Der Ex-Weltmeister fällt weiter zurück
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Nicht nur, dass uns die Chinesen inzwischen als Export-Weltmeister abgelöst haben. Jetzt bauen sie ihren Vorsprung auch noch weiter aus - während unser Export nicht aus der Talsohle kommt.
Die deutsche Exportwirtschaft kommt nicht so recht vom Fleck. Im Januar lag der Zuwachs bei den Ausfuhren im Vorjahresvergleich nur bei 0,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Zu Dezember 2009 erlitten die Exporte mit einem unerwarteten Minus von 6,3 Prozent sogar einen empfindlichen Rückschlag.
Der Wert der Ausfuhren aus Deutschland lag nach den Angaben der Statistiker im Januar bei 63,9 Milliarden Euro. Die Einfuhren erreichten einen Wert von 56,0 Milliarden Euro und lagen damit 1,4 Prozent niedriger als im Januar 2009, aber 6 Prozent höher als im Dezember.
Der kraftlose Jahresauftakt vor allem im Handel mit EU-Staaten sei auch auf die Folgen der Wirtschaftskrise vor allem in Südeuropa zurückzuführen, erklärte der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) in Berlin. Die Investitionszurückhaltung habe negativ auf die Nachfrage nach deutschen Produkten durchgeschlagen. BGA-Präsident Anton Börner gab sich dennoch optimistisch. «Trotz eines verhaltenen Starts stehen die Zeichen auf Erholung. Die Schwellenländer sind die Gewinner der Krise und bleiben auf absehbare Zeit die Wachstumstreiber für die Weltwirtschaft», sagte er.
1,1 Prozent weniger Ausfuhren in EU-Länder
In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union wurden im Januar 2010 Waren im Wert von 40,8 Milliarden Euro versandt und Waren im Wert von 35,7 Milliarden Euro von dort bezogen. Gegenüber dem Vorjahr nahmen die Exporte in die EU-Länder um 1,1 Prozent ab und die Eingänge aus diesen Ländern um 0,5 Prozent zu. In die Länder der Eurozone wurden im Januar 2010 Waren im Wert von 28,0 Milliarden Euro (minus 2,1 Prozent) geliefert und Waren im Wert von 25,4 Milliarden Euro (minus 1,5 Prozent) aus diesen Ländern bezogen.
China, das Deutschland im vergangenen Jahr vom Spitzenplatz des Exportweltmeisters verdrängt hat, meldet unterdessen weiter zweistellige Zuwachsraten. Im Februar schossen die chinesischen Exporte im Vergleich zum Vorjahr um 45,7 Prozent nach oben. Die offiziellen Zahlen lagen noch über den Erwartungen von Analysten, die mit einem Wachstum von 35 bis 40 Prozent aufgrund der gestiegenen weltweiten Nachfrage gerechnet hatten. Der chinesische Zoll meldete, auch die Importe seien im Februar deutlich gestiegen: um 44,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.
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