Lidl will den Mindestlohn
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Ausgerechnet Lebensmitteldiscounter Lidl setzt sich für die Beschäftigten ein. Das neue Credo: Der Einzelhandel braucht einen Mindestlohn. Das hat wohl auch damit zu tun, dass die Dumpingpreise der Mitbewerber das Unternehmen unter Druck setzen.
Der Handelsverband Deutschland (HDE) strebt bis 2011 ein tarifliches Mindesteinkommen für die gesamte Branche an, wie Hauptgeschäftsführer Stefan Genth in Berlin sagte. Der Arbeitnehmerflügel der Unions-Bundestagsfraktion begrüßte die Äußerungen von Lidl-Aufsichtsratschef Klaus Gehrig. Dieser hatte geschrieben, «dass im Einzelhandel unbedingt Mindestlöhne eingeführt werden müssen». Damit würde die Möglichkeit und der Missbrauch von Lohndumping, der auch vereinzelt im Handel zu sehen sei, unterbunden.
Der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe in der Unions-Fraktion, Peter Weiß, sagte der Saarbrücker Zeitung, wenn es der Einzelhandel schaffe, einen konsensfähigen Mindestlohn vorzuschlagen, begrüße er dies. Auch der Bremer Wirtschaftsforscher Rudolf Hickel spendet Applaus für das Plädoyer des Discounters. Dies sei ein Versuch, «den selbstzerstörerischen Preiswettbewerb in der Branche zu stoppen», sagte der Leiter des Instituts Arbeit und Wirtschaft (IAW) an der Universität Bremen der Neuen Osnabrücker Zeitung.
Es sei die richtige Vorgehensweise, dass sich die Lidl-Führung für Mindestlöhne ausgesprochen habe. «Jetzt müssen wir den Stier bei den Hörnern packen», sagte Hickel und plädierte für einen allgemeinverbindlichen Mindestlohn von zehn Euro im Einzelhandel.
Der Lidl-Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Gehrig hatte in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief an Hickel geschrieben, sein Unternehmen teile die «Auffassung, dass im Einzelhandel unbedingt Mindestlöhne eingeführt werden müssen». Das Schreiben ging auf eine Diskussion der beiden im ARD-Presseclub Ende Januar zurück.
«Gemeinsam mit der Gewerkschaft erarbeitet der HDE eine neue Tarifstruktur, zu der auch ein für alle verbindliches tarifliches Mindestentgelt gehören soll», sagte Genth. «Wir erwarten, dass wir die Verhandlungen bis zum Frühjahr 2011 erfolgreich abschließen werden.» Dann werde es «eine für alle Unternehmen des Einzelhandels verbindliche, von den Sozialpartnern festgelegte Lohnuntergrenze geben».
Vor allem die Gewerkschaft Verdi kritisiert Drogeriemärkte und Discounter seit längerem wegen der ihrer Ansicht nach schlechten Arbeitsbedingungen für die Verkäuferinnen. Gehrig betonte, dass bei Lidl (Neckarsulm), nach Aldi zweitgrößter deutscher Discounter, mehr als 50.000 Mitarbeiter über Tarif verdienten. Der durchschnittliche Stundenlohn der Verkaufsmitarbeiter liege derzeit bei rund 13 Euro.
CDU-Politiker Weiß wies auf den Wegfall der Einschränkungen bei der Arbeitnehmerfreizügigkeit ab Anfang Mai 2011 hin. Danach könnten auch die Discounter durch Arbeitskräfte aus Osteuropa zusätzlich unter Druck geraten, warnte er. Vor diesem Hintergrund seien Mindestlöhne in der Branche eine sinnvolle Sache.
cvd/nbr/news.de/ap/dpa
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Über Gehälter brauchen sich kriminelle Migranten und kriminelle Asylbewerber keine Gedanken zu machen. Bei ihnen ist der gesamte Lebensunterhalt bis zum Tode vom Steuerzahler vollumfänglich gedeckt. Davon kann jeder Einheimische der das ganze Leben arbeitete und einzahlte nur träumen.
jetzt antwortenKommentar meldenWir haben NICHT NUR IN DEUTSCHLAND ein Problem: Das Geld der arbeitenden Bevölkerung reicht nicht mehr aus, um die Bedürfnisse des Einzelnen zu decken. Anders: Vieles ist zu teuer, um es sich zu leisten. Die Gehälter zu gering, oder unserer "Lebensstandart" zu teuer, als das nur ein Partner mit seinem Einkommen die Miete, das Auto, die "normalen" Wünsche bezahlen kann. Hinzu kommt die Belastung der staatlichen "Zwangsabgaben" wie Harz 4 oder der Soli. Der normale Arbeiter bekommt kein Auto, kein TV und keine Waschmaschine vom "Amt" finanziert - wo ist die Gerechtigkeit? Vetterolf8@aol.com
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