Die stummen Diener
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Von news.de-Redakteur Konrad Rüdiger
Artikel vom 18.01.2010
Automaten sind praktisch, gerade wenn man es eilig hat. Doch sie kosten vor allem im Niedriglohnsektor viele Jobs. News.de sagt, wo sich Automaten mittlerweile überall zeigen - und verstecken.
Sie sind mittlerweile in vielen Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Eine preiswerte Dienerschaft verrichtet fast lautlos ihren Dienst. Sie verursachen wenig Personalkosten, allein die Wartung schlägt zu Buche. Wir Verbraucher werden dabei immer mehr zur Nutzung der stummen Diener gedrängt, sei es durch Bequemlichkeitsversprechen oder Kostenvorteile.
Deutsche Bahn
Die Deutsche Bahn kann als Vorreiter der unaufhaltsamen Automatisierungswelle in Deutschland angesehen werden. Mit dem hauseigenen Preisgefüge werden Kunden regelrecht zur Nutzung von Automaten erzogen: Oftmals kostet ein Ticket am Automaten oder über das Internet weniger als am Schalter. So ist beispielsweise das preiswerteste Sonderangebot «Deutschland Spezial» am Automaten für 29 Euro zu haben, am Schalter werden fünf Euro mehr verlangt.
Trotz dieser Hürden verkaufte die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben 2008 rund 150 Millionen Tickets über Automaten. Momentan sind etwa 7800 Maschinen für die Deutsche Bahn im Einsatz, nicht mit gerechnet die Fahrkartenautomaten der Nahverkehrsunternehmen, deren Zahl noch deutlich höher liegen dürfte. Etwas über ein Viertel (27,5 Prozent) der Gesamteinnahmen aus dem Ticketverkauf wird mittlerweile über die Automaten abgewickelt, teilte die Bahn auf Nachfrage mit.
Die Bedienung der Automaten mag dabei jungen Menschen leicht von der Hand gehen, viele haben mit den unübersichtlichen Menüs aber ihre Probleme. So stieß dann auch im Herbst ein VHS-Kurs «Wie bediene ich einen Fahrkartenautomaten richtig» im niederrheinischen Viersen auf unerwartet großes Interesse.
Auch am Telefon setzt die Deutsche Bahn gern auf Automaten, wer schon einmal versucht hat, per Telefon die aktuellen Abfahrtszeiten abzufragen, wir es nur in Ausnahmefällen mit einem Mitarbeiter zu tun gehabt haben.
Die Konkurrenz der Bahn sieht derweil in der zunehmenden Automatisierung eine Chance, und versucht über persönlichen Service Kunden zu gewinnen. Unternehmen wie die EuroBahn in NRW oder die Privatbahnen der Veolia-Gruppe bieten ihre Fahrkarten ausdrücklich beim Schaffner an. Dabei profitieren sie indirekt von Meldungen wie im vergangenen Jahr, als die Bahn negative Schlagzeilen mit aus den Zügen geworfenen Minderjährigen machte, die keine Fahrkarte vorweisen konnten.
Flugverkehr
Das Flugticket gehört nunmehr seit anderthalb Jahren der Vergangenheit an. Derzeit reicht in den meisten Fällen eine Buchungsnummer und der Ausweis, um am Flughafen an eine Bordkarte zu gelangen. Die wiederum kann man mit zunehmender Häufigkeit auch am Automaten bekommen, zuletzt wurden am Stuttgarter Flughafen 32 Check-In-Automaten aufgestellt, die Kunden mehrerer Airlines einen schnellen, aber auch unpersönlichen Check-In ermöglichen sollen.
Post
Die Deutsche Post plant derzeit, ihr Netz an Packstationen weiter auszuweiten. Bislang sind 2500 der Abgabe- und Abholstationen in Betrieb, am Wochenende verlautete, dass weitere 150 der lieferwagengroßen Automaten in Deutschland aufgestellt werden sollen. Laut Unternehmensangaben ist die Nutzung der Packstationen im vergangenen Jahr um 60 Prozent gestiegen, zugleich hätten sich weitere 300.000 Menschen für die Nutzung registriert, so dass deren Zahl nun bei 1,4 Millionen liegt.
Umstritten sind derweil die Dienste der Briefmarkenautomaten der Post, die mit ihrer Eigenart, Restgeld nur in Briefmarken auszugeben, viele potentielle Kunden verschreckt haben dürften.
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Sehr schlecht recherchiert: Ich arbeite bei der eurobahn und muss hier mal klarstellen, dass wir (außer im Maas-Rhein-Lippe Netz) zwar Fahrkarten im Zug verkaufen- die man dort gleich NACH dem Einstieg erwerben kann - allerdings auch am Automaten! Die Zugbegleiter verkaufen nur bei extrem hohen Fahrgastaufkommen oder Automatenstörungen. Die Quote der Zugbegleiter regelt der Besteller (Die Verkehrsverbünde im Auftrage Bundesländer)der Zugleistungen und nicht die ausführenden Unternehmen (ZUM BEISPIEL Deutsche Bahn oder eurobahn)...
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