So., 12.02.12

Karstadt Insolvenzplan steht

Artikel vom 15.03.2010

Die Warenhauskette soll für den Verkauf fit gemacht werden. Der Insolvenzverwalter hat beim Amtsgericht seinen Sanierungsplan abgegeben, jetzt sind die Gläubiger am Zug. Sie müssen entweder auf viel Geld verzichten oder zustimmen.

Die ums Überleben kämpfende Warenhauskette Karstadt soll bis Ende April an einen Investor verkauft werden. Mit mehreren «namhaften Interessenten» liefen «sehr konstruktive» Gespräche, teilte Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg mit. Die Zukunft des Unternehmens soll mit einem Insolvenzplan gesichert werden, der heute beim Essener Amtsgericht vorgelegt wurde. Die Karstadt-Gläubiger müssen dem Insolvenzplan noch bei einer Versammlung Mitte April zustimmen. Zu einem Abschluss des Insolvenzverfahrens könne es dann bis zur Jahresmitte kommen, sagte ein Sprecher.

Für den Insolvenzplan hatten zuvor Vermieter und Beschäftigte Sanierungsbeiträge in Millionenhöhe zugesagt. 13 Filialen sollen geschlossen werden. Die Gläubiger sollen auf einen Großteil ihrer angemeldeten Forderungen von insgesamt 2,7 Milliarden Euro verzichten. Der vorgelegte Insolvenzplan sieht für die Gläubiger nur eine Quote von drei Prozent vor. Wenn es nicht gelingt, einen Käufer für die verbleibenden 120 Karstadt-Warenhäuser in ganz Deutschland zu finden, droht aber dennoch die Zerschlagung des Konzerns.

Permira hat angeblich kein Interesse mehr

Im Februar hatte der Sprecher des Insolvenzverwalters mitgeteilt, dass sechs Kaufinteressenten damit begonnen haben, die Bücher des Unternehmens zu prüfen. Der Verkaufsprozess könne schon im zweiten Quartal dieses Jahres abgeschlossen werden, hieß es damals. Den jetzt vom Handelsblatt genannten Termin 31. Mai wollte Görgs Sprecher aber ausdrücklich nicht bestätigen.

Nach Informationen der Zeitung soll der teilweise als Favorit für eine Komplettübernahme genannte Private-Equity-Investor Permira inzwischen kein Interesse mehr an Karstadt haben. Wenn der Versuch eines Verkaufs sämtlicher nicht zur Schließung vorgesehenen 120 Warenhäuser mit ihren mehr als 25.000 Beschäftigten in ganz Deutschland misslingt, müssen die Gläubiger von Karstadt wahrscheinlich mit einer entsprechend niedrigen Quote aus der Insolvenzmasse rechnen. Im Fall einer Zerschlagung des Kaufhauskonzerns könnten die Konkurrenten Metro und Otto wieder auf den Plan treten, die bereits Interesse an Teilen des Unternehmens signalisiert haben.

ruk/ivb/news.de/ap/dpa
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