So., 12.02.12

Metaller-Tarif Kurzarbeit nach der Kurzarbeit

Artikel vom 16.02.2010

Im Südwesten tut sich Erstaunliches. Die IG Metall will um jeden Preis Jobs sichern und ist damit offenbar erfolgreich. Die Beschäftigten müssen sich mit tariflicher Kurzarbeit begnügen. Streitpunkt bleiben Lohnerhöhungen.

Die Tarifparteien der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie haben sich nach Gewerkschaftsangaben auf ein Paket zur Beschäftigungssicherung verständigt. Wie die IG Metall mitteilte, ist die Frage der Entgelterhöhung für die rund 740.000 Beschäftigten der Branche aber weiter offen. Vor den nächsten Verhandlungen am Mittwoch in Nordrhein-Westfalen warnte die Gewerkschaft vor einer Blockade beim Thema Lohn.

Der neue Tarifvertrag «Kurzarbeit, Qualifizierung und Beschäftigung» soll laut IG Metall Baden-Württemberg bis Mitte 2012 gelten. Er beinhaltet ein Modell der tariflichen Kurzarbeit. Sie kann greifen, wenn konjunkturelle Kurzarbeit nicht mehr möglich ist. Dann kann laut IG Metall die Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden abgesenkt werden. Die Beschäftigten erhalten im Gegenzug für die ausgefallenen Arbeitsstunden einen Teillohnausgleich.

IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann erklärte: «In einer außergewöhnlichen Zeit sind wir einen außergewöhnlichen Weg gegangen. Mit dem Paket können wir die Jobs auch in der Krise ein gutes Stück sicherer machen, denn die Unternehmen und Betriebsräte haben jetzt Instrumente an der Hand, die Planungssicherheit geben und die auch über die voraussichtliche Dauer der Krise tragen.»

Einzelheiten der Einigung sollen am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Leonberg vorgestellt werden. «Das Gesamtpaket steht noch unter dem Vorbehalt, dass auch für die Entwicklung der Entgelte eine Lösung gefunden wird», unterstrich die IG Metall.

Lohn in NRW der Knackpunkt

Unmittelbar vor Beginn der entscheidenden Phase der Metall-Tarifrunde in Nordrhein-Westfalen warnte die Gewerkschaft die Arbeitgeber vor einer Blockadehaltung beim Thema Lohnerhöhungen. Null Geld hieße auch Null Lösung, erklärte IG-Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard. In den vorgezogenen Verhandlungen treffen die Parteien am Mittwoch in Düsseldorf zur zweiten Runde über ein Jobpaket zur Beschäftigungssicherung in der krisengeschüttelten Metall- und Elektroindustrie aufeinander.

Die Gewerkschaft hat zum ersten Mal in der Nachkriegsgeschichte keine konkrete Lohnforderungen aufgestellt, verlangt aber mindestens einen Inflationsausgleich. Die Arbeitgeber wiesen diese Forderung am Wochenende zurück. In einer Zeit, in der 700.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel stünden, gebe es keinen Spielraum für Lohnerhöhungen, sagte Gesamtmetallpräsident Martin Kannegiesser einer Zeitung zufolge.

Burkhard erklärte, IG Metall und Gewerkschaft seien beim Thema Beschäftigungssicherung auf einem guten Weg zur Einigung. Das neue Jobpaket soll laut Gewerkschaft bis mindestens Mitte 2011 Entlassungen verhindern. Vorgesehen sind demnach eine für die Arbeitgeber günstigere Kurzarbeit und eine Arbeitszeitverkürzung auf bis zu 28 Stunden mit Teillohnausgleich. Hier «trennen uns nur noch wenige Meter», betonte Burkhard. Aber beim Entgelt liege man noch Welten auseinander. Nun seien die Arbeitgeber gefordert, sich zu bewegen.

Die erste Verhandlungsrunde für die Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen war am vergangenen Mittwoch nach fast sieben Stunden ohne Ergebnis vertagt worden.

ruk/cvd/news.de/ap
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Metaller-Tarif: Kurzarbeit nach der Kurzarbeit » Wirtschaft » Nachrichten

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