So., 12.02.12

Anlagetipps Wohin mit dem lieben Geld?

Von den news.de-Redakteuren Konrad Rüdiger und Christian Mathea

Artikel vom 12.05.2010

Die Angst vor einer starken Inflation geht um. Ob dieses Schreckensszenario wirklich eintrifft, ist ungewiss. Wer mit möglichst vielen Sachwerten besser schlafen kann, für den haben wir ein paar Anlagetipps zusammengestellt.

Eins vornweg, die Panikmache wegen einer Hyperinflation ist übertrieben. Bisher bewegt sich die Geldentwertung auf einem Normalniveau von 1,1 Prozent. Und an eine Inflation mit zweistelligen Raten glauben gegenwärtig auch nur wenige Propheten.

Sicherlich verstärkt das milliardenschwere Rettungspaket der EU und die Entscheidung der europäischen Zentralbank (EZB), Staatsanleihen auch von verschuldeten Staaten aufzukaufen, nicht gerade das Vertrauen in die europäische Einheitswährung, doch die Eurozone hat immer noch eine starke Wirtschaftskraft, zudem hat die EZB zahlreiche Instrumente, um bei steigenden Inflationsraten Geld von den Märkten abzuziehen.

Eins ist jedenfalls sicher: Lebensversicherungen werden es in Zukunft schwer haben, große Renditen zu erwirtschaften, und die Zinsen auf Sparbüchern und Konten sind auch nicht gerade rosig. Wer halbwegs sichere Anlagen mit etwas Spekulationpotenzial sucht, findet hier einige Tipps, welche Anlageform welche Kostenfallen hat.  

Edelmetalle

Gold glänzt in diesen Tagen besonders. Dachte man schon vor Monaten, dass das Edelmetall seinen Höchstpreis erreicht hat, treiben die aktuellen Inflationsängste noch mehr Leute dazu, in Gold zu investieren und damit die Preise noch weiter nach oben. Derzeit kostet die Unze mehr als 1200 Dollar.

Gold ist in Krisenzeiten generell beliebt. Große Fehler kann man nicht machen, denn das Edelmetall wird immer einen gewissen Wert behalten. Doch ob man mit dieser Anlage eine große Rendite erwirtschaften kann, ist Spekulation. Falls das Vertrauen in den Euro und den Dollar zurückkehrt und die Wirtschaft wieder auf Volldampf läuft, kann der Goldpreis auch wieder fallen. Übrigens, wer Gold kauft und dieses nicht in der Handtasche nach Hause tragen will, der sollte in der Bank ein Schließfach mieten. Bei der Sparkasse kosten diese Schließfächer je nach Größe zwischen 20 und 100 Euro pro Jahr.

Was weniger Leute auf dem Schirm haben, ist Silber. Michael Grandt sagte im news.de-Gespräch, dass die Spekulationsblase bei Gold nach einem weiteren Anstieg platzt: «Ich selber bevorzuge Silber. Silber ist noch rarer als Gold und wird mehr in der Industrie verwendet. Das heißt, langfristig wird Silber mehr an Wert gewinnen als Gold, wenn die Spekulationsblase bei Gold dann platzt.»

Wer Silber kauft, sollte aber eins beachten: Im Gegensatz zu Gold wird dafür Mehrwertsteuer fällig, für den Barren 19 Prozent und für die Münze sieben Prozent. Nur wer sich an einer Silbermine durch Aktien oder andere Wertpapiere beteiligt, für den trifft das nicht zu.

Immobilien

Die Zinsen sind niedrig wie nie, mit ihnen kann es angesichts der Inflationsängste nur nach oben gehen. Was kann also dagegen sprechen, das gefällige Zinsniveau langfristig zu nutzen und in eine Wohnung oder ein Haus zu investieren? Und überhaupt, in der eigenen Altersvorsorge alt zu werden, hätte ja doppelt Sinn. Doch es ist Vorsicht geboten.

Wer in dem Glauben investiert, dass der deutsche Immobilienmarkt grundsolide ist und nur eine Richtung kennt, nämlich langsam nach oben, kann sich schnell täuschen. Denn es hängen mehr dunkle Wolken über deutschen Häusern als viele zugeben möchten. Die Hochpreislagen in Großstädten wie München oder Hamburg haben ihre teuersten Tage wohl schon hinter sich und anderswo droht häufig der Preisverfall, wenn die demografische Keule zurück kommt.

Zuallererst in den ostdeutschen Regionen, aber auch in den ländlichen Gebieten im Rest der Republik. Aber auch die sogenannten Speckgürtel rund um die größeren Städte werden mit den Jahren nicht attraktiver, warnen Experten. «Man muss schauen, wo auch in Zukunft noch Leute hinziehen. Vor Vorortsiedlungen warne ich, die werden irgendwann alt und steigen im Preis sicher nicht», gibt Max Otte in der Augsburger Allgemeinen zu Bedenken.

Zudem sind die Mieten auch wegen der stetig steigenden Nebenkosten langfristig keine gute Refinanzierungsquelle. Wer also kaufen möchte, um zu vermieten, wird langfristig eher Minus machen. Zumal die Mietmoral in Deutschland im stetigen Sinkflug begriffen ist. Ist die erste Finanzierung abgelaufen, kann die böse Überraschung erst noch kommen. Denn eine Anschlussfinanzierung kann kräftig ins Geld gehen. Und je länger die Laufzeit, desto höher sind auch jetzt schon die Zinsen.

Wer also in Haus und Heim investieren möchte, sollte die Entscheidung schon länger vorbereitet haben. Jetzt Nägel mit Köpfen zu machen, kann sich langfristig lohnen, wenn denn die Lage stimmt.

Kunst

Wer in Kunst investieren möchte, sollte wissen, dass er sich an eine Börse begibt. Die Erwartungen bestimmen den Preis. In turbulenten Zeiten wie diesen gilt: Zeitgenössische Künstler sind oftmals weniger gefragt als die alten Meister, die jedoch meist ihren Preis haben. Wer also langfristig sein Geld in Kunstwerken anlegen möchte, sollte eine überragende Spürnase für Trends oder einen unerschütterlichen Glauben an eine unerschütterliche Anziehungskraft der Klassiker nebst dickem Geldbeutel haben.

Was viele vergessen, wenn sie von Millionenbeträgen für Giacometti oder Picasso hören: Ein Kunstwerk an den gut zahlenden Mann oder die gut zahlende Frau zu bringen, ist gar nicht so einfach. Die Auktionen müssen von langer Hand vorbereitet werden, und die Auktionshäuser sind bei den Kauf- und Verkaufsgebühren nicht zimperlich. Mindestens zweistellige Prozentsätze streichen die Auktionatoren ein, der Reingewinn wird also auch bei längerfristigen Investments erheblich geschmälert.

Aktien und Aktienfonds

Aktien und Aktienfonds sind eine Möglichkeit für Anleger, die das Risiko nicht scheuen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden große Konzerne wie deutsche Dax-Unternehmen die Krise überstehen. Bevor solche Schwergewichte Bankrott anmelden, steht um sie herum schon nichts mehr. Und gerade exportorientierte Betriebe profitieren derzeit von der Euroschwäche und der Erholung in den USA und den asiatischen Wirtschaftsräumen. Wer Aktien und Fonds kaufen will, braucht erst einmal ein Depot und am besten Erfahrung.

Eine Alternative zu all diesen Anlagemöglichkeiten ist, das Geld einfach in sich selbst zu investieren. Man könnte einen Computerkurs belegen, Fremdsprachen lernen etc. Mit dem neuen Wissen kann man seinen Chef vielleicht von einer Gehaltserhöhung überzeugen, und außerdem lassen sich die Kurse in den meisten Fällen von der Steuer absetzen.

mat/ruk/ivb/news.de
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Leserkommentare (3)
  • Kommentar: 3
  • 15.05.2010 09:58
von
Elster
Antwort auf Kommentar 2

In meinem Elsternest da findet man selbstgemalte Bilder in OEl ,die etwas Wert haben . Mehr Wert bekommen ,wenn ich nicht mehr lebe . Aber ich bin noch und dies ist gut so . Ich will ja noch viele Bilder malen .Ein Glück ,daß ich noch bin ,denn ich will noch einiges lernen in der Malerei und auch viele Bilder malen . Ist halt mein Hobby und es macht mir Spaß und Freude .

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  • Kommentar: 2
  • 13.05.2010 18:19
von
Tantalus

Liebes Elsterchen, eigentlich sagt man doch, dass man in Elsternestern so einiges zu finden ist...

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  • Kommentar: 1
  • 12.05.2010 19:34
von
Elster

Ich habe soviel Geld ,ich weiß garnicht was ich damit machen soll !!!( in Klammern denkste nötig habe ich es )Dies haben doch viele Menschen nötig !!

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