So saugen Agenten deutsche Firmen aus
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Von news.de-Redakteur Jens Kiffmeier, Berlin
Artikel vom 14.02.2010
Getarnt als Praktikanten - so haben ausländische Agenten in Deutschland beim Klau sensibler Firmendaten oftmals leichtes Spiel. Der Schaden geht in die Milliarden. Auch weil deutsche Unternehmer gerne an der Sicherheit sparen.
Ein Hackerangriff, ein eingeschleuster Praktikant mit USB-Stick oder einfach nur ein geschickt eingefädeltes Gespräch in der Businessclass: In den vergangenen Jahren sind ausländische Wirtschaftsspione nicht nur kreativer, sondern offenbar auch immer erfolgreicher beim Klauen hochsensibler Firmendaten geworden. Laut einer von der Beratungsgesellschaft KPMG veröffentlichten Studie sind 37 Prozent der deutschen Unternehmen in den vergangenen drei Jahren Opfer solcher krimineller Machenschaften geworden - auch weil viele Firmenchefs hierzulande noch zu sorglos mit dem Thema umgehen. «Dabei ist es jederzeit problemlos möglich, deutsche Unternehmen auszuspionieren», warnte Herbert Kurek, zuständiger Referatsleiter im Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), kürzlich beim Europäischen Polizeikongress in Berlin.
Der Schaden, der durch den Verlust von Daten entsteht, ist jedenfalls immens. Schätzungen zufolge beträgt er bis zu 50 Milliarden Euro. Pro Jahr. Doch die Dunkelziffer ist hoch, und seriöse Berechnungen gibt es nicht. Denn entweder, die Firmen bekommen den Diebstahl kopierter Daten erst gar nicht mit. Oder, wenn doch, dann schweigen sie. Aus Furcht vor Imageverlust.
Die Meisterdiebe kommen vor allem aus Russland und China
Nach Erkenntnissen des BfV haben es vor allem Länder wie Russland und China, die beide als Wirtschaftsmacht an die internationale Spitze drängen, auf das deutsche Know-How abgesehen. Im Fokus stehen dabei vor allem die Informationstechnologie, die Rüstungs- und Autoindustrie, aber neuerdings auch die Energie- und Umwelttechnik.
Um an die erwünschten Informationen zu gelangen, ist den Ländern laut BfV-Mann Kurek jedes Mittel recht. Selbst Agenten der staatlichen Nachrichtendienste dürfen laut Gesetz eingesetzt werden, um den eigenen Wirtschaftsunternehmen den nötigen Wissensvorsprung zu verschaffen - frei nach dem Motto: «Es ist keine Schande, besser als der Meister zu sein», zitiert Kurek diesbezüglich gerne ein chinesisches Sprichwort. Oder anders ausgedrückt: «Was du mit den Augen und Ohren mitbringst, ist kein Diebstahl.» Ebenfalls eine freie Übersetzung aus dem Chinesischen.
Doch allein auf die Sinnesorgane wollen sich die Dienste dann wohl doch nicht ausschließlich verlassen. Mit teils legalen, teils illegalen Methoden helfen sie gerne nach. So werten sie eine Fülle von offen zugänglichen Materialien wie Flugblätter, Produktbeschreibung oder Fachzeitschriften aus. Aber sie schleusen auch Trojaner in die Firmennetzwerke ein, hören Telefone ab oder verstecken Wanzen. Selbst aus der Abstrahlung von PC-Monitoren lassen sich mit handelsüblicher Technik wichtige Erkenntnisse gewinnen, ebenso wie über die gezielte Ansprache von Firmenmitarbeitern auf bestimmte Projekte. «Zuvor werden dazu bewusst Informationen herangeschafft, über Kollegen oder soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter», warnen Ermittler.
Besonders der Mittelstand öffnet Tür und Tor
Besonders anfällig erscheint dem BfV der deutsche Mittelstand. Leisten sich die großen Dax-Konzerne durchaus teure Sicherheitsabteilungen zum Schutz ihrer Innovationen, so lassen sich die kleinen Firmen im großen Stil bespitzeln. Fachleute werden erst zu Rate gezogen, wenn es bereits zu spät ist. So wie ein Mittelständler, der bei der Patentanmeldung erfahren musste, dass es ein ähnliches Produkt bereits auf dem Markt gibt. Entwickelt in China. BfV-Experten fanden schnell die Erklärung: Mit ein paar Klicks konnten sämtliche Mitarbeiter auf sämtliche Datensätze aller Abteilungen zugreifen. «Unsere Überprüfung ergab, dass ein vermeintlicher Praktikant aus Abteilung fünf öfter auf die Daten der Abteilung sieben zugegriffen hat als die dortigen Angestellten», schildert ein BfV-Ermittler gegenüber news.de einen klassischen Fall.
Die Verfassungsschützer raten deshalb zu mehr Achtsamkeit beim Umgang der Daten. Nicht immer müsse Sicherheit teuer sein. «80 Prozent des Firmenwissens sind offene Infos, 15 Prozent sind Internas und nur 5 Prozent sind die Kronjuwelen, die man wirklich schützen muss», sagt Kurek. Dafür reiche es manchmal schon aus, strenger mit Administratoren- und Zugriffsrechten umzugehen. Oder bei dem kleinsten Verdacht die BfV-Beamten einzuschalten.
Zwar darf der Verfassungsschutz in Deutschland nur in den Fällen die komplette Ermittlung führen, in denen die Firmen von ausländischen Nachrichtendiensten bespitzelt werden. Fälle, in denen ein Unternehmen direkt durch einen Wettbewerber ausgeforscht wird, müssen hingegen nach den eingeleiteten Untersuchungen an die polizeilichen Behörden abgegeben werden. Aber so oder so: Es gibt genügend Möglichkeiten, den unerwünschten Schnüfflern ihrerseits auf die Spur zu kommen.
Partnerländer werden sanfter angefasst
Von Observation, über Telefonüberwachung und Verhaftung bis hin zum Umdrehen der enttarnten Agenten - im Rahmen ihrer rechtlichen Zuständigkeit stehen den Verfassungsschützern jedenfalls gleichsam geeignete Methoden zur Verfügung. Welche davon in der Praxis angewandt wird, ist von Fall zu Fall verschieden. Zum Teil hängt es auch davon ab, für welchen Geheimdienst ein enttarnter Agent arbeitet. Hat er das Glück bei einem befreundeten Dienst angestellt zu sein, dann kann es passieren, dass er einfach nur aus dem Land gewiesen wird. Ermittler sprechen dann von der «stillen Lösung».
Der Geheimdienstexperte Erich Schmidt-Eenboom sieht das durchaus kritisch. Im news.de-Interview spricht er in diesem Zusammenhang von einer «absoluten Hörigkeit» deutscher Dienste gegenüber einigen bevorzugten Partnerländer.
Beim Bundesamt für Verfassungsschutz indes sieht man sich insgesamt im Dienste einer guten Sache arbeiten - nicht nur, weil man Milliardensummen schütze. Nein, auch der ein oder andere Arbeitnehmer soll schon profitiert haben. So gab es schon einen Fall, in denen ein Mitarbeiter überprüft wurde, der abends regelmäßig länger blieb als seine Kollegen. «Wir haben dann den falschen Verdacht entkräftet», berichtet Kurek. «Der hat wirklich nur viel gearbeitet.»
seh/ivb/news.de
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Antwort auf Kommentar 4 Wie normal ich bin, wird die Zukunft zeigen.......
jetzt antwortenKommentar meldengerade asiaten sind für schnelle entwicklungen bekannt. bis ein deutsches unternehmen alle notwendigen prüfungen für ein produkt bereit hat, ist's in asien schon die zweiten generation angelaufen. auch fertigungen oder kreationen sollte man nie in asien fertigen lassen, die werden geklaut. 100%!!! in den 80ern haben japaner meine konzepte einfach kopiert und tun danach sehr unschuldig. also: aufpassen mit daten. denn nichts ist heute leichter als ein griff auf die datenbank. und hände weg von facebook oder wkw, oder all diese datenbanken die irgendetwas aufzeichnen was nie mehr löschbar ist.
jetzt antwortenKommentar meldenUnd all das für ein paar müde Mäuse, ein einmaliges Einkommen, das im Verhältnis zu den Staatsausgaben und Staatsschulden nicht mal einen Tropfen auf dem heissen Stein darstellt. Und nebenbei ruinieren sie damit die deutsche Wirtschaft noch ein wenig mehr. Privates Kapital, welches zum grössten Teil Unternehmern gehörte, wird vernichtet (beim Staat wird's oft gar auf schädliche Weise ausgegeben), was das zukünftige Einkommen von Deutschland extrem reduziert.
jetzt antwortenKommentar meldenHatte ich doch gerade vor kurzem gesagt: wenn die deutsche Regierung geklaute Daten aus der Schweiz kauft, dann darf sie sich nicht wundern, wenn Ausländer halt Daten von deutschen Firmen klauen. Was man säht, das erntet man. Natürlich gibt's schon seit immer Datenklau, aber er wurde eigentlich nie von etwas, was sich "Rechtsstaat" nennen wollte, unterstützt. Dadurch, dass Deutschland und Frankreich das Recht anderer Staaten (LI, CH...) mit Füssen treten haben sie jegliche moralische und rechtliche Ueberlegenheit über Bord geworfen.
jetzt antwortenKommentar meldenZu Kommentar 1,2 und 3. Ich weiß nicht, was das mit Rassismus zu tun hat? Ich denke, das ist eher Sache der Betriebe, ihre Daten vernünftig zu sichern. Wenn ich aber meine Arbeiter nicht vernünftig bezahle, kein Geld in die Sicherheit investiere, muss ich mich nicht wundern, wenn im Ausland von meinen Artikeln mehr Plagiate produziert werden als ich Originale herstelle.
jetzt antwortenKommentar meldenDu bist nicht NORMAL.....
jetzt antwortenKommentar meldenMeine Rede: Gerade der Mittelstand:In manchen Branchen hoch kreativ und effektiv-im Datenschutz unterste Stufe! Jeder erfahrene User knackt meißt in kurzer Zeit den "wichtigen und geheimen Zugang". Mit den sog.Praktikanten -vorwiegend aus dem Ausland- studiert an einer deutschen TU oder ähnlich-bewirbt sich in den Semesterferien oder als Nebenjob..natürlich auch gerne abends wenn die anderen Mitarbeiter nach Hause gehen.Ungewöhnlich fleißig,aufmerksam-und ungeheuer preiswert (Niedrigstlohn) findet er bald das Vertrauen seiner Vorgesetzten....nach einer gewissenhaften Arbeit ist er plötzlich nicht mehr in der Firma! Viel später ist das Produkt anderweitig schon auf dem Markt!
jetzt antwortenKommentar meldenHarry57 Du sprichst mir aus dem Herzen. Diese Deppenpolitiker verkaufen unser Land,nur um nicht als Rassist bezeichnet zu werden.
jetzt antwortenKommentar meldenÜber das Thema ist schwierig zu reden, ohne das man gleich als Rassist hingestellt wird, in diesem Lande ! Aber es ist so : Wenn Türke in der Grünen Partei drin ist, dann ist,s für mich erledigt. Oder noch einfacher gesagt:" Wenn man den Bock zum Gärtner macht" dann braucht sich NIEMAND zu wundern ! Das Thema ist für mich komplett erledigt. Ich sage nur, nicht nur die Firmen sind infiltriert, auch die Parteien und das Volk--- Ende --- Sämtliche Gesetze hätten damals nicht getragen und erst recht nicht jetzt und in aller Zukunft- zu spääääääät !
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