Piloten stimmen für Streik
Wollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?Wir informieren Sie gerne kostenlos.
Es soll ein Pilotenstreik werden wie 2001: Die Gewerkschaft Cockpit lässt in den Verhandlungen mit der Lufthansa die Muskeln spielen. Das Unternehmen hat sich mit einem Notfallplan vorbereitet.
Die Piloten der Deutschen Lufthansa haben sich bei einer Urabstimmung der Vereinigung Cockpit mit großer Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen ausgesprochen. Bei den Abstimmungen bei der Lufthansa Passage, der Frachttochter Lufthansa Cargo und Germanwings gab es eine Zustimmung zwischen 93 und 94 Prozent, wie die Gewerkschaft in Frankfurt am Main mitteilte. Die Tarifkommission fühle sich mit dem Ergebnis von der Belegschaft gestärkt.
Konkret hat die Gewerkschaft bereits angekündigt, vom 22. bis zum 25. Februar in den Ausstand zu treten. Betroffen seien auch die Tochter Germanwings und Lufthansa Cargo.
Mit einem Notfallplan hat sich die Lufthansa auf einen der größten Streiks ihrer Geschichte vorbereitet, der nun droht. Kern der Auseinandersetzung ist der Wunsch der Gewerkschaft, die Auslagerung von Stellen in billigere Tochtergesellschaften zu stoppen, was der Konzern aber nicht ausschließen will. Für eine derartige Zusage seien die Piloten auch zu einer Nullrunde beim Gehalt bereit.
Mit dem Ende der Urabstimmung sind Ausstände theoretisch schon in dieser Woche möglich. Die Friedenspflicht lief schon im vergangenen Jahr ab.
Streiken wie 2001
Ein Cockpit-Sprecher kündigte in der Rheinischen Post bereits einen Arbeitskampf «in der Größenordnung der Pilotenstreiks von 2001» an. Damals ließen die Lufthansa-Piloten mehrere Tage lang ihre Flugzeuge stehen und verursachten so ein Chaos auf fast allen deutschen Flughäfen.
Die Lufthansa hat seit der Finanzkrise mit gesunkenen Passagierzahlen und einem Gewinnrückgang zu kämpfen, weil immer mehr Geschäftsreisende die lukrativen First- und Business-Klassen meiden und Economy fliegen.
Insgesamt ist die Zahl der Reisenden an deutschen Flughäfen im Jahr der weltweiten Wirtschaftskrise so stark gesunken wie nie zuvor in der Geschichte der Luftfahrt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verringerte sich die Zahl der Passagiere um 7,5 Millionen oder 4,5 Prozent auf 158,2 Millionen. Sowohl im innerdeutschen Luftverkehr als auch auf Strecken ins Ausland gab es ein Minus von jeweils 4,5 Prozent. Der bisher stärkste Rückgang war zuletzt im Jahr 2002 mit einem Minus von insgesamt 3,8 Millionen Passagieren verzeichnet worden.
Zum Thema
Thema verfolgen »
Artikel kommentieren
Auf Flügen ist Tomatensaft heiß begehrt. Warum, war bisher ein Rätsel. Nun scheint es mehr ...
Für viele ist es ein Traumjob. Doch hinter der Arbeit von Piloten steckt eine harte mehr ...
Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst spitzen sich zu. Besonders Frankfurt und Saarbrücken sind mehr ...
Im Nah- und Flugverkehr gab es größere Behinderungen. In NRW und im Südwesten ging fast nichts mehr ...
Es geht um fünf Prozent mehr: Dafür treten die Angestellten im öffentlichen Dienst in den mehr ...
Kein Erfolg nach drei Verhandlungsrunden. Nun rufen Gewerkschaften und Arbeitgeber die Schlichter mehr ...
Diese Arroganz der Piloten geht mir jetzt ziemlich auf die Nerven, wenn die anderern tausend Mitarbeiter nicht wären, könnten diese raffgierigen Menschen auch nicht fliegen. Gerade die Passage hatte letztes Jahr schon genug Probleme! Momnetan geht es doch eher darum Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern!
jetzt antwortenKommentar melden