Das Ende der Flucht
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Das Billiglohnland Rumänien hat viele Konzerne wie ein Magnet angezogen. Doch das schillernde Abenteuer in den Karpaten ist nun einem grauen Alltag gewichen. Das ist ein gutes Signal für Deutschland und seine Arbeitsplätze.
Die Vorteile lagen auf der Hand. Ein Lohnniveau, das ungefähr einem Achtel hiesiger Tarife entsprach. Großzügige EU-Beihilfen und enthusiastische Politiker, die Investoren den roten Teppich ausrollten. Firmen wie der Handyhersteller Nokia, der sein Bochumer Werk dicht machte, um nur wenige Wochen später eine neue rumänische Fabrik in Betrieb zu nehmen. Eine rasante Entwicklung zeichnete sich ab, der Sekt wurde kalt gestellt.
Doch die großspurig und vielspurig angekündigten Autobahnen wurden nicht fertig und die Korruption nahm selten erlebte Ausmaße an. Das Wunder von Nokia ist nun schon seit etwa einem Jahr eine Luftblase. Sie zerplatzte, bevor sie überhaupt in allen Farben schimmern konnte. In einem kleinen 4200-Seelen-Dorf werden zwar weiterhin Billighandys produziert, doch die große Euphorie ist dahin. Andere Konzerne mussten mit ansehen, wie aufwändig für die Produktion geschulte Mitarbeiter nach der ersten Weiterbildung den Absprung ins westeuropäische Ausland suchten.
Einige der Kapital-Nomaden haben sich in den vergangenen Jahren in Rumänien eine blutige Nase geholt. Ihr Geschäftsmodell, das fast ausschließlich aus dem Auspressen der rumänischen Arbeitskräfte bestand, ist krachend gescheitert. Der Fall Rumänien zeigt, dass Billiglohn nicht immer preiswert ist und dass sich gut bezahlte, aber eben auch qualifizierte Arbeit lohnt. Auch in Deutschland.
ruk/news.de
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