Zwei Drittel der Flüge fallen aus
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Deutschland droht das Pendler-Chaos. Weil die Lufthansa-Piloten streiken, dürfte vor allem an den Flughäfen reichlich Chaos herrschen. Doch auch auf den Straßen und in den Zügen wirds wohl deutlich voller.
Die Deutsche Lufthansa hat verkündet, dass zwei Drittel ihrer Flüge ab Montag ausfallen werden. Nun versucht die Airline ihre Kunden zu besänftigen. Sie hat am Abend ihren Notflugplan veröffentlicht und bittet ihre Passagiere, auf die wenigen angesetzten Flüge umzubuchen. Sollte auch das nicht funktionieren, werden Fluggäste gebeten, auf die Bahn auszuweichen. Der Kooperationspartner dürfte sich über die zusätzlichen Fahrgäste angesichts andauernder ICE-Achsen-Probleme nur bedingt freuen. Zumal überfüllte Züge keine sonderlich gute Werbung um Geschäftsreisende sind.
Währenddessen reiben sich die Konkurrenten schon die Hände. Die Flüge von Air Berlin und Tui sind in der nächsten Woche besser als sonst üblich ausgelastet, und Mietwagenfirmen wie Europcar und Hertz verfrachten angeblich schon viele freien Wagen an Flughäfen und Bahnhöfe.
Ein neues Angebot an ihre Piloten lehnt die Lufthansa derweil ab. «Aus meiner Sicht gibt es keine Gespräche mehr», sagte LH-Sprecher Thomas Jachnow. Die Vereinigung Cockpit bekräftigte dagegen ihre Verhandlungsbereitschaft - «auch am Wochenende».
Bei der Billigtochter Germanwings sollen trotz Streiks zwei Drittel aller geplanten Flüge starten. Unter anderem seien Piloten unter den Germanwings-Managern reaktiviert worden. Der Ersatzflugplan sieht im Streikzeitraum von Montag bis Donnerstag über 400 Flüge angeboten würden. Im normalen Flugplan wären es rund 600 Verbindungen gewesen, hieß es.
Bahn sieht sich gut vorbereitet
Konkurrent Air Berlin, der vom Streik beim deutschen Branchenführer profitieren dürfte, will seinen normalen Betrieb aufrecht erhalten. Es sei nicht so einfach, auf möglicherweise mehr nachgefragten Verbindungen beispielsweise größere Maschinen einzusetzen, sagte eine Sprecherin.
Die Lufthansa will Kunden auf die Bahn umbuchen. Die DB erklärte, man habe sich darauf vorbereitet. Die Zahl an Fluggästen, die auf Züge auswichen, dürfte im Vergleich zur Zahl der täglich 330.000 Kunden im Fernverkehr relativ gering sein. «Sollte es dennoch zu Engpässen kommen, wird die DB gegebenenfalls kurzfristig einzelne zusätzliche Züge einsetzen.» Flugreisende könnten sich selbst ein Bahnticket für die Strecke kaufen und später gemeinsam mit einem Beleg über das gekaufte Flugticket von Lufthansa erstatten lassen.
Der Reisekonzern Tui will Kunden, die im Rahmen ihrer Urlaubsreise einen innerdeutschen Zubringerflug mit Lufthansa gebucht haben, ein Bahnticket erster Klasse zahlen.
Parkraum für Lufthansa-Flieger vergrößert
Am Heimatflughafen der Lufthansa in Frankfurt am Main will die Betreibergesellschaft Fraport ausreichend Parkraum für die Flugzeuge schaffen, die wegen des Streiks am Boden bleiben. Auf die Kranichlinie entfällt etwa die Hälfte der täglich 1300 Starts und Landungen auf dem wichtigsten deutschen Flughafen.
VC-Sprecher Schewe erwartet, dass sich die Situation bei der Lufthansa im Verlauf der Streiktage verschärft. Zwar sei die Dynamik des Ausstands nicht leicht abzuschätzen. Aber die Notmaßnahmen des Konzerns dürften immer schwerer umzusetzen sein. «Das wird nicht besser über die Tage», sagte Schewe.
Hintergrund des Tarifkonflikts ist ein Streit über die Arbeitsplatzsicherung. Die Vereinigung Cockpit kritisiert, dass die Lufthansa in den vergangenen Jahren viele Arbeitsplätze zu externen Gesellschaften ausgelagert hat, in dem Piloten schlechter bezahlt sind. Die Gewerkschaft nannte eine Größenordnung von 20 bis 25 Prozent. Nach dem Scheitern der Tarifgespräche sprachen sich die Piloten mit mehr als 93 Prozent für einen Streik aus.
ruk/news.de/ap
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