Das Geschäft mit der Pleite
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Von news.de-Redakteur Christian Mathea
Artikel vom 01.03.2010
Der Kapitalismus ist grenzenlos und lässt der Kreativität viel Raum: Es ist egal, ob Staaten kurz vor der Pleite stehen und Währungen an Wert verlieren. Geld verdienen lässt sich damit trotzdem.
Ist Griechenland auf dem Weg in den Staatsbankrott? Die Anzeichen dafür jedenfalls häufen sich. Und es wäre auch nicht das erste Mal, dass ein europäischer Staat seine Pleite eingestehen muss: «Fast jedes Land war schon einmal pleite. Deutschland allein im vergangenen Jahrhundert schon zweimal», sagte Sandra Navidi von Roubini Global Economics dem Nachrichtensender NTV.
Überzeugt von einer griechischen Staatspleite sind momentan vor allem Investmentbanken und Hedgefonds - besser gesagt wollen sie, dass möglichst viele andere Banken und Unternehmen fest an einen Exitus des griechischen Staatshaushaltes glauben. Denn durch diese Angst steigt die Nachfrage nach Kreditausfallversicherungen, in der Fachsprache auch Credit Default SwapsCDS sind - grob vereinfacht - eine Art handelbare Versicherungen, die im Falle eines Ausfalls von Krediten oder Staatsanleihen greifen. Wenn Griechenland beispielsweise nicht mehr in der Lage ist, seine Gläubiger zu bedienen, dann können Inhaber der CDS gegenüber den Versicherern den Preis des damit abgesicherten Kredit geltend machen. (CDS) genannt. Und eben diese CDS haben die Pleitegeier zu Hauf in ihren Depots.
Häufig besitzen die Investmentbanken und Hedgefonds aber nicht einmal die Staatsanleihen, die mit den CDS abgesichert sind, sondern nur die Versicherungen selber; eine Situation, die Philip Gisdakis von der Bank UniCredit mit den folgenden Worten erklärt: «Es ist so, als würde man eine Feuerschutzversicherung für das Haus des Nachbarn kaufen - du schaffst einen Anreiz, das Haus niederzubrennen.»
Für die Griechen wird es immer schwieriger
Und die Angst vor einem griechischen Staatsbankrott steigt und steigt, genau wie die Preise für die CDS. So kostet es derzeit etwa 360.000 Euro, Staatsanleihen mit einem Volumen von 10 Millionen Euro für eine Laufzeit von fünf Jahren abzusichern. Vor der Finanzkrise war diese Versicherung etwa nur halb so teuer.
Das eigentliche Problem daran ist: Je höher der Preis für die Ausfallversicherung, desto größer schätzt der Markt auch das Ausfallrisiko der entsprechenden Anlage ein. Und darunter leiden dann vor allem Staaten wie Griechenland, wenn sie eine entsprechende Anlage herausgeben - die Papiere sind nur schwer verkäuflich.
Deshalb müssen Pleitekandidaten potenzielle Käufer mit immer höheren Zinsen locken. So zahlen die Griechen für zehnjährige Staatsanleihen bereits 6,65 Prozent Zinsen. Das sind 3,5 Prozent mehr als für deutsche Staatsanleihen. Ein hochverschuldeter Staat verschuldet sich immer weiter ...
Sebastian Hahn, Finanzexperte von boersennews.de, einem Schwesterportal von news.de, sieht deshalb in den Versicherungen auch wenig Nutzen für das Gemeinwohl - obwohl das früher anders gewesen sei. Die Anlageform habe die Investmentbank J.P. Morgan in den 1990er-Jahren auf den Markt gebracht. Damals noch in der wohlwollenden Absicht, die Banken für Kreditausfälle gegen riskante Unternehmen abzusichern und das Eigenkapital der Banken zu entlasten. Doch mittlerweile seien die CDS zu einem gefährlichen Spekulationsobjekt geworden.
Die amerikanische Investorenlegende Warren Buffet nannte solche Derivate einst «finanzielle Massenvernichtungswaffen».
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Oh ja Ragna ...wir kennen noch lange nicht alle formen des Kapitalismus aber wir sind dabei wohl die brutalste und die menschenfeindlichste Form kennenzulernen! Und die euro-union ist auch auf lange sicht zum scheitern verurteilt. Da geht es "Einer " für alle diese Rolle hat man dem Michel aufgebürdet und damit war auch die ökonomische Prosperitaet schon mal eingedämmt. Korruption ??? nicht nur in Griechenland die blüht erst richtig auf je grösser die UNION wird! Griechenland ist nur der Anfang einer Tragödie!!!
jetzt antwortenKommentar meldenna das sagt der richtige ------------
jetzt antwortenKommentar meldenDer Bericht hat mit Kapitalismus genau genommen nichts zu tun. Hauptsache man hat ein Wort zur Bezeichnung von Vorgängen, die man nicht versteht.
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