Warum Banken so schlecht beraten
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Von news.de-Redakteur Sebastian Haak
Artikel vom 31.01.2010
Immer wieder wird die Beratung in Sparkassen und Banken bemängelt. Nach der Krise, in der Krise, vor der Krise. Warum diese miesen Leistungen? Eine Spurensuche vor und hinter den Schaltern der Republik.
Die folgenden Zeilen handeln von den «normalen» Menschen in diesem Land. Diesseits wie jenseits des Bankschalters oder des bevorzugt runden Tischchens, an dem Beratungsgespräche in deutschen Banken und Sparkassen geführt werden. Es geht um die «normalen» Kunden, die bei einer Bank ein Konto eröffnen, einen Bausparvertrag abschließen oder fürs Alter vorsorgen möchten. Vielleicht bitten sie auch um einen Kredit, um damit ein Auto, eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen. Und es geht um die «normalen» Bankkaufleute, die nicht Unternehmen oder Vermögende mit einem Jahresbruttoeinkommen jenseits der 80.000-Euro-Marke beraten. Es geht um die freundlichen und stets gut gekleideten Berater und Bankangestellten, auf die jeder von uns trifft, wenn er eine Bank betritt.
Das Verhältnis zwischen diesen beiden Gruppen «normaler» Menschen ist schlecht. Immer und immer wieder haben Studien und verdeckte Tests in den vergangenen Jahren ergeben, dass die Bankleute Kunden falsch oder zumindest schlecht beraten. Erst vor wenigen Wochen sorgte eine Studie der Stiftung Warentest für Aufsehen, die zu dem Ergebnis gelangte, dass trotz aller Besserungsgelöbnisse die Bankkaufleute den Großteil der Menschen in diesem Land so schlecht beraten wie vor der Krise – und so den mühsam erarbeiteten Wohlstand des kleinen Mannes gefährden.
Warum?
These 1: Es liegt an den Provisionen und der Zockermentalität
Die Finanzkrise hat den Blick der Öffentlichkeit für die Millionenboni geschärft, die seit Jahren schon in der Branche üblich sind und denen in der öffentlichen Debatte eine große Mitschuld an der Krise gegeben wird. Haben nicht Banker mit Millionen und Abermillionen gezockt, um sich am Ende des Jahres nur selbst zu bereichen – ohne darauf zu achten, was ihren Kunden langfristig für eine Gefahr droht? Von dieser Grundannahme her ist es nur ein kleiner Schritt, das gleiche Verhaltensmuster auf die «normalen» Bankangestellten zu übertragen, die bei vielen Privatbanken aber auch öffentlich-rechtlichen Kreditinstituten am Verkaufserlös von Bausparverträgen, Versicherungen oder Altersvorsorge-Produkten beteiligt werden.
Allerdings überschätzt das sture Schielen auf diese These die Höhe der für die Bankangestellten gezahlten Provisionen. Zwar hüllen sich Geldhäuser über die Details ihres jeweils individuellen Provisionssystems so sehr in Schweigen, dass beispielsweise nicht einmal der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) oder der Bundesverband deutscher Banken einen genauen Überblick darüber haben, bei welcher Bank es für welche Produkte Provisionen in welcher Höhe gibt. Und auch die Sparkassen halten sich dermaßen bedeckt, dass die einzelnen Regionalsparkassen an den Deutschen Sparkassen und Giroverband (DSGV) als Dachverband verweisen – und die Sprecher dort wortreich erklären, dass sie dazu nichts präzises sagen könnten, weil es Sache der einzelnen Sparkassen sei.
Doch von Bankberatern ist zu hören, dass die Summe aller monatlich möglichen Provisionen für einen Berater bei vielleicht fünf Prozent des Grundgehaltes eines Monats liegen – also längst nicht mit dem von Topbankern zu vergleichen sind, die schon mal mehr als 100 oder 200 Prozent ihres Einkommens über Boni erzielen.
Und es ist auch nicht so, dass Deutschlands Bankberater auf jeden Euro angewiesen wären, der über Provisionen zu bekommen wäre oder ob ihres exorbitanten Gehaltes den Bezug zur Lebensrealität ihrer Kunden verloren hätten. Nach Angaben eines Sprechers des AGV Banken bekommt einer der 160.000 tariflich bezahlten Kassierer oder Kundenberater bei einer deutschen Privatbanken mit fünf bis sieben Jahren Berufserfahrung etwa 2800 Euro brutto im Monat. Über das Jahr gerechnet seien vierzehn Monatsgehälter üblich; ohne zusätzliche Produktprämien – all das liegt im «normalen» Rahmen der in Deutschland gezahlten Gehälter. Die Obergrenze für tariflich bezahlte Bankangestellte liegt den Angaben nach bei knapp unter 4200 Euro brutto und gelte beispielsweise für gehobene Kundenberater oder Geschäftsstellen- beziehungsweise Filialleiter.
Die Bezahlung der Sparkassenangestellten orientiert sich nach Angaben eines Sprechers des DSGV an der Entlohnung des öffentlichen Dienstes – sie ist also solide, aber nicht massiv über dem Niveau des Durchschnittsverdieners. Auch «normal».
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Es ging hier wohl eher darum, das ein Anleger, der sicher anlegen will, eine leicht riskante Anlage genannt bekommt und nicht wie gewünscht die sichere. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich nur sagen, dass Banken allgemein genau so sind, wie sie der Volksmund sieht. Ich sage da nur mal Rücklastschriftgebühren... risiko Lebensversicherungen etc. pp. Sie wollen doch nur unser Bestes! Natürlich unser Geld!!!
jetzt antwortenKommentar meldenWieso sollte ein armer Arbeiter - K 5 - anders behandelt werden, wie eine mittel-reiche Hausfrau? Die Vorwürfe des Kommentars gegen Banker sind leider nicht haltbar.Wenn Banker ein bestimmtes Produkt ihres Vorstandes verkaufen, dann ist das eine Selbstverständlichkeit.Oder erwartet jemand, dass der Banker gegen seine Bank berät.Was sind das für Vorhaltungen?Geht denn ein armer Arbeiter zur Mercedesniederlassung,um eine KIA zu kaufen? So blöde kann doch der Verbraucher gar nicht sein, als dass er dem - fadenscheinlichen - Grundsatz "Geld heckt Geld" zum Opfer fällt. Alles Wirtschaftsmärchen.
jetzt antwortenKommentar melden"Ihr Geld ist nicht weg, es ist nur in anderen Händen" - so der Bänker nach der Bankpleite zum erbosten Kunden. Was können und was dürfen wir von Leuten erwarten, die wie Berufsspanner alles observieren und beurteilen, was sie, wie durch die Bankenkrise deutlich belegt, gerade selbst nicht gekonnt haben - nämlich sorgfältig mit anderer Leute Geld umzugehen. Es ist geschichtlich belegt, dass Berufsdenunzianten noch nie einen wirklichen gesellschaftlichen Wert hatten. Leider hat es der jeweilige Gesetzgeber noch immer so bestimmt, das sie sich ungehindert aufführen dürfen, als hätten sie einen.
jetzt antwortenKommentar meldenIch staune immer wieder darüber, dass ein Bankangstellter (Der berühmte Bankbeamte) Provisionen erhalt für abgeschlossene Verträge. Die Wahrheit sieht anders aus: Der Angestellte am Schalter bekommt ein Kontigent über Fondspapiere oder andere Anlagen. Wenn er die nicht verkauft, steht seine Position auf dem Spiel Also wird verkauft auf Deubel komm raus, nur um seine Fähigkeit als Verkäufer unter Beweis zu stellen. Die Verkäufer (Bankbeamten) stehen unter Druck und werden gegeneinander ausgespielt. Wenn die Anlage den Bach runter geht, ist er schuld, nicht die Leute, die ihn gezwungen haben, diese zu verkaufen.
jetzt antwortenKommentar meldenKlartext: Ist doch klar wen die Banken lieber beraten. Ein kleiner Arbeiter der mal etwas Geld 1000.- Euro anlegen möchte wird doch so beraten, dass er gleichzeitig über den Tisch gezogen wird. Möchte ein Bonze ein paar Millionen anlegen bekommt er noch ein paar Geschenke. Das zum Thema Banken.
jetzt antwortenKommentar meldenBanken beraten daher so schlecht, weil sie das Geld ihrer Kunden haben wollen.
jetzt antwortenKommentar meldenSolange die Banker ihre Abzockermanier nicht ändern, bleibt alles beim Alten. Provisionen sollten abgeschafft werden. Ein Bankangestellter verdient vergleichsweise auch ohne noch genug. Wir wollen mal nicht von leistungsgerechter Bezahlung sprechen, wenn wir uns über Boni und sonstige Sondervergütungen unterhalten. Erfolg ist nur das, was dauerhaft dem Unternehmen nützt. Für mich sind Banker nach wie vor Raubritter.
jetzt antwortenKommentar meldenThese drei kann ich bestätigen. Mir ist eine Bankangestellte bekannt, die von ihrem Chef massiv unter Druck gesetzt wurde, da sie zu Verstehen gab, dass sie zugunsten zufriedener Kunden lieber auf ein Paar Euro Provisionen verzichten wolle und sie mit ihrem Grundgehalt auch leben könne.
jetzt antwortenKommentar meldenFühren staatliche Regeln zu einer Verbesserung der Beratungsleistungen von Bankkaufleuten?Diese Frage kann nur der Politiker mit ja beantworten,dessen Selbstbewusstsein durch die Ausblendung der Problematik gebildet wird.Solche Regeln gibt es nicht und gäbe sie es,würde sich das Beratungsergebnis in sein Gegenteil verkehren.Das müsste jedem plausibel sein, denn wenn es eine Regel gäbe, die optimalen Gewinn garantieren würde,dann würde sie der Banker auf sich selbst anwenden. Und da alle der Regel folgen, automatisch arm werden.Jeder ist aufgefordert, Regeln über den Reichtum aufzustellen!
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