Mo., 13.02.12

Reifen Wer billig kauft, ist früher tot

Von news.de-Redakteur Sebastian Haak

Artikel vom 19.03.2010

Ein Auto kann noch so teuer sein - wenn die Reifen nichts taugen, bringen auch die modernsten Helferlein nichts. Die meisten Deutschen haben das inzwischen verinnerlicht. Die Hersteller freut es.

Alle Jahre wieder warnt der ADAC vor billigen Reifen. Meist gleich zwei Mal im Jahr. Dann nämlich, wenn der Club seinen Sommer- beziehungsweise seinen Winterreifentest veröffentlicht. Ein Ergebnis scheint schon vorab, grundsätzlich und immer wieder festzustehen: Die billigen Pneus aus Fernost bieten viel Risiko, vielleicht sogar den Tod für kleines Geld.

Doch dem setzen sich die meisten Deutschen trotz des garantierten Adrenalinkicks, sollte etwa ein Reifen auf der Autobahn platzen, nicht aus. «Die Nachfrage nach den Billigreifen aus Fernost ist in Deutschland sehr gering», sagt Hans-Jürgen Drechsler vom Bundesverband des Reifenhandels (BVR). «Und in den vergangenen Jahren hat die Nachfrage noch einmal nachgelassen. Die Verbraucher haben auf die Warnungen reagiert», sagt er.

Wirklich groß sei die Nachfrage aber ohnehin nie gewesen, sagt Drechsler weiter, der auch davor warnt, alle Reifen etwa aus chinesischer Produktion zu verteufeln. Es könne durchaus sein, dass auch namhafte Hersteller ihre Produkte in Asien fertigen ließen. Und gegen die sei in der Regel nichts einzuwenden, wenn die Qualitätsstandards eingehalten würden.

Hersteller geben sich gelassen

Auch wenn man bei den ständigen Warnungen vor den Billigreifen einen anderen Eindruck bekommen könnte: Die großen Reifenhersteller geben sich ohnehin betont unaufgeregt, spricht man sie auf die potenzielle Konkurrenz an. «Wir nehmen das gelassen hin», sagt beispielsweise Klaus Engelhart, ein Sprecher von Continental. Er könne zwar nicht vorhersehen, was in zehn Jahren sei, doch im Moment seien die schwarzen Gummis mit dem zu Recht schlechten Ruf keine wirkliche Konkurrenz. Zwar seien die Hersteller ganz weit im Osten bestrebt, über den Preis in den deutschen Markt vorzudringen. Doch auch Engelhart hat die gleiche Beobachtung gemacht wie der Mann vom BVR: Nur die wenigsten Kunden fallen auf die Masche mit dem Preis rein.

Jene, die es tun und trotz aller Warnungen und entgegen des Trends doch zu billigen und dafür mit Sicherheitsrisiken belasteten Reifen greifen, lassen sich nach den Erfahrungen von Hans-Jürgen Drechsler aber nicht in eine Schublade stecken. «Wer einen solchen Reifen kauft, schaut nur aufs Geld», sagt er. «Und diese Leute gibt es quer durch alle gesellschaftlichen Schichten.»

sgo/ivb/news.de
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Leserkommentare (12)
  • Kommentar: 12
  • 21.03.2010 19:51
von
tgv

Derzeit habe ich Dunlop drauf. Davor waren es Pneus von Hankook, einem koreanischer Hersteller - das liegt m. W. auch ich Fernost. Und was machen denn die Japaner als Erstausstattung auf ihre Fahrzeuge drauf? Die kaufen doch nicht in Europa ein - oder? Ein etwas sehr durchsichtiges 'Spiel' mit der Angst der Autofahrer, wie ich meine. Sicher gibt es einige Reifen aus Fernost, die man sich besser aufziehen lassen sollte. Das gilt aber auch für minderwertige Reifen aus allen anderen Welt-Regionen. Vor Jahren kaufte ich Hankook, der Qualität wegen und jetzt eben Dunlop aus gleichem Grund.

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  • Kommentar: 11
  • 21.03.2010 01:19
von
viech666

Wenn es in der Zukunft bald überall Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt und der Verkehr nur noch so vor sich hin schleicht, dann braucht man sowieso keine guten Reifen mehr. Würden bei einem Untergang der großen Hersteller eigentlich viele Arbeitsplätze flöten gehen oder ist die Produktion eh so gut wie vollautomatisch?

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  • Kommentar: 10
  • 20.03.2010 15:55
von
Karl Leonhardt

Interessant wie manche Sachen aus solchen "Meinungsrunden" herausfallen ! Zb mein Beitrag von gestern oder vorgestern. Wird da Meinungssteuerung betrieben ??? Für wen arbeitet NEWS DE eigentlich ?????

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  • Kommentar: 9
  • 19.03.2010 21:11
von
Carsten Zeller

Bei den Motorradfahrern sollte noch mehr auf verlässliche Qualität geachtet werden. Europäische Hersteller machen zwar viel Werbung in Zeitungen und im Fernsehen, jedoch werden die entwickelten Reifen auch auf unserem Fahrbahnbelägen, bei unseren Wetterbedingungen, mit unserem Vorgaben getestet. Bei einem Motorrad wo die Verbindung zur Fahrbahn gerade mal Briefmarkengroß ist, ist kein Platz zum sparen. Schlechte Reifen bringen nicht nur den Motorradfahrer in Gefahr, sondern auch den restlichen Straßenverkehr. Wer kein Geld für ordentliche Reifen hat, sollte die Finger vom Motorrad lassen.

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  • Kommentar: 8
  • 19.03.2010 21:05
von
Carsten Zeller

Viele Hersteller produzieren ihre Reifen in Fernost, jedoch kaufe ich mir immer noch lieber einen Reifen der in China nach deutschen oder europäischen Qualitätsstandards produziert wurde, wie ein Pneu das der Asiate anhand optischen Vorgaben nachbaut. Und das tun sie ohne Zweifel nach wie vor. Es macht auch keinen Sinn einen Reifen 15 oder 20 Euro das Stück günstiger zu kaufen, mit dem Sie eventuell einen höheren Spritverbauch, höhere Geräuschentwicklung im Fahrzeug und auch für die Umwelt, sowie eine geringere Laufleistung haben.

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  • Kommentar: 7
  • 19.03.2010 18:01
von
Christian Kraus

Die teuersten Reifen müssen nicht die besten sein-und auch der Geldbeutel des Käufers wird bei Reifenneukauf da wohl ein gewichtiges Wort spielen.Generell gilt-Langstreckenfahrzeuge mit sehr viel Leistung -sprich PS-wird wohl auch ein Spitzenerzeugnis der Reifenindustrie gerecht.Aber bei den Klein-bis Mittelklassewagen für Nah-und Stadtverkehr darf da ruhig mal gespart werden:Es gibt ja für fast alle Reifen entsprechende Testberichte-also erstmal vorher erkundigen und Preise vergleichen.Auch der Reifenhändler hat Sonderangebote und Preisschnäppchen-da lohnt es sich bestimmt zuzugreifen....

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  • Kommentar: 6
  • 19.03.2010 16:06
von
rfuchs007

Ich als Motorradfahrer kann ADAC zustimmen, als Autofahrer eher nicht... mein auto hat nur 100PS das halten die Chinesische Reifen auch aus :P

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  • Kommentar: 5
  • 19.03.2010 15:19
von
Udo Broes

Wenn die Fernostreifenhersteller finanziell die Lobbys und Verbände genauso unterstützen würden und genausoviel Geld für Print- und andere Medienwerbung ausgeben würden wie die "großen" Reifenhersteller, dann müssten sie ihre Reifen sicher genauso teuer verkaufen, wie die "großen" Reifenhersteller. Vorausgesetzt, sie würden auch genauso hohe Managergehälter zahlen.

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  • Kommentar: 4
  • 19.03.2010 15:09
von
RAGNAROEKR

Es ist einfach schlicht weg ein (tödl.) Blödsinn, die Nachteile des Preiswettbewerbs nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen. Dies zeigt K 1. Die Gleichsetzung von billig mit gut ist genauso falsch, wie dass ein Preis zu einem Leistungsangebot führen kann. Preiswettbewerb ist bei homogenen Produkten (Persil u.a. Waschmittel) möglich, dort jedoch, wo die Produkteignung selektive Abwägungen erfordert, bestimmen qualitative Bewertungen den Wert der Ware oder der Leistung. Und wenn die ganze Welt zwischen Preis- und Qualitätswettberb nicht unterscheiden kann, dann bleibt R bei seiner Auffassung.

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  • Kommentar: 3
  • 19.03.2010 15:08
von
Karl Leonhardt

Erstens mal: In Deutschland misst man Qualität nur über den Preis. Je teurer um so grösser die Angeberei! Zweitens: Macht man denn Blindtests bei Reifen? Doppelblindtests!!! Drittens: Wer und wieviele ihrer Reifen lassen denn die ach so guten Grossen in Fernost oder so ähnlichen Gegenden herstellen? Klammheimlich herstellen?? Viertens: Wenn ich von meiner beschissenen Jahresrente 830x12=9960 alle kaum vermeidbaren Zahlungen abziehe bleiben mir pro Monat etwa 220 Euro, inclusive Reifenkauf!

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  • Kommentar: 2
  • 19.03.2010 14:56
von
Andreas Geisel

Ich arbeite 13 Stunden am Tag für nur 1500 Euro brutto. Da kann ich mir gewiss nur die billigen Reifen kaufen. Bei den hohen Spritkosten fahre ich sowieso langsam. Mir ist sogar schon mal ein Reifen geplatzt. Da wechsel ich eben. Dauert 10 Minuten. Bevor ich durch den geplatzten Reifen sterbe hab´ ich mich eh´ totgearbeitet. Urlaub gibt´s nämlich auch keinen...

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  • Kommentar: 1
  • 19.03.2010 14:14
von
Udo Broes

Jaja, der liebe ADAC hat "geprüft" und die Reifen der "großen" Hersteller für besser als die Reifen aus Fernost befunden. Was für ein Wunder! Der ADAC sollte einmal als Lobbyverband offen legen, wieviel finanzielle Untestützung er von den "großen" Reifenherstellern und wieviel von den Fernostherstellern bekommen hat. Und wenn man diese Zhalen denn mal hätte, sollte man sich über die Empfehlung des ADAC nochmal Gedanken machen. Bei den Geschwindigkeits- und Zuladungsüberschreitungen in manchen fernöstlichen Ländern müssten die Reifen denen dort ja dauernd um die Ohren fliegen!

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