«Wir Passagiere können doch nichts dafür»
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Das ganz große Chaos ist an Deutschlands Flughäfen ausgeblieben. Für viele Fluggäste wurde der erste Tag des Pilotenstreiks bei der Lufthansa trotzdem zum Ärgernis.
Von mehreren Airports hieß es, die Passagiere der Lufthansa und von deren Tochter Germanwings seien auf den Ausstand vorbereitet und hätten sich offenbar rechtzeitig um Alternativen gekümmert. Allerdings musste die Lufthansa eigenen Angaben zufolge auch Flüge ihres Notfall-Flugplans streichen.
Die Lufthansa will nach eigenen Angaben zusammen mit den Regionalpartnern «die Hälfte des normalen Planes anbieten«. Wo es möglich sei, werde umgebucht. Über die genauen Streikfolgen will die Airline am Abend informieren.
Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main sagte ein Lufthansa-Sprecher: «Es ist alles sehr geordnet und ruhig.» Die Passagiere hätten sich gut auf den Streik eingestellt. Er gehe davon aus, dass in Frankfurt rund 40 Prozent der 390 Abflüge ausfielen. Konkrete Zahlen wollte er nicht nennen.
Wie die Situation auf den Flughäfen ist
In München finden nach Auskunft eines Flughafensprechers nur etwa 40 bis 50 Prozent der Lufthansa-Flüge statt. Zu langen Schlangen an den Umbuchungsschaltern sei es allerdings nicht gekommen.
In Berlin-Tegel bietet die Lufthansa nur rund 25 der normalerweise 70 Flüge an, wie der Berliner Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber sagte. Besonders betroffen seien die wichtigsten Strecken nach München und Frankfurt/Main, die jeweils täglich 15 Mal angeflogen würden. Dort werde es am Montag und in den nächsten Tagen fast einen «Totalausfall» geben.
Großen Andrang habe es auf dem Flughafen Tegel jedoch nicht gegeben, sagte Weber. Am Ticketcounter sei es gegen 9 Uhr «absolut ruhig» gewesen. «Die meisten Fluggäste haben sich offenbar Alternativen gesucht, weil der Sonderflugplan frühzeitig bekanntgemacht wurde», sagte der Sprecher.
Von den Ausfällen in Berlin-Schönefeld waren laut einem Germanwings-Sprecher am Montag 900 Passagiere betroffen. Die Lage am Flughafen sei aber «absolut ruhig», da ein Ersatzflugplan eingerichtet worden sei.
Anders sah es in Hamburg aus, wo es ebenfalls zu zahlreichen Flugausfällen kam. Einige Passagiere reagierten mit Unverständnis und Ärger auf die Nichteinhaltung des Sonderflugplanes. Am Morgen hatten sich vor den Lufthansa-Schaltern lange Schlangen gebildet.
Kleine Flughäfe profitieren
Auch von den Flughäfen in Stuttgart, Düsseldorf, Köln/Bonn, Nürnberg, Hannover, Bremen, Leipzig und Dresden wurden Ausfälle von Lufthansa- und Germanwings-Flügen gemeldet. Die Lage wurde aber überall als ruhig bezeichnet.
Kleinere Flughäfen wie der Allgäu-Airport in Memmingen profitierten von dem Streik. «Für uns heißt das, dass eine ganze Reihe von Passagieren für innerdeutsche Flüge umgebucht hat und von Memmingen aus fliegt», sagte Flughafenchef Ralf Schmid. Er spricht von gut 20 Prozent mehr Passagieren nach Hamburg, Berlin-Tegel, Köln und Bremen. Die Umbucher kommen nach ersten Erkenntnissen vor allem von den Flughäfen München und Stuttgart. Vom Allgäu aus starten keine Lufthansa-Flugzeuge. Die Fluggesellschaften Air Berlin und Ryanair fliegen vom Allgäu-Airport aus mehrere deutsche Städte an.
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