Mo., 13.02.12

Krise des Ölkonzerns London bereitet sich auf BP-Kollaps vor

Artikel vom 06.07.2010

Das Öl sprudelt weiter in den Golf von Mexiko und der BP-Konzern gerät stärker unter Druck. In der britischen Regierung laufen offenbar Gespräche über die Zukunft von BP. Denn sollte der Konzern die Krise nicht überleben, betrifft das die britische Infrastruktur.

Angesichts astronomischer Kosten für die Ölkatastrophe im Golf bereitet sich die britische Regierung nach Informationen der Times auf ein Auseinanderbrechen von BP vor. Es würden Krisenpläne für den Fall eines Zusammenbruchs oder einer Zerschlagung des Konzerns ausgearbeitet, berichtete die Zeitung ohne genaue Quellenangabe. Vertreter des Wirtschafts- und des Finanzministeriums würden Gespräche über die Zukunft des angeschlagenen Unternehmens führen, berichtet das Blatt. Das Finanzministerium wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Falls das ehemals größte britische Unternehmen die Krise nicht überleben sollte, betreffe dies nach Auffassung der Regierung unmittelbar britische Interessen. So gehöre BP der größte Teil der britischen Energie-Infrastruktur, unter anderem ein Leitungssystem, das über 50 Öl- und Gasfelder in der Nordsee verbinde.

Von einem etwaigen Zusammenbruch wären auch viele britische Rentenfonds betroffen, die in BP-Aktien investiert haben. Wie die Zeitung weiter berichtet, will der britische Premierminister David Cameron die Zukunft von BP während eines Besuchs in Washington am 20. Juli mit Vertretern der US-Regierung besprechen. Die BP-Aktie hat durch die Ölkatastrophe schon mehr als die Hälfte ihres Werts verloren. Am Wochenende hatte es Berichte gegeben, wonach BP sich offenbar mit Hilfe von Investoren vor einer feindlichen Übernahme schützen wolle.

Unter dem Druck der US-Regierung hatte BP eingewilligt, 20 Milliarden Dollar in einen Treuhandfonds zur Begleichung von Schadenersatzforderungen zu zahlen. Die Ölkatastrophe hat den Konzern nach eigenen Angaben bislang 3,1 Milliarden Dollar (2,5 Milliarden Euro) gekostet. Die endgültigen Kosten kann der Konzern noch nicht abschätzen. Aus dem Bohrloch strömen noch immer täglich Millionen Liter Öl ins Meer.

Zumindest auf den Kurs der BP-Aktie wirken sich die wilden Gerüchte über die Zukunft des Ölkonzerns positiv aus. Berichte über den möglichen Einstieg von Ölstaaten und einen Notfallplan der britischen Regierung regen die Fantasie der Anleger an. Am Vormittag notierten die Papiere bei 342,50 Pence und lagen damit um 2,74 Prozent im Plus. Seit April hat sich der Aktienkurs des Unternehmens wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko nahezu halbiert. Auf dem derzeitigen Niveau waren die Titel zuletzt im April 1997 gehandelt worden.

 

hav/ivb/news.de/dpa/ddp
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Krise des Ölkonzerns: London bereitet sich auf BP-Kollaps vor » Wirtschaft » Nachrichten

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