegangen waren. Die größte EADS-Tochter hätte damit das selbst gesetzte Jahresziel von 250 bis 300 Bestellungen bereits im Juli erreicht. Der Chef der Boeing-Verkehrsflugzeugsparte, Jim Albaugh, wollte die erwarteten Neuaufträge nicht beziffern, zeigte sich jedoch sicher: «Es wird eine gute Air Show für uns und für Airbus genauso.» Der Nachfrage nach Flugzeugen ziehe besonders in der Region Asien/Pazfik und im Nahen Osten wieder an. Im ersten Halbjahr hatte Boeing Bestellungen für 188 Flugzeuge verbucht.
Laut der arabischen Zeitung Al-Sharq Al-Awsat will auch Saudi Airways, die staatliche Fluggesellschaft von Saudi-Arabien, demnächst zwölf Großraumflugzeuge vom Typ Boeing 777 bestellen. Zudem platziert das durch die Finanzkrise arg gebeutelte Emirat bei der Messe auch einen Auftrag bei der Engine Alliance (EA), dem Gemeinschaftsunternehmen von Pratt &Whitney und General Electric. EA soll für die von Emirates bereits im Juni auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin bestellten 32 Flugzeuge vom Typ Airbus A380 Triebwerke bauen. Dafür soll Engine Alliance 4,8 Milliarden US-Dollar kassieren.
hav/news.de/dpa
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