Schlecker Jetzt auch noch Videoüberwachung?

Gehört zum Schlecker-Konzern und soll Mitarbeiter illegal überwacht haben: «Ihr Platz». (Foto)
Gehört zum Schlecker-Konzern und soll Mitarbeiter illegal überwacht haben: «Ihr Platz». Bild: ddp

Schlecker steckt auch dort dahinter, wo nicht unbedingt Schlecker draufsteht. Bei einer Tochter des Konzerns könnte sich nun ein Datenskandal anbahnen.

Die zum Schlecker-Konzern gehörende Drogeriekette Ihr Platz setzt in ihren Filialen nach NDR-Informationen Videokameras zur Kunden- und Mitarbeiterüberwachung ein und verstößt damit offenbar gegen das Bundesdatenschutzgesetz. Der Sprecher des Datenschutzbeauftragten in Niedersachsen, Michael Knaps, bestätigte entsprechende Recherchen des Hörfunkprogramms NDR Info, wie der Sender mitteilte.

Die Behörde ermittele seit gut drei Monaten gegen das Unternehmen. Ein Hinweisgeber habe die Datenschützer auf Missstände bei Ihr Platz aufmerksam gemacht, erklärte Knaps. «Seitdem ermitteln wir», sagte der Sprecher. Ihr Platz hat bundesweit ein Netz von fast 700 Filialen.

Im Laufe des Tages findet laut NDR beim Datenschutzbeauftragten in Hannover ein Treffen statt, in dessen Rahmen sich Vertreter der Drogeriekette erklären sollen. Schlecker wollte sich zu dem Thema auf Anfrage von NDR Info nicht äußern.

Nach Angaben des Behördensprechers steht der Vorwurf im Raum, dass Ihr Platz für seine Filialen keine sogenannten Verfahrensbeschreibungen erstellt habe. Diese Beschreibungen sind laut Bundesdatenschutzgesetz erforderlich. Sie müssten vorliegen, bevor eine Überwachungsanlage installiert wird. Darin sei unter anderem geregelt, welchen Bereich eine Kamera erfasst, wie lange sie aufzeichnet und welches Datenschutzkonzept es gibt. «Außerdem haben die Kameras bei Ihr Platz nicht nur Kunden, sondern auch Mitarbeiter erfasst. Auch das ist unzulässig», sagte Knaps. Ein solcher Gesetzesverstoß würde mit einem Bußgeld geahndet.

Seit Wochen steht Schlecker in der Kritik. Bisher ging es um den Vorwurf, der Konzern lagere Mitarbeiter in Leiharbeitsfirmen aus, um diese dann dort zu Dumpinglöhnen zu beschäftigen.

seh/nak/news.de/ddp

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