Hartz IV, besser als gedacht
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Eines der gängigen Klischees am Arbeitsmarkt: Die Hartz-Reformen haben zu mehr Billigjobs geführt. Zahlen aus dem Lager der Arbeitgeber scheinen das nun zu widerlegen. Wie vertrauenswürdig ist die Studie?
Trotz Hartz-Reformen und Wirtschaftskrise haben die Arbeitgeber in den letzten Jahren unbefristete Vollzeitstellen nicht massenhaft in Billigjobs umgewandelt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), die in Berlin veröffentlicht wurde. Die Linkspartei bezeichnete die Zahlen als geschönt.
Laut IW-Studie haben aktuell vier von zehn deutschen Erwerbstätigen eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitstelle. Dies entspricht dem gleichen Verhältnis wie vor zehn Jahren. Die ebenfalls steigende Zahl an Teilzeit- und Minijobs hat demnach keinen Abbau unbefristeter Vollzeitstellen zur Folge. Diese flexiblen Erwerbsformen seien vielmehr ein «Sprungbrett in unbefristete Vollzeitbeschäftigung», meinte der Direktor des arbeitgebernahen Instituts, Michael Hüther.
Die Linksfraktion im Bundestag kritisierte indes das Zustandekommen der IW-Studie. «Die Arbeitgeber versuchen durch Zahlentrickserei die Verdrängung regulärer Arbeitsplätze durch Billigjobs zu verschleiern», sagte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin Sabine Zimmermann. Im Gegensatz zur Linken bewertet das IW unter anderem die Zeitarbeit als überwiegend unbefristete Vollzeitbeschäftigung.
Die Hartz-Reformen unter Rot-Grün bewirkten eine Flexibilisierung am Arbeitsmarkt. Die umstrittene Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe mit ihrem Anspruch «Fördern und Fordern», die allgemein als Hartz IV bekannt ist, ist der deutlichste Ausdruck dieser Politik.
seh/reu/news.de/ap
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