So., 12.02.12

Sky Keine Lust auf Pay-TV

Von news.de-Redakteur Konrad Rüdiger

Artikel vom 15.04.2010

Mit großem Pomp wurde der skandalträchtige Sender Premiere in Sky umbenannt. Doch alles Werben half bislang nicht, der Sender bleibt tief in den roten Zahlen. Die Branche zweifelt nun, ob Bezahlfernsehen überhaupt eine Chance in Deutschland hat.

15.04.2010
Fußball im Pay-TV
Grüner Rasen, rote Zahlen
Video: news.de

Als Bezahlfernsehen in Deutschland noch mit dem Namen Premiere verbunden wurde, war die Welt für die Aktionäre des Medienunternehmens noch in Ordnung. Gut drei Millionen Kunden wurden gemeldet, die Verluste hielten sich in Grenzen. Doch dann kam vor anderthalb Jahren der Schock: Premiere hatte mit dubiosen Tricks die Kundenzahl fast um ein Drittel hoch gerechnet. Die heile Welt war ein potemkinsches DorfIm Jahr 1787 soll der Fürst Grigorij Potjomkin vor dem Besuch der Zarin Dörfer als Kulissen gebaut haben, um einen guten Eindruck bei ihr zu schinden. . In der Kundenkartei fanden sich Karteileichen statt zahlender Abonnenten. Zudem konnte angesichts diverser Probier- und Schnupperaktionen kaum jemand die wahre Kundenzahl beziffern.

Was dann folgte, war das reine Chaos. Verantwortliche gaben sich die Klinke in die Hand, manche hielten es keine drei Wochen auf einem der Chefsessel aus. Allein der Medienmogul Rupert Murdoch verhinderte mit kräftigen Finanzspritzen den sofortigen Untergang des deutschen Bezahlfernsehens. Im vergangenen Jahr wurde dann versucht, mit einem großen Kraftakt die Skandale vergessen zu machen. Premiere wurde in Sky (zum Aktienkurs) umbenannt und eine schicke und mindestens genau so teure Marketingkampagne aufgesetzt.

Drei Euro Umsatz, zwei Euro Verlust

Doch vor einigen Wochen musste bilanziert werden, dass auch diese Aktion scheiterte. Nur knapp 40.000 Abonnenten konnten in drei Monaten hinzugewonnen werden, der Verlust des Jahres 2009 belief sich auch deswegen auf beachtliche 676 Millionen Euro. Sportlich, angesichts eines Umsatzes von 902 Millionen Euro.

Dass die Zahlen so desaströs ausfielen, ist zumindest aus Kundensicht kein großes Wunder. Denn im Sommer vergangenen Jahres wurde zeitgleich mit der teuren Umbenennung das Hauptprodukt des Senders drastisch verteuert.Waren für die Übertragung der Fußball-Bundesliga zuvor knapp 20 Euro monatliche Gebühr fällig, mussten nun mindestens 32,90 Euro berappt werden. Das bedeutete einen Preissprung von immerhin 65 Prozent.

Mit der Preiserhöhung wurde auch ein Paket-Konzept umgesetzt, das nur bei wenigen Kunden auf Gegenliebe stieß. So muss der Fußballfan erst einmal das Basis-Paket mit rund 20 Kanälen buchen, um dann noch extra für die Live-Übertragungen aus deutschen Stadien zu zahlen. Nicht zuletzt wurde mit Saisonbeginn der Spielplan der Bundesliga um zwei Termine erweitert, um mehr Spiele hintereinander zeigen zu können und zugleich mehr Exklusivität zu erreichen.

Der mysteriöse deutsche Fußballfan

Auch die Konkurrenz der Telekom, die die Rechte für die Übertragung der Bundesliga im Internet erworben hat, schlägt sich mit ähnlichen Problemen wie Sky herum. Hier wie da wird auf die Fußballfans gesetzt, die allerdings weitgehend mit den Berichten und Zusammenfassungen in Sportschau und Co. zufrieden sind und nur bedingt bereit sind, signifikant in Live-Übertragungen zu investieren. Zudem setzen zunehmend illegale und legale, aber auf jeden Fall kostenfreie Angebote im Internet  den Markt zusätzlich unter Druck.

Dass nun bei Sky bald alles anders werden wird, glauben nur die wenigsten. Kurz nach Bekanntgabe der schlechten Bilanz warf auch der bisherige Chef Mark Williams das Handtuch. Sein Nachfolger Brian Sullivan tritt derzeit ein schweres Erbe an. Man gibt sich nach außen hin optimistisch und rechnet im kommenden Jahr mit schwarzen Zahlen. Branchenkenner zweifeln jedoch daran, dass sich dies in Deutschland realisieren lässt. Der größte Eigner von Sky, der Medienmogul Rupert Murdoch, glaubt noch daran, dass das Konzept, das anderswo gut funktioniert, auch in Deutschland aufgehen wird. Immerhin, mit Moritz Bleibtreu hat man noch eine neue Werbekampagne angeschoben.

kab/ivb/news.de
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Sky: Keine Lust auf Pay-TV » Wirtschaft » Nachrichten

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Schlagworte:
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Leserkommentare (12)
  • Kommentar: 12
  • 03.08.2010 12:57
von
Michel1966
Antwort auf Kommentar 7

Im Vergleich zur GEZ ist SKY eigentlich nicht zu teuer. Wenn man wählen könntem würde ich statt der GEZ SLY nehmen.

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  • Kommentar: 11
  • 03.08.2010 12:51
von
Michel1966
Antwort auf Kommentar 1

Tom hat recht ! Das sage isch schon seit Jahren. Ich war 10 Jahre Kunde bei denen, aber der dauernde Paketwechsel und die dauernd teurer werdenden Paketpreise wurden mir dann doch zu viel. Im Prinzip hätte mir gegen Ende einzig der Discovery Chanel gereicht. Zu Zeiten als es noch Premiere Start gab, gab es sicherlich auch viel mehr Kunden.

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  • Kommentar: 10
  • 16.04.2010 22:47
von
brainthink

Filme gibts in der Videothek oder Media Markt, Fußball bei ZDF und Sat1, Pornos im Internet und Sitcoms werden auch ständig wiederholt. Wozu braucht man jetzt Premiere/SKY/whatever?

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  • Kommentar: 9
  • 16.04.2010 09:07
von
Xiroi

Ich verstehe nicht, wie die Verantwortlichen bei Sky so weltfremd seien können. Pay TV wird in Deutschland einfach zu teuer angeboten. Die Mobilfunkindustrie hat es doch vorgemacht: Biete ein Komplett-Paket fürs Bezahlfernsehen für 10€-15€ an und 50-60% der deutschen Haushalte würden dieses abonnieren. Für 10 oder 15€ würde sich auch keiner mehr Gedanken machen "schwarz zu schauen". Das wäre der Aufwand dann nicht wert. Ausserdem müsste das TV-Programm aktueller und interessanter gestaltet sein. Jeder könnte Sky erfolgreicher führen als die jetzigen "sogenannten Manager"!!!

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  • Kommentar: 8
  • 15.04.2010 14:57
von
Reimund

Schon mal Fußball-Bundesliga samtags im Radio gehört? Das ist fetziger, spannender, aufregender als manch TV-Übertragung. Dazu Kult. Und (von der GEZ-Zwangsabgabe abgesehen) kostenlos. - Filme? Kann man für 2 Euro pro Film und Tag aus der Videothek um die Ecke ausleihen, und zwar früher, als SKY sie sendet. - Jemand mit »normalen« Seh-Interessen braucht so etwas wie SKY wirklich nicht, und von den relativ wenigen Liebhabern exotischer Sachen allein kann niemand leben. Jeder geistig klare Geschäftsmann würde SKY aus dem Regal schmeißen. Nur die hochbezahlten Marketing-Manager raffen das nicht.

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  • Kommentar: 7
  • 15.04.2010 14:44
von
wolfer

Ich finde es reicht! Die Anstalten von ARD / ZDF erheben schon Gebühren, obwohl diese Sender auch Werbung bringen. Ein weiteres Bezahlfernsehen, wie SKY ist vollkommen überflüssig. Es gibt genügend andere Medien, um Filme / Serien an zusehen, die aber wesentlich günstiger sind und man keinen Vertrag abschließen muss.

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  • Kommentar: 6
  • 15.04.2010 14:06
von
Angelstar

...die Bildqualität war unter aller... Da zahlt man schon für Sky und bekommt nochnichtmal den El Clasico geboten, das ist armseelig! Ausserdem erschließt sich mir kein Zusammenhang zwischen der Übertragung der Primera Division auf laola1.tv und dem "Nichtzeigen" der Serie A durch Sky. Nur die englische Premier League (in der Regel zeitgleich zur BuLi) wird übertragen. Ich kenne einige Leute, die ein Sky-Abo abschließen würden, wenn Primera Division und Serie A im Programm wären.

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  • Kommentar: 5
  • 15.04.2010 14:02
von
Angelstar

Ein weiteres Problem ist, dass Sky großmäulig einen Ausbau der Sportübertragungsrechte angekündigt hat, insbesondere beim Fussball (spanische Primera Division und italienische Serie A) und dann, als die Saison schon längst begonnen hatte, auf einmal gesagt hat, dass sie beide Ligen nicht ins Programm nehmen, da laola1.tv die Primera Division kostenlos im Internet sendet und dies nicht zum Exclusivitätsanspruch von Sky passen würde. Allerdings ist laola1.tv bei Spitzenspielen ein Krampf! Der El Clasico am Samstag war keine Freude anzuschauen, dauernd Hänger, 3mal komplett rausgeflogen und...

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  • Kommentar: 4
  • 15.04.2010 13:14
von
Herbert

Bis ende Februar lief noch mein alter Premiere Vertrag bei Sky weiter 2 Pakete für 19,90 und dann sollte ich 32,90 zahlen! Aber ohne mich, ich habe gekündigt. und mit mir sicher noch viele andere. Was nützen denn 40 oder 50 Sender wenn einen vieleicht nur 10 interesieren, da sollte mann vieleicht mal darüber nachdenken.

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  • Kommentar: 3
  • 15.04.2010 13:06
von
benny

und mir ist damals schon aufgefallen das viele filme schon veraltet sind.was die Senden wo bei normalen sender bereits am laufen ist.und neben bei wir haben das "Internet"sky müsste umdenken und eine ganz neue Strategie aufbauen so wie Tom schon geschrieben hat.10-15€ in monat für alles.den es ist einfach noch zu Teuer mann bedenkt auch das wir viele Hartz4 Empfänger haben die so teures nicht leisten können.

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  • Kommentar: 2
  • 15.04.2010 12:58
von
benny

ich hatte premiere gehabt 25€jeden monat das einzige was mich wirklich intressiert hat davon war wrestling gewesen.anstatt die 1€ pro sender nehmen würden wo auch das drin ist was ich sehen möchte das wären in monat 30€ wo nur wrestling läuft das wäre ok so das gleiche gilt für die jenigen die nur fußball haben wollen.aber nein immer diese packete kein wunder das die pleite gehen.aber ich hab jetzt gehört das es 4wrestling sender geben soll bei sky da werd ich mich mal schlau machen was die kosten.oder ob es wieder dieser sport packet nehmen muss was mich nicht intressiert

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  • Kommentar: 1
  • 15.04.2010 12:27
von
Tom

Maximal 10,- Euro für Sky Komplett für jedermann - das wäre die Lösung des ganzen Problems. Mir ist es wirklich ein Rätsel, warum man bei diesem "Saftladen" noch immer an der Strategie festhält: Lieber eine Hand voll Kunden die richtig blechen, als es einfach über die breite Masse zu machen. Bei 10 Euro/Monat hätte Sky sicherlich 10 Mal so viele zahlenden Kunden und eigentlich keinen wirklichen Mehraufwand dadurch, denn dem Satelliten ist es letztendlich egal ob nun eine oder zehn Millionen User "dranhängen". Goodbye Sky - wenn ihr allesamt du blöd seid habt ihr es nicht anders verdient!

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