Mo., 13.02.12

Neue Pläne Schwarz-Gelb will mehr Lohnsklaven auf Zeit

Artikel vom 18.03.2010

Schon jetzt kritisieren Gewerkschaften, dass zu viele Menschen nur noch Jobs auf Zeit haben. Die Arbeitgeber geloben offiziell Besserung. Doch die Regierung arbeitet nach einem Bericht schon an Plänen, Jobs auf Zeit noch einfacher zu machen.

Trotz einer stark zunehmenden Zahl von Kurzzeit-Jobs will die Bundesregierung die Liberalisierung des Arbeitsmarktes weiter vorantreiben. Wie die Zeitungen der WAZ-Gruppe berichten, arbeitet Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) an einem Gesetz, um die Befristung von Arbeitsverträgen zu erleichtern. Mehr Beschäftigte müssten dann damit rechnen, keinen unbefristeten Vertrag mehr zu erhalten, sondern Jobs mit Zeitbegrenzung auf beispielsweise zwei Jahre.

Nach Informationen der WAZ-Gruppe will das Arbeitsministerium den Gesetzentwurf voraussichtlich im Mai an den Bundestag schicken. Union und FDP wollen, dass die Unternehmen mehr Möglichkeiten erhalten, Arbeitsverträge zeitlich zu begrenzen, ohne dafür eine juristisch überprüfbare Begründung liefern zu müssen. Heute ist die Befristung ohne Begründung stark reglementiert. In vielen Fällen müssen die Firmen konkrete Argumente anführen, wenn sie die Vertragsdauer für eine Stelle begrenzen wollen.

Das Bundesamt für Statistik hatte zuvor bekanntgegeben, dass der Anteil befristeter Arbeitsplätze im Jahr 2008 bereits 8,9 Prozent betrug. Rund 2,7 Millionen von etwa 30 Millionen abhängig Beschäftigten in Deutschland arbeiteten demnach auf zeitlich begrenzten Stellen. 1991 waren erst 5,7 Prozent der Arbeitsplätze befristet. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt in Nürnberg (IAB) erfolgt heute schon fast jede zweite Neueinstellung (47 Prozent) befristet. Besonders davon betroffen sind junge Leute.

seh/cvd/news.de/ddp
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Leserkommentare (1)
  • Kommentar: 1
  • 18.03.2010 17:59
von
elkelich

Mehr Jos befristet? Wunderbar, dann wäre der Standort Deutschland im internationalen Vergleich wieder wettbewerbsfähiger, weil billiger. Mein Chef kann mich ja einfach nach der begrenzten Zeit austauschen, sollte ich es wagen, eine Lohnanpassung im Zuge der Inflation zu fordern! Und die von mir produzierten oder verkauften Waren werden dann von Chinesen, Indern oder Rumänen gekauft, weil die sich die qualitiv hochwertige Ware leisten können? Oder wer genau hat die Kaufkraft, unsere Binnennachfrage anzukurbeln? Da ich es mit meinem befristeten Job ja nicht sein kann.

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