Scooter GT Italian Piaggio
Die kleine Gefahr?
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Von news.de-Redakteur Sebastian Haak
Die kleinen Zweiräder mit kleinen Motoren sind auf der Überholspur. Hier haben asiatische Hersteller ganz klar die Nase vorn. Ist das eine Gefahr für die Kernkompetenz «Mobilität» deutscher Unternehmen?
Trotzdem lebt man gefährlich auf den Dingern. Nur 2 Räder und kein Blech um einen herum.
Für die Vespa-Hersteller von Piaggio sind diese Zeiten gute Zeiten. Nahezu jede Pressemitteilung der vergangenen Monate spricht von diesem oder jenem Wachstum bei den Herstellern der kleinen Roller, die zum Stadtbild und zum Lebensgefühl in Italien dazugehören. Und das eben nicht nur am Mittelmeer. Die kleinen Roller vor allem von Piaggio, Kymco, Peugeot, Honda oder auch Yamaha prägen immer mehr auch das Bild deutscher Städte.
Maximilian Maurer kommt schon fast ins Schwärmen, wenn er über die Roller spricht. «Sie verbrauchen wenig Sprit, wenig Parkraum, der Fahrkomfort ist gut wegen der erhöhten Sitzposition, Frauen können auch mit Röcken darauf sitzen, weil sie keinen Tank zwischen den Beinen haben, und jeder Fahrradhändler kann die Teile reparieren», sagt er. Und dabei arbeitet er nicht mal für einen der Hersteller, sondern für den ADAC. Er ist davon überzeugt: Die Sache mit den Rollern wird in den kommenden Jahren noch ein richtig großes Geschäft. Der Markt sei unbestreitbar da, sagt Maurer. Jedenfalls im Stadtverkehr. «Dort ist ein Roller eine wirtschaftliche Alternative zum Auto.»
Mehr Fernost auf deutschen Straßen
Sollte sich dieser Trend bewahrheiten, bedeutet das, dass langfristig fernöstliche Hersteller wie eben Kymco, Honda oder Yamaha Mobilität in Deutschland mitgestalten werden. Müssen sich also die von der Krise arg gebeutelten deutschen Hersteller auf weitere unliebsame Konkurrenz einstellen? Denn nicht nur in der Anschaffung (die Preise für einen Roller beginnen ab etwa 1000 Euro), auch im Unterhalt sind die Zweiräder wesentlich günstiger als Autos. Und hat die Krise nicht gezeigt, dass für viele Deutschen der Trend ohnehin zu kleineren, billigen Autos geht?
Marktbeobachter wie Maurer halten dieses Szenario trotz der Schwärmerei für die Roller für nicht sehr wahrscheinlich. «Roller sind eher Zusatzgefährte», glaubt er. Wegen des begrenzten Komforts für Langstrecken und bei schlechtem Wetter könnten diese Fahrzeuge einem Auto bei dessen Kernverwendungsmöglichkeiten eher weniger Konkurrenz machen. Das wiederum sind gute Nachrichten für die deutsche Automobilindustrie.
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