So., 12.02.12

Recht für Verbraucher Schufa-Auskunft wird kostenlos

Artikel vom 30.03.2010

Ab 1. April soll Schluss sein mit der Geheimniskrämerei von Schufa, Creditreform und anderen Datensammlern. Wer mehr über seine Kreditwürdigkeit und deren Zustandekommen wissen will, kann jetzt eine Gratis-Auskunft verlangen.

Verbraucher haben jetzt das Recht, einmal pro Jahr gratis alle über sich gespeicherten Daten abzurufen - und damit zu erfahren, warum etwa ein Handy-Vertrag aus heiterem Himmel abgelehnt wurde, obwohl man gar keine Schulden hat. Die Neuregelung des Bundesdatenschutzgesetzes zwingt Schufa & Co. erstmals auch Licht ins Dunkel des streng gehüteten und heftig umstrittenen Scoring-Systems zu bringen. Diese Geheimdaten entscheiden darüber mit, inwieweit Millionen Bürger kreditwürdig sind.

«Leute, nutzt die neue Auskunftsmöglichkeit und ruft die eigenen Daten präventiv ab», ermuntert Sylvia Beckerle, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz zum Handeln. Erfahrungsgemäß seien viele der gesammelten Einzeldaten nicht korrekt. Mögliche Folge: Ein Verbraucher rutscht in einen schlechten Score, also in ein schlechteres Licht, wenn es um die Vergabe von Bankkrediten, um Leasingverträge und anderes geht. Darlehen können dann empfindlich teurer werden. Oder das Versandhaus liefert nur noch per Nachnahme.

Wer falsche Einträge über sich findet, kann Korrektur verlangen und bestenfalls auch Einfluss auf eine bessere Einstufung nehmen, wie Frank-Christian Pauli vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) erläutert.

Was macht die Schufa eigentlich?

Die bekannteste Auskunftei in Deutschland ist die Schufa, die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung in Wiesbaden. Allein dieses Unternehmen sammelt und verwaltet Daten über die Zahlungskraft von rund 65 Millionen Bürgern. Kaum jemand, der nicht erfasst ist. Jede Girokonto-Eröffnung wird an die Schufa gemeldet, kein Geld- oder Warenkredit bleibt unbemerkt.

Die Schufa weiß, ob Kunden eine EC- oder Kreditkarte haben, einen Telefonvertrag, Raten- oder Immobilienkredite. Sie weiß, wie hoch die Schulden sind, ob sie ordentlich abbezahlt werden, ob Mahnverfahren laufen, eine Privatinsolvenz oder gar ein Haftbefehl ansteht. Aus den über 370 Millionen Einzeldaten der Bürger werden seit 1996 Punktwerte errechnet, die Scores (englisch für Zahlenwert). Je besser der Wert von 1 bis 1000, desto kreditwürdiger der Kunde.

Sowohl die gesammelten Daten als auch die statistisch berechneten Score-Punkte werden dann weiterverkauft. Abnehmer sind Unternehmen, die die Zahlungskraft ihrer Kundschaft einschätzen wollen und bei Geschäften in Vorleistung gehen. Dazu gehören Mobilfunkfirmen, Autovermieter, Onlinehändler, Versand- oder Einzelhändler. Banken und Sparkassen wollen die Daten, um zu berechnen, mit welcher Wahrscheinlichkeit ihre Kunden einen Kredit zurückzahlen.

Täglich erhält allein die Schufa gut 220.000 Informationsanfragen, macht rund 80 Millionen Auskünfte jährlich. Etwa die Hälfte davon wollten auch das Scoring mitgeliefert haben, weiß die Verbraucherzentrale Hamburg. Andere Mitbewerber sind stärker darauf spezialisiert, Daten über die Einkommenssituation, über Vermögen, Beruf oder den Familienstand von Bürgern zu sammeln.

Klamme Nachbarn schaden

Verbraucher- und Datenschützer hatten vor allem das Scoring-Verfahren immer wieder als undurchsichtig kritisiert. Wie Scores genau ermittelt werden, lag bisher weitgehend im Dunkeln. Klar war nur, dass die Zahl der Girokonten, Kreditkarten, Darlehen oder Handyverträge in die Berechnung miteinflossen. Genauso wie die Kreditdauer, ein Wohnungswechsel, der Wohnort, Alter oder der Familienstand. Letztlich wird der Einzelne aber nicht daran gemessen, ob er wirklich finanziell solide ist, sondern wie eine vergleichbare Risikogruppe zahlt.

Sind viele der «Datenzwillinge» schlechte Kunden, dann rutscht selbst ein Gutverdiener im Scorewert ab. Individuelle Daten wie ein fester Job oder ein hohes Einkommen werden beim Scoring nicht berücksichtigt. Schon eine Wohngegend mit schlechtem Ruf oder die Schulden der Nachbarn können die eigene Einstufung drücken und den Immobilienkredit verteuern.

«Scoring ist auch ab April noch kein offenes Buch, die Berechnungsformeln kriegen wir nicht», betont Pauli. Trotzdem sei das Verfahren endlich erstmals gesetzlich geregelt.

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URL : http://www.news.de/wirtschaft/855050472/gratis-check-beim-datensammler/1/
Schlagworte:
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Leserkommentare (10)
  • Kommentar: 10
  • 31.03.2010 09:19
von
RAGNAROEKR
Antwort auf Kommentar 9

Auch die Schufa darf nicht Datenmaterial führen, obwohl sie weiß oder nachgewiesen bekommt, dass es falsch ist. Vorausgesetzt wird, dass der Eintrag falsch ist. Probates Mittel dann: Direktes Vorgehen gegen diese Auskunftei. In einem wirklichen Konflikt niemals die Einigung mit einer auskunftsgebenden Stelle suchen. Diese ist der Kriegsgegner und den beeinflußt man nicht mit Bittschriften. Zum Grundthema: Schuldner, die Grund zu Leisetreten haben nutzt die neue Vorschrift nichts. Personen mit wirtsch. Perspektive brauchen solche Vorschriften nicht. Die Pflege des Schufa-Kto. ist wichtig.

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  • Kommentar: 9
  • 31.03.2010 01:50
von
Luke Fileworker

2. Teil - .. und wenn man dann um Korrektur mit Belegen in der Hand! bittet, bekommt mann zur Antwort:" Das müssen Sie mit dem Datenlieferer klären." Die gibt es aber nicht mehr (z.B.Möbelhaus) oder "das können wir nicht machen" bei Hinweis auf veröffentlichte Abschlüsse - nicht 3,5Mio sondern 350000 Bilanzsumme wäre richtig (in diesem Fall war der Fehler positiv für den Betroffenen... oder die Herkunft von definitiv falschen Datensätzen wird nicht genannt. Weil keiner ist zuständig, denn alle machen ja nur ihren Job!

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  • Kommentar: 8
  • 31.03.2010 01:28
von
Luke Fileworker

Aus gemeinsamer Erfahrung mit 16 Freunden weiß ich, über 75% dieser Auskünfte sind Datenmüll die nur einem Zweck dienen - ihn sich gegenseitig zu verkaufen !Wir haben Auskünfte von Schufa und Creditreform (wenn man hingeht und nur einen Blick nimmt kostenlos) eingeholt. Unvollständig und definitiv falsch. Von Krediten die es gar nicht gab=getilgt,bis vertragsgemäß vor 12 Jahren abgewickelt aber nicht ausgetragen, weil das kostet wohl was, über Firmenprofile die jeglicher Grundlage entbehren nichtmal die Rechtsform stimmte! Phantasieumsätze & 30 Angestellte in EinMannFirma stehen da drin....

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  • Kommentar: 7
  • 30.03.2010 20:51
von
Matthias Engel

Genau das hatte ich auch schon vor Jahren dieses Wichtigtuer der Schufamacher u.a. so gesagt, dass sie eigentlich mit einem Strafverfahren wegen Nötigung Beleidigung und unter anderem der Begünstigung von anderen Firmen Banken etc. auch bestochen ja so wurden, um solcher Datensätze weiter zu verkaufen zu können z.B.!! Das ich dieses auch für erheblich das Scoring-Verfahren immer als Kriminelles widerspenstiges undurchsichtig kritisierte und Verbrecherallüren falsch widerfahren so haben an Bürger. Man sollte diesen Leute in den Knast stecken, denn sie sind nicht besser als Bankräuber!

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  • Kommentar: 6
  • 30.03.2010 16:37
von
RAGNAROEKR

Wen ein paar Euro davon abhalten, seine Schufa-Auskunft einzusehen, dem ist nicht zu helfen. Wer über eine Schufa-Auskunft den Grund für eine Kreditablehnung kennenlernen will, muss vorher zur Schufa gehen und dann zur Bank. Im Übrigen muss eine Bank eine Kreditablehnung meist nicht begründen. RAGNAROEKR stört an der Sache nur, dass hier ein Verbaucherschutz simuliert wird. Das zeigt K 5 deutlich, denn wenn eine Schufa-Ausk. schlecht ist, ist die Kreditgewährung nahezu unmöglich. Es kommt also nicht auf das Wissen über die Schufa an, sondern wie diese Org. im Eigeninteresse zu steuern ist.

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  • Kommentar: 5
  • 30.03.2010 15:11
von
Luise Müllerin
Antwort auf Kommentar 4

Ihre Argumente sind reine polemische Selbstdarstellung ohne brauchbaren Hintergrund. Wir sollten froh sein, dass uns nun Auskunft gegeben werden muss- auch von Banken, die Kredite ansonsten ohne tatsächliche Begründung ablehnen konnten. Vor allem ist es wichtig, dass nun auch gesagt werden muss, woher die Schufa die Auskünfte erhalten hat. Damit ist es endlich möglich, auch dagegen vorzugehen, wenn falsche Angaben vorliegen.

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  • Kommentar: 4
  • 30.03.2010 14:26
von
RAGNAROEKR

Nach R gilt: 1. Was nichts kostet, taugt nichts. 2. Kostenfrei und umsonst ist zu unterscheiden. 3. Derjenige, der glaubt, er brauche eine Schufa-Ausk., muss zuerst wissen, welche. 4. Plane über einen Handy-Vertrag hinaus.

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  • Kommentar: 3
  • 30.03.2010 14:19
von
wm

EINE Schufa-Auskunft - gemeint ist natürlich die Eigenauskunft - pro Jahr ist kostenlos. Die von Dritten - z.B. Vermietern - geforderten Auskünfte kosten immer.

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  • Kommentar: 2
  • 30.03.2010 13:12
von
Pete Plasma

War eine Schufa-Auskunft in deren Geschäftsstellen nicht schon immer kostenlos ?

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  • Kommentar: 1
  • 30.03.2010 13:01
von
Lutz Spilker

Hallo zusammen, Wird die SCHUFA-Auskzunft tatsächlich kostenlos? http://www.webbstar.de/2010/03/30/schufa-auskunft-wird-teurer/ lG Lutz

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