Netzbetreiber sollen Milliarden zahlen
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Die deutschen Energiekonzerne müssen auf Milliarden verzichten. Die Bundesnetzagentur verpflichtete sie, wegen zu hoher Preise zu dem Verzicht. Die Verbraucher werden davon nur spät und indirekt profitieren.
Die deutschen Strom- und Gasnetzbetreiber müssen sich auf unerwartet hohe Rückforderungen der Bundesnetzagentur einstellen. Weil die Versorger in den vergangenen Jahren zu hohe Preise für die Nutzung ihrer Leitungen berechnet hätten, würden mehr als zwei Milliarden Euro fällig.
Das berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf eine Zwischenbilanz des Regulierers. Die meisten Bescheide seien inzwischen verschickt, zitierte das Blatt eine Sprecherin. Im Herbst hatte Behördenpräsident Matthias Kurth den Stromkunden auf Basis noch lückenhafter Daten eine Entlastung um rund eine Milliarde Euro in Aussicht gestellt.
Für die Netzbetreiber entsteht aus den Forderungen keine direkte Zahlungsverpflichtung. Vielmehr müssten sie als Ausgleich für die zu viel kassierten Netzentgelte in den kommenden Jahren auf einen Teil ihrer Einnahmen verzichten. Die Betreiber sind dadurch gezwungen, ihre Netzentgelte zu reduzieren, so dass Strom- und Gaskunden auf eine Entlastung hoffen können. Die Durchleitungsgebühren machen rund ein Drittel des Strom- und ein Fünftel des Gaspreises aus.
Am härtesten trifft die Regulierungsentscheidung der Zeitung zufolge die rund 900 Stromnetzbetreiber. Deren Erlösobergrenzen sollen um etwa 1,5 Milliarden Euro abgesenkt werden. Rund 350 Millionen Euro werde die «Mehrerlösabschöpfung» die Betreiber von Gasverteilnetzen kosten.
Die Netzagentur stützt sich auf ein Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofes. Der hatte 2008 entschieden, dass die von der Netzagentur angeordneten Kürzungen der Preise für die Nutzung von Gasverteilnetzen und Stromleitungen rückwirkend von Oktober 2005 (für Strom) und Januar 2006 an (Gas) anzuwenden seien.
ruk/news.de/dpa
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