Mo., 13.02.12

Warnstreiks Verdi legte Berliner Flughäfen lahm

Artikel vom 27.05.2010

Erst die Aschewolke, jetzt Streiks: Wegen eines sechsstündigen Warnstreiks des Bodenpersonals sind am Donnerstag 32 Flüge an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld ausgefallen. Nun heben die Flugzeuge wieder ab.

Laut verdi-Sprecher Andreas Splanemann beteiligten sich einige hundert der rund 2000 Beschäftigten am Streik. Flughafensprecher Ralf Kunkel erklärte, die Folgen des Streiks seien «weit milder» ausgefallen als befürchtet. Er führte das auf «die akribische Vorbereitung und die gute Zusammenarbeit zwischen Airlines, Bodenverkehrsdiensten und Berliner Flughäfen» zurück. Ver.di-Sprecher Splanemann sprach von «Streikbrechern».

Die Gewerkschaft hatte zu den Arbeitsniederlegungen bei den drei Bodenverkehrs-Dienstleistern Globe Ground, Ground Service International (GSI) und Acciona aufgerufen. Hintergrund sind festgefahrene Tarifverhandlungen. Sie stellen laut Ver.di zusammen 90 Prozent des Bodenpersonals. Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern waren zuvor in fünf Runden ohne Ergebnis geblieben.

Hartz-IV-Aufstockerstatus

Splanemann erklärte, für Globe Ground und deren Tochter GSI werde ein gemeinsamer Tarifvertrag gefordert. Vor allem aber gehe es darum, dass das Vorfeldpersonal, das teilweise «trotz Vollzeitarbeit mit rund 1000 bis 1200 Euro nach Hause geht», aus dem Hartz-IV-Aufstockerstatus herauskomme. Bei Acciona sollten angekündigte Tarifsenkungen von bis zu 20 Prozent, ohne dass es einen Nachweis der Notsituation oder ein Zukunftskonzept gäbe, verhindert werden.

Globe Ground nannte den Streik «absolut nicht mehr nachvollziehbar». Man habe der Forderung «nach einer sofortigen, dauerhaften Anhebung der unteren Einkommensgruppen entsprochen», hieß es in einer Pressemitteilung. Ver.di wurde aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

GlobeGround organisierte nach eigenen Angaben Ersatzkräfte für die Abfertigung von Passagieren und Gepäck. Auch eigene Mitarbeiter seien zur Arbeit bereit gewesen. Die Fluglinie Easyjet kritisierte die Warnstreiks scharf: «Unsere Fluggäste, tausende Berlin-Besucher und Geschäftsreisende haben keinerlei Vertständnis für diesen Streik», betonte Deutschland-Geschäftsführer Thomas Haagensen.

mac/news.de/ddp/ap/dpa
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