Mo., 13.02.12
Abgewirtschaftet

Abgewirtschaftet Callboy Rüttgers und Meckerguido

Von news.de-Redakteur Christian Mathea

Artikel vom 27.02.2010

Nichts ist spannender als eine Woche in der Wirtschaft. Es geht um dicke Geschäfte, Politik und viel Geld. Und auch um Leute, die damit nicht umgehen können. Der satirische Rückblick.

Haben Sie am Montag mal so richtig durchgeatmet? Ach war das eine herrliche Luft, fast keine Kraniche am Himmel. So etwas gab es noch nie. Die Lufthansapiloten haben ihre fliegbaren Untersetzer einfach irgendwo in Deutschland abgestellt und gestreikt.

Das brachte die Fluggesellschaft ganz schön in Bedrängnis. Zu wenig Streikbrecher und kaum Kollegen anderer Unternehmen waren verfügbar, um die Piloten zu ersetzen. Ein Notfallplan musste her. Klingt dramatisch. Bei der Lufthansa hat das Personal eben noch Macht, wenn auch nur die Premiumangestellten.

In anderen Branchen sieht das ganz anders aus. Wenn bei den Metallern mal ein Betrieb bestreikt wird, machen eh nur noch ein paar Hanseln mit. Und darüber freut sich der Geschäftsführer auch noch, kriegt er seinen Betrieb doch ganz schnell mit ein paar Billigkräften wieder voll und spart am Ende noch Geld.

Apropos Billigkräfte. Davon kann man bei Lufthansa-Piloten anscheinend nicht sprechen. Und das hat deren Gewerkschaft Cockpit bereits am ersten Tag des Streiks bemerkt. Denn die muss ja an den Streiktagen den Lohn der Ausständigen zahlen. Deshalb hat Cockpit schnell entschieden, die Piloten wieder hinters Steuer zu setzen. Der Lufthansa hatte man da bereits genug geschadet, ganze vier Tage dauerte es, bis alle Kraniche wie gewohnt am Himmel kreisten.

Ähnlich viel Zeit verging, bis die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, von ihrem Amt zurückgetreten ist. Was die damals noch oberste Protestantin am vergangenen Samstag wohl geritten hat, dass sie mit mehr als 1,5 Promille (und das auch noch in der Fastenzeit!) ihren Dienstwagen nach Hause fahren wollte? Gottes Wege sind manchmal unergründlich.

Aber Respekt für ihre Entscheidung. In der Geschäftswelt und der Politik sollte sich mancher ein Beispiel daran nehmen. Wäre Jürgen Rüttgers der EKD-Ratsvorsitzende gewesen, er hätte den Polizisten zurücktreten lassen, der ihn erwischt hat, und den Bild-Journalisten, der die Sauftour aufgedeckt hat, gleich mit.

Ja, der Jürgen soll ja ein richtiger Callboy sein. Konzerne, Promis, egal: Alle hatten seine Nummer. Und wenn sie ein schönes Foto oder sonst was von ihm wollten, riefen sie an und ließen noch ein paar Scheine rüberwachsen. Davon will der Jürgen jetzt nix mehr wissen. Aber Amnesie ist in der Politik ohnehin so eine umgreifende Krankheit.

Nun ist endlich Wochenende für die Margot, den Jürgen und für die Wirtschaft. Nur einer wird auch noch am heiligen Sonntag weitermeckern. Guido Westerwelle, der gibt wohl nie Ruhe mit seinem Rundumschlag gegen Hartz-IV-Empfänger. Ursula von der Leyen bekam in dieser Woche schon richtig Angst um ihre Schäfchen. Rammstein war ja schon hart, aber das Meckerguido ist ein Rammbock, den sie ebenso am liebsten verbieten lassen würde.

Aber Guido, die Westerwelle, flaut eben nicht so leicht ab. Sein Lebenspartner Michael Mronz soll ihm ja nachts, wenn Guido wieder zu laut schnarcht, einfach «Hartz IV» ins Ohr säuseln. Ja, dann schreckt der Guido aus seinem Schlaf auf und beginnt zu schimpfen und zu fluchen. Das ist doch auch laut? Ja sicher, aber das ist eh immer der gleiche Singsang. Und hilft dem Michael beim Einschlafen.

mik/news.de
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Abgewirtschaftet: Callboy Rüttgers und Meckerguido » Wirtschaft » Nachrichten

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Schlagworte:
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Leserkommentare (4)
  • Kommentar: 4
  • 14.03.2010 23:06
von

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  • Kommentar: 3
  • 01.03.2010 11:44
von
markus stern
Antwort auf Kommentar 2

alterknacker hat recht! Wir leben im zeitalter der Selbstentlohnung (denn sogenannte "Aufstocker" bezahlen sich ja quasi selbst!) Also.Laberwelle, Klappe halten und Vorschläge auf den Tisch!!

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  • Kommentar: 2
  • 27.02.2010 14:03
von
alterknacker

Hallo Herr Westerwelle, mein Vorschlag, Im Mittelstand eine Initiative starten um Harz IV Empfängern einen Arbeitsplatz mit angemessener Vergütung anzubieten.Aber da gibt es das Problem mit der Gewinnspanne welche schrumpft.Was ist für die Gesellschaft besser? Harz VI Empfänger oder Gewinnsteigerung? Schafft Arbeitsplätze mit angemessenem Verdienst, dann sind Kritiken an bei Verweigerung auch berechtigt.Zudem sind die gesetzlichen Regelungen keineswegs so menschlich,das ein Harz VI Empfänger sorglos lebt.Also, Arbeitsplätze im Mittelstand,mal sehen was Sie da erreichen. Schönes Wochenende

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  • Kommentar: 1
  • 27.02.2010 13:25
von
Dimmu

Wie lange darf uns diese römisch-dekadente Regierung noch erniedrigen? Sie predigen Wasser und saufen Wein. Politiker wie Rüttgers sitzen an jedem Freßtrog, nehmen was sie nur können.Sie lügen wie gedruckt und applaudieren wenn die linke Opposition aus dem Bundestag verwiesen wird. Arbeiter, ob mit oder ohne Beschäftigung, werden gegeneinander aufgehetzt. Wir sind auf dem Weg zum Totalitarismus als Staatsform.Bleibt nur zu hoffen, das jetzt vielen Menschen die Augen aufgehen.Wir haben eine wirksame Waffe dagegen : Einheit und Solidarität.An die Linken im Bundestag: weiter so !

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